Mein Kamerad - Die Diva. Theater an der Front in Gefangenenlagern des Ersten Weltkriegs

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08.11.2014 - 08.11.2014 | Berlin

Mein Kamerad - Die Diva. Theater an der Front in Gefangenenlagern des Ersten Weltkriegs

Das interdisziplinäre und internationale Symposium verortet das weit verbreitete Phänomen der Damendarsteller in Theatern an der Front und in Gefangenenlagern während des Ersten Weltkriegs – auch in kultureller und geschlechterpolitischer Hinsicht.

Das interdisziplinäre und internationale Symposium zum Projekt „MEIN KAMERAD – DIE DIVA. Theater an der Front in Gefangenenlagern des Ersten Weltkriegs“ fragt, welche Rolle das Theaterspiel und darin speziell das Spiel mit Geschlechteridentitäten für Soldaten und Gefangene zwischen Ablenkung, Unterhaltung und Verdrängung übernahm. Welche neuen Selbstentwürfe und Begehrensmuster regte dieses Spiel an? Wie weit reichte es in den Front- und Lageralltag bzw. in die Nachkriegsgesellschaft hinein? Spiegelte die Travestie in den Kriegstheatern die im Weltkrieg in Bewegung geratenen gesellschaftlichen Geschlechterrollen?

Das Symposium zeichnet nach, welche eigenen Regeln für den Umgang mit dem Mangel an real anwesenden Frauen und mit den imaginierten „Damen“ in den Lagern entworfen wurden. Es eruiert, in welchen anderen Diskursen der Zeit die nicht selten als „Diva“ verehrten Damendarsteller erschienen – etwa in medizinischen, sexualtheoretischen oder juristischen Debatten. In welchen Zusammenhängen und Medien setzte sich dieses Phänomen nach Kriegsende fort? Und nicht zuletzt stellt sich die Frage, wie sich die historische Szenerie der Damenimitation zur heutigen Geschlechterforschung und Geschlechterpolitik verhält.

Das Symposium MEIN KAMERAD – DIE DIVA wird vom Hauptstadtkulturfonds finanziert, findet in Kooperation mit der Humboldt-Universität zu Berlin statt und wird u.a. durch Frauenfördermittel der Kultur-, Sozial- und Bildungswissenschaftlichen Fakultät gefördert.

Idee, Konzeption und Projektleitung: Anke Vetter
Co-Konzeption und Organisation: Julia B. Köhne, Britta Lange
Wissenschaftliche Beratung: Katja Koblitz
Mitarbeit Organisation: Florence Galtier d‘Auriac, Ulrike Heringer, Sebastian Rose

Programm

10.00 - 11.00 Begrüßung und Einführung in die Thematik
Wolfgang Theis, Vorstand des Schwulen Museums* (Berlin)
Katja Koblitz (Berlin), Anke Vetter (Berlin); Julia B. Köhne, PD PD Dr. (Berlin), Britta Lange, PD Dr. (Berlin)

11.00 – 12.00 Jason Crouthamel, PhD, Associate Professor für Geschichte an der Grand Valley State University in Grand Rapids, Michigan.
Cross-Dressing, Kameradschaft und Homosexualität im deutschen Heer während des Ersten Weltkriegs

12:00 – 13:00 Eva Krivanec, Dr. phil., Humboldt Post-Doc Fellow am Institut für Deutsche Literatur der Humboldt-Universität zu Berlin.
Travestie an der Front. Das Fronttheater und die Transgression von Geschlechterordnungen im Ersten Weltkrieg

14.30 – 15.30 Peter W. Marx, Prof. Dr., Professor für Theater- und Medienwissenschaft am Institut für Medienkultur und Theater der Universität zu Köln sowie Direktor der Theaterwissenschaftlichen Sammlung.
„Das [sic!] Kampfbereich war der Schauplatz der Damendarsteller.“ Spannungsverhältnisse des Kölner Kriegstheaterarchivs

15.30 – 16.30 Christoph Jahr, Dr. phil., Privatdozent am Institut für Geschichtswissenschaften der Humboldt-Universität zu Berlin. Formen und Funktionen des Theaterspielens in den Zivilinternierungslagern
des Ersten Weltkriegs: Das Beispiel Ruhleben

17.00 – 18.00 Iris Rachamimov, Dr., Department of History der Tel Aviv University Neuere Geschichte Mittel- und Osteuropas
„Er war für die Gefangenen, was er darstellte.“ Geschlechtertransgressionen in Kriegsgefangenenlagern des Ersten Weltkriegs

Veranstalter:
Institut für Kulturwissenschaften der Humboldt-Universität zu Berlin und Schwules Museum Berlin

Kontakt:
Julia B. Köhne
Telefon: 030 2093 66270
symposium.kamerad.diva@freenet.de

Hinweise zur Teilnahme:
Um Voranmeldung per Mail wird gebeten an: symposium.kamerad.diva@freenet.de

Termin:

08.11.2014 10:00 - 19:00

Veranstaltungsort:

Institut für Kulturwissenschaften der Humboldt-Universität zu Berlin, ‚Medientheater‘, Georgenstraße 47, Erdgeschoss (S-Bahnhof: Friedrichstraße).
10117 Berlin
Berlin
Deutschland

Zielgruppe:

Journalisten, jedermann

Relevanz:

überregional

Sachgebiete:

Geschichte / Archäologie, Gesellschaft, Kulturwissenschaften, Musik / Theater, Pädagogik / Bildung

Arten:

Ausstellung / kulturelle Veranstaltung / Fest, Konferenz / Symposion / (Jahres-)Tagung, Vortrag / Kolloquium / Vorlesung

Eintrag:

04.11.2014

Absender:

M.A Ibou Diop

Abteilung:

Stabsstelle Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Veranstaltung ist kostenlos:

ja

Textsprache:

Deutsch

URL dieser Veranstaltung: http://idw-online.de/de/event49048


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