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07.01.2016 - 08.01.2016 | Berlin

Das medizinische Gutachten. Genre und Praxis in der Geschichte (16. bis 20. Jahrhundert)

Workshop.

Eine Kooperation des ERC-Forschungsprojektes "Wege des ärztlichen Wissens: How Physicians Know", des Zentrums für Literatur- und Kulturforschung Berlin und des Instituts für Deutsche Literatur der HU Berlin

Die Gebrüder Grimm kannten keinen Experten, wohl aber die Begriffe »sachverständig« und »Sachverständnis«, die sich seit dem 18. Jahrhundert nachweisen lassen. Bereits seit dem frühen 16. Jahrhundert wird in dieser Bedeutung aber vom »Gutachten« gesprochen. Und seit dieser Zeit finden sich in der Überlieferung von Gerichten und Fakultäten, Krankenhäusern und Höfen, Ämtern und Akademien Gutachten mit unterschiedlichsten Formen und Funktionen. Aus diesem Grund wird diese Quellengattung gerne von der Geschichtsschreibung herangezogen, wenn es Vermittlungs- und Austauschprozesse zu untersuchen gilt. Nur selten gerät dabei jedoch das Gutachten selbst in den Blick. Am Beispiel der Medizin fragt der Workshop daher, was diese vernachlässigte Praktik auszeichnete – materiell, als Genre und als Wissensform. Um das medizinische Gutachten in einer Perspektive der longue durée wissenshistorisch zu analysieren, werden die Beiträge für ein gleichnamiges Buchprojekt zur Diskussion gestellt.

PROGRAMM

Donnerstag, 07.01.2016

9.30–10.30

Alexa Geisthövel / Volker Hess (beide Charité Berlin): Einführung und Buchkonzept
Kommentar: Andreas Kaminski (Darmstadt) / Stefan Willer (ZfL/HU Berlin)

Gutachten vor Gericht

10.30–11.30

Irmgard Müller (Bochum) / Heiner Fangerau (Köln): Funktion, Struktur und Wirkkraft medizinischer Gutachten (»Visa reperta«), aufgezeigt am medizinischen Diarium (1716–1743) des Hallenser Professors der Medizin und Physik Michael Alberti (1682–1757)

Kommentar: Peter Becker (Wien) / Andreas Keller (ZfL)

12.00–13.00

Stephanie Langer (Wien): Gutachten vor Gericht. Der Fall Halsmann (1928–1931)

Kommentar: Beate Binder (HU Berlin) / Bettina Hitzer (MPIB Berlin)

14.00–15.00

Urs Germann (Bern): Narrativierung des Bösen. Zur Textgenese und Wirkungsweise psychiatrischer Gutachten um 1900

Kommentar: Heinz-Peter Schmiedebach (Charité Berlin) / Nicolas Pethes (Köln)

15.00–16.00

Thomas Mayer (Wien): Der Prozess im Prozess: Anthropologische Gutachten als Verhandlungssache zwischen Wissenschaft, Justiz, Politik und Gesellschaft, 1920–1950

Kommentar: Heinrich Hartmann (Basel) / Stefanie Retzlaff (HU Berlin)

16.30–17.30

Astrid Albert (Wuppertal): Begutachtung stigmatisierter Frauen im 19. Jahrhundert // oder unter Gutachten für den Staat

Kommentar: Stefan Brakensiek (Duisburg-Essen) / Dennis Senzel (HU Berlin)

Gutachten für den Staat

17.30–18.30

Alix Cooper (Stony Brook/Charité Berlin): Evaluating Nature: Early Modern German Physicians' Reports on the Natural World at the Electoral Court in Berlin

Kommentar: Michael Stolberg (Würzburg) / Ethel Matala de Mazza (HU Berlin)

Freitag, 08.01.2016
9.30–10.30

Saskia Klerk (Charité Berlin): Making a »secret« remedy public. The assessment of Joanna Stephens' remedy on paper

Kommentar: Stefan Brakensiek (Duisburg-Essen) / Ethel Matala de Mazza (HU Berlin)

10.30–11.30

Volker Hess (Charité Berlin): Der Zollrendant und sein Cosmisches Mittel. Das Gutachten in der Zulassung von Arzneimitteln in Preußen des frühen 19. Jahrhunderts

Kommentar: Andreas Kaminski (Darmstadt) / Armin Schäfer (ZfL/Bochum)

12.00–13.00

Axel C. Hüntelmann (Charité Berlin): Verfassung, Verwendung und Verwertung von Gutachten in staatlichen Medizinalbehörden, 1870er bis 1930er Jahre

Kommentar: Stefan Haas (Göttingen) / Beate Binder (HU Berlin)

Gutachten zwischen individueller und sozialer Verantwortung

14.00–15.00

Andrew Mendelsohn (Charité Berlin/Queen Mary University London): Gutachten in sozialer Verantwortung am Beispiel der Lepra-Schauzettel

Kommentar: Peter Becker (Wien) / Gabriele Metzler (HU Berlin)

15.00–16.00

Sebastian Knoll-Jung (Stuttgart): Die Praxis ärztlicher Gutachten in der Unfallversicherung 1884–1913. Konfliktkommunikation zwischen wissenschaftlicher Expertise und dem »Kampf um die Rente«

Kommentar: Armin Schäfer (ZfL/Bochum) / Heinrich Hartmann (Basel)

16.30–17.30

Martin Lengwiler (Basel): Paradoxien der Formalisierung: Gutachten in der Versicherungsmedizin

Kommentar: Stefan Haas (Göttingen) / Nicolas Pethes (Köln)

17.30–18.30

Alexa Geisthövel (Charité Berlin): Erbkrank? Kriegsbeschädigt? Invalide? Die Begutachtung von Epileptikern auf der Nervenabteilung der Medizinischen Klinik Heidelberg 1925 bis 1940

Kommentar: Heinz-Peter Schmiedebach (Charité Berlin) / Gabriele Metzler (HU Berlin)

18.30–19.00 Abschlussdiskussion

Hinweise zur Teilnahme:
Die zu diskutierenden Lesetexte werden im Vorfeld verschickt, eine Teilnahme am Workshop setzt eine verbindliche Anmeldung per Email an Vera Seehausen (vera.seehausen@charite.de) bis zum 20.12.2015 voraus.

Termin:

07.01.2016 ab 09:30 - 08.01.2016 19:00

Anmeldeschluss:

20.12.2015

Veranstaltungsort:

ZfL, Schützenstr. 18, Seminarraum 303
10117 Berlin
Berlin
Deutschland

Zielgruppe:

Studierende, Wissenschaftler

E-Mail-Adresse:

Relevanz:

überregional

Sachgebiete:

Kulturwissenschaften, Medizin, Sprache / Literatur

Arten:

Seminar / Workshop / Diskussion

Eintrag:

01.12.2015

Absender:

Sabine Zimmermann

Abteilung:

Zentrum für Literatur- und Kulturforschung Berlin (ZFL)

Veranstaltung ist kostenlos:

ja

Textsprache:

Deutsch

URL dieser Veranstaltung: http://idw-online.de/de/event52785


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