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15.05.2018 - 15.05.2018 | Vechta

Vortrag „Den Kaiser Valerian nahmen Wir mit Unseren eigenen Händen gefangen“

Georg Müller (Universität Vechta) referiert über "„Den Kaiser Valerian nahmen Wir mit Unseren eigenen Händen gefangen“ - Die Katastrophe von Edessa und die Illusion der Weltherrschaft." Er ist erster Referent der Vortragsreihe "Krisen und Katastrophen aus kulturhistorischer Perspektive" der Vechtaer Geschichtsprofessorinnen Dr. Claudia Garnier und Dr. Christine Vogel in Kooperation mit dem Museum im Zeughaus.

Zum Vortrag:

Als sich 260 n. Chr. bei Edessa in Mesopotamien römische Legionen unter dem Kommando Kaiser Valerians und das persische Heer gegenüberstanden, sollte dies mehr als nur eine der vielen Schlachten werden, die das Imperium in immer dichterer Folge gegen immer aggressivere Eindringlinge zu schlagen hatte. Die sogenannten Soldatenkaiser mussten ihre schwindenden militärischen Ressourcen allerdings nicht nur gegen die äußeren Feinde an Rhein, Donau und Euphrat, sondern oft genug auch gegen meuternde Legionen und Usurpationen konkurrierender Generäle einsetzen. Umso wichtiger war es, die kaiserliche Macht durch Siege zu legitimieren, denn schließlich stützten sich die Purpurträger auf die vielzitierte Verheißung eines imperium sine fine (Reich ohne Grenze), das Jupiter selbst den Römern zugedacht habe. Auf der anderen Seite herrschte allerdings kein geringerer, sondern ein ebenfalls universeller Anspruch: Der Perser Schapur reklamierte für sich den Titel ‚Könige der Könige von Iran und Nicht-Iran‘. Am Ende des Show-Downs durften die Propagandisten der Perser jubeln und römische Quellen verzeichneten eine bis dahin undenkbare Katastrophe: Valerian ging in Gefangenschaft. Die Wahrnehmung des Ereignisses korrespondiert allerdings nicht mit seiner faktischen Bedeutung: Trotz vielfältiger Krisensymptome, die sich schon seit den zwanziger Jahren des 3. Jahrhunderts häuften, brach die römische Zentralgewalt keineswegs zusammen, und konnten die Perser ihren Erfolg nicht ausnutzen, sondern mussten sich unter Zurücklassung großer Teile ihrer Beute eilends hinter den Euphrat zurückziehen. Seinen Grund hatte dies vor allem in bedeutenden organisatorischen Fortschritten und sicher auch in der Tatkraft ein ‚Deus ex machina‘: Septimius Odaenathus aus Palmyra.

Weitere Termine:

29.5.2018: Herbert Bock (Universität Vechta): Der Dreißigjährige Krieg im mittleren Hunteraum

05.06.2018: Riccardo Terrasi (Universität Vechta): Zwangsmigration im Reich der Staufer. Kriegs- und Wirtschaftsflüchtlinge in historischer Perspektive

12.06.2018. Dániel Bagi (Universität Pécs, Ungarn): Gewalt und Krisenerfahrung in der Fehdeführung des 13. Jahrhunderts

Hinweise zur Teilnahme:

Termin:

15.05.2018 19:00 - 21:00

Veranstaltungsort:

Museum im Zeughaus
Zitadelle 15
49377 Vechta
Niedersachsen
Deutschland

Zielgruppe:

Studierende, jedermann

Relevanz:

regional

Sachgebiete:

Geschichte / Archäologie, Gesellschaft

Arten:

Vortrag / Kolloquium / Vorlesung

Eintrag:

03.05.2018

Absender:

Sabrina Daubenspeck

Abteilung:

Pressestelle

Veranstaltung ist kostenlos:

ja

Textsprache:

Deutsch

URL dieser Veranstaltung: http://idw-online.de/de/event60428


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