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29.06.2017 - 01.07.2017 | Regensburg

Korruption im östlichen Europa und in Lateinamerika im Vergleich. Jahrestagung des IOS, Regensburg

Korruption gilt heute als zentrales Entwicklungshindernis, sogar als Motiv für politische Umstürze. Die Jahrestagung des IOS „Corruption in Eastern/Southeastern Europe and Latin America: Comparative Perspectives“ widmet sich diesem Thema. Sie vergleicht zwei Weltregionen, in denen Korruption als Thema besonders präsent ist. Im Zentrum stehen die historische Entwicklung von Korruption und deren Bekämpfung, die Untersuchung korrupter Praktiken sowie die Eigenlogik von Korruptionsdiskursen.

In den vergangenen Jahrzehnten hat das Thema Korruption weltweite Aufmerksamkeit erfahren. Korruption wird als Erklärung für diverse politische und soziale Probleme wie mangelnde wirtschaftliche Entwicklung, soziale Ungerechtigkeit oder Sicherheitsrisiken im Kampf gegen Kriminalität und Terror herangezogen. Die Sozial- und teilweise auch die Geisteswissenschaften haben auf diesen Trend mit intensiveren Forschungen zu Korruption und guter Regierungsführung reagiert.
Während zu Anfang des Milleniums noch die Vorstellung dominierte, zur erfolgreichen Korruptionsbekämpfung genüge die Einführung von Antikorruptionsgesetzen und -behörden, haben heute Forschung und teilweise auch Politik erkannt, dass die Durchsetzung formaler Regeln und die Zurückdrängung von Korruption ein oft langwieriger und voraussetzungsvoller Prozess ist. Er kann nur vorankommen, wenn eine Gesellschaft willens und in der Lage ist, die Handlungsfreiheit ihrer Amtsträger wirkungsvoll zu kontrollieren. Ein Gutteil neuerer Forschung widmet sich daher qualitativen Ansätzen, welche auch die gesellschaftlichen Voraussetzungen von Korruption miteinbeziehen.
Diese Tagung setzt hier an und will das Nachdenken über Korruption durch eine Gegenüberstellung des östlichen Europas und Lateinamerikas bereichern. In beiden Regionen gibt es Länder, in denen das Klagen über Korruption auf eine lange Tradition zurückblicken kann; hier wie dort war der Protest gegen Korruption in den letzten Jahren mitunter Auslöser für politische Unruhen. Eine Aufgabe dieser Tagung ist es herauszufinden, wie beide Weltteile auf scheinbar unterschiedlichen Wegen in eine ähnliche Situation gekommen sind, wobei der Vergleich alte, eingefahrene Erklärungsmuster zur Erklärung von Korruption in Frage stellen soll.
Diese Tagung macht sich nicht gemein mit den Populismen, die oft mit Korruptionskritik einhergehen. Wir unterscheiden analytisch zwischen der realen und der aus politischen Interessen behaupteten Korruption (also dem Korruptionsvorwurf gegen den politischen Gegner), auch wenn das in der Praxis nicht immer einfach ist. Dem Reden über Korruption ist daher eine eigene Sektion gewidmet. Weitere Themenfelder der Tagung sind die Alltagskorruption, mit der „kleine Leute“ ihr Leben meistern (müssen), sowie ganz grundsätzlich das Verständnis von Korruption – unterschiedliche Kulturen wie auch soziale Milieus haben bis heute, trotz der vereinheitlichenden Agenda internationaler Anti-Korruptionsakteuren wie Weltbank oder Transparency International, nicht unbedingt eine identische Vorstellung des Phänomens. Außerdem unterliegt das Korruptionsverständnis dem historischen Wandel. So wurde die Grenze zwischen (legitimen) Geschenken und (illegitimen) Bestechungsgeldern in der Vergangenheit immer wieder neu ausgehandelt, ebenso wie der Übergang von der Freundschaft zur Vetternwirtschaft.
Diese englischsprachige Tagung ist international und interdisziplinär angelegt – sie bringt Korruptionsforscherinnen und Korruptionsforscher aus Europa, den USA und Lateinamerika zusammen, die das Thema aus politik-, wirtschafts- und rechtswissenschaftlicher, aus historischer, soziologischer, kulturwissenschaftlicher und anthropologischer Perspektive untersuchen.
Eröffnet wird die Tagung am Donnerstag, 29. Juni 2017 um 17 Uhr mit Vorträgen von Zhanna Nemtsova (Journalistin und politische Aktivistin) und Alena Ledneva (Soziologin aus London).

Detaillierte Informationen zu der gesamten Veranstaltung erhalten Sie unter http://www.ios-regensburg.de/veranstaltungen/jahrestagung.html.

Hinweise zur Teilnahme:
Die Teilnahme als Gast ist kostenfrei.
Für die Eröffnungsveranstaltung ist eine Anmeldung per Email an jahrestagung@ios-regensburg.de erforderlich!
Für die Tagung bedarf es keiner Anmeldung.

Termin:

29.06.2017 ab 17:00 - 01.07.2017 18:30

Anmeldeschluss:

30.05.2017

Veranstaltungsort:

Landshuter Str. 4,
3. OG, Raum 319
93047 Regensburg
Bayern
Deutschland

Zielgruppe:

Journalisten, Wissenschaftler

Relevanz:

überregional

Sachgebiete:

Geschichte / Archäologie, Politik, Wirtschaft

Arten:

Konferenz / Symposion / (Jahres-)Tagung

Eintrag:

08.05.2017

Absender:

Petra Preß

Abteilung:

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Veranstaltung ist kostenlos:

ja

Textsprache:

Deutsch

URL dieser Veranstaltung: http://idw-online.de/de/event57453


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