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26.10.2017 - 27.10.2017 | Berlin

Kommunismus unter Denkmalschutz? Denkmalpflege als historische Aufklärung

25 Jahre nach den Debatten der 1990er Jahre über den Umgang mit den politischen Denkmälern der DDR und in den anderen Ländern des Staatssozialismus erscheint es erneut an der Zeit, den Blick auf die kommunistischen Denkmäler und ihre Aneignung oder Ablehnung durch die Gesellschaft zu werfen. Aus zeithistorischer als auch aus denkmalpflegerischer Perspektive wird auf der Tagung diskutiert, wie solche Prozesse im Sinne einer historischen Aufklärung aktiv begleitet und moderiert werden können.

Die Denkmäler des Kommunismus wurden nach 1990 zu Streitobjekten. Eine ganze Reihe von ihnen wurde zerstört, viele wurden umgesetzt oder eingelagert. Inzwischen werden sie wieder konserviert, restauriert und historisch-kritisch kontextualisiert. Politisch aufgeladene Bauwerke durchliefen eine ähnliche Entwicklung.

Veranstalter:
Die Tagung ist ein gemeinsames Projekt des Brandenburgisches Landesamt für Denkmalpflege und Archäologische Landesmuseum (BLDAM) und des Zentrums für Zeithistorische Forschung Potsdam (ZZF Potsdam)

und wird gefördert von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Organisation:
Dr. Thomas Drachenberg (BLDAM), Dr. Jürgen Danyel (ZZF Potsdam) und Dr. Irmgard Zündorf (ZZF Potsdam)

Tagungsprogramm

Donnerstag, 26. Oktober 2017

13.00 Uhr: Führung durch die Ausstellung „Enthüllt. Berlin und seine Denkmäler“ (Optional)

ab 13.30 Uhr: Registrierung

14.15: Begrüßung
Ralf F. Hartmann (Kulturamt Spandau)
Reiner Walleser (Abteilungsleiter Kultur im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg)
Gerhard Hanke (Bezirksstadtrat für Wirtschaftsförderung, Soziales, Weiterbildung und Kultur, Bezirksamt Spandau)

14.30-16.00 Uhr
Denkmäler und Denkmale im In- und Ausland
Moderation: Irmgard Zündorf (Zentrum für Zeithistorische Forschung, Potsdam)

Thomas Drachenberg (BLDAM, Zossen): Denkmale aus der DDR auf der brandenburgischen Landesdenkmalliste – haben wir heute ein Realitätsproblem?

Jürgen Danyel (Zentrum für Zeithistorische Forschung, Potsdam): Kommunistische Denkmäler heute

Krzysztof Ruchniewicz (Willy Brandt Zentrum für Deutschland- und Europastudien der Universität Wrocław): Der polnische Umgang mit den kommunistischen Hinterlassenschaften

Kaffeepause: 16.00-16.30 Uhr

16.30-18.00 Uhr
Abgeräumt, vergessen, wiederentdeckt: Politische Denkmäler nach 1990
Moderation: David Johst (Martin-Luther-Universität Halle Wittenberg)

Leonie Beiersdorf (Germanisches Nationalmuseum Nürnberg): Der Umgang mit dem Denkmalserbe der DDR nach 1990

Hubert Staroste (ehem. Landesdenkmalamt Berlin): Berlin (Ost) – Hauptstadt der DDR, ein schwieriges Erbe?

Dieter Hübener (BLDAM, Zossen): Einmal Denkmal – immer Denkmal? Politische Denkmale und ihre Neubewertung nach 1990 in Brandenburg

18.30-20.00 Uhr
Podiumsdiskussion: Die Denkmäler des Kommunismus als Herausforderung für die Denkmalpflege

Ulrich Mählert (Berlin)
Thomas Drachenberg (Zossen)
Waltraud Kofler-Engl (Bozen)
Andrea Theissen (Berlin)
Moderation: Jürgen Danyel (Potsdam)

Empfang

Freitag, 27. Oktober 2017

9.30-11.00 Uhr
Konservieren, popularisieren und umbewerten?
Moderation: Thomas Drachenberg

Sabine Ambrosius (Untere Denkmalschutzbehörde der Landeshauptstadt Potsdam):
Konservierung ohne Restaurierung? Zum geisteswissenschaftlichen Diskurs von Denkmalen mit Quellencharakter am Beispiel des Gefängnisses der sowjetischen Spionageabwehr in Potsdam

Leo Schmidt (Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg): Panzerdenkmale: Narrative und Motivationen

Peter Leonhardt (Amt für Bauordnung und Denkmalpflege Leipzig): Der sowjetische Pavillon auf der Technischen Messe in Leipzig. Geschichte – Denkmalwert – Perspektive

Kaffeepause: 10.45-11.15 Uhr

11.15-12.45 Uhr
Neue Denkmalsetzung als kritische Aufarbeitung
Moderation: Irmgard Zündorf

Elke Kimmel (Berlin): Denkmalschutz für „Volvograd“?: Der künftige Umgang mit der Waldsiedlung Wandlitz

Ilona Rohowski (BLDAM, Zossen): Die FDJ-Hochschule am Bogensee und die Pionierrepublik am Werbellinsee: Ehemals zwei Kaderschmieden der SED – heute zwei sinnfällige Lernorte für junge Menschen

Ruth Klawun (BLDAM, Zossen): Eisenhüttenstadt, eine Planstadt nach den „16 Grundsätzen des Städtebaus“ – Erhaltung und Perspektiven

Mittagspause: 12.45-14.00 Uhr

14.00-15.30 Uhr
Schützen, Umsetzen oder Einlagern – Denkmäler als Kunstobjekte
Moderation: Jürgen Danyel (ZZF Potsdam)

Katja Protte (Militärhistorisches Museum, Dresden): Mauerspringer. Großplastik der DDR im Militärhistorischen Museum der Bundeswehr

Bettina Gnekow (Landesamt für Kultur und Denkmalpflege Mecklenburg-Vorpommern, Landesdenkmalpflege, Schwerin):
Provokation – Akzeptanz – Neuinterpretation. Vom schwierigen Umgang mit dem Sowjetischen Ehrenmal vor der Marienkirche Stralsund.

Jörg Kirchner (Landesamt für Kultur und Denkmalpflege Mecklenburg-Vorpommern, Landesdenkmalpflege, Schwerin): Einer steht noch! Der deutsch-estnische Lenin in Schwerin von 1985 als Kunstwerk und Denkmal.

Hinweise zur Teilnahme:
Um Anmeldung wird gebeten bis zum 16.10.2017 per E-Mail bei Dr. Irmgard Zündorf unter:
zuendorf@zzf-potsdam.de

Termin:

26.10.2017 ab 13:00 - 27.10.2017 15:30

Anmeldeschluss:

16.10.2017

Veranstaltungsort:

Stadtgeschichtliches Museum Berlin-Spandau
Spandauer Zitadelle
Am Juliusturm 64
13599 Berlin
Berlin
Deutschland

Zielgruppe:

Wissenschaftler, jedermann

Relevanz:

überregional

Sachgebiete:

Geschichte / Archäologie, Politik

Arten:

Konferenz / Symposion / (Jahres-)Tagung

Eintrag:

28.09.2017

Absender:

Marion Schlöttke

Abteilung:

Öffentlichkeitsarbeit

Veranstaltung ist kostenlos:

ja

Textsprache:

Deutsch

URL dieser Veranstaltung: http://idw-online.de/de/event58536

Anhang
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