Die 1968er Jahre komparatistisch: Rebellion – Provokation – Pop

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29.11.2018 - 30.11.2018 | Mainz

Die 1968er Jahre komparatistisch: Rebellion – Provokation – Pop

Zweitägige interdisziplinäre Tagung mit Lesung des Autors und Journalisten Ernst Hofacker und einer Podiumsdiskussion

Wann: 29. und 30. November 2018
Wo: Alte Mensa, Atrium Maximum, Johann-Joachim-Becher-Weg 3-9, Campus der Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Veranstalter: Gutenberg Institut für Weltliteratur und schriftorientierte Medien, Abteilung Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft
Programm: https://www.avl.uni-mainz.de/2018/10/25/tagung-die-1968er-jahre-komparatistisch/

Kosten: frei
Anmeldung: nicht erforderlich

Am 29. und 30. November veranstalten Martina Kopf und Sascha Seiler vom Gutenberg Institut für Weltliteratur und schriftorientierte Medien, Abteilung Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft eine interdisziplinäre Tagung unter dem Titel „Die 1968er Jahre komparatistisch: Rebellion – Provokation – Pop“. Die Tagung findet ab 9:45 Uhr in der Alten Mensa, Atrium Maximum der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) statt. Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos.

Im Mittelpunkt steht das Jahr 1968 als globales Ereignis, das sich durch internationale Interdependenzen und wechselseitige Einflüsse von Politik, Literatur, Film, Musik, bildender Kunst und Medien auszeichnet. „1968“ soll dabei in erster Linie als Symbol und somit als mehrjähriges Ereignis verstanden werden, das die späten 60er Jahre als historische und kulturelle Zäsur versteht. Diese erstrecken sich von den ersten, noch zaghaften Momenten des Aufbegehrens in den 60er Jahren bis zu dem durch die Morde der Manson-Family und den Ereignissen rund um das Altamont-Festival symbolisch behafteten dunklen Ende einer Ära des Umbruchs.

Heute ist „1968“ längst zur Chiffre für weltweite Rebellion geworden. Ob in Deutschland, Frankreich, der Tschechoslowakei, den USA, aber auch in Japan und Mexiko rebellierte man gegen autoritäre Systeme und verkrustete Strukturen, gegen die Elterngeneration, den Vietnamkrieg oder die Benachteiligung sozialer Randgruppen. Der Transfer der Proteste von den USA nach Europa und das Aufkommen neuer linker Gruppierungen sorgten für eine nationenübergreifende Solidarität. Herbert Marcuse rief das „Ende der Utopie“ aus und verwies damit auf die neuen Möglichkeiten in einer Gesellschaft, in der alle materiellen und intellektuellen Kräfte zur Realisierung einer freien Gesellschaft gegeben seien.

Mit transnationaler Rebellion und Protest kam auch die soziale, politische und nicht zuletzt künstlerische Provokation, die neue Formen hervorbrachte. 1968 plädierte Leslie Fiedler für eine neue Literatur, wobei das Publikum den Künstler als „Double Agent“ verstehen solle. Dieser sollte nicht nur Literat sein, sondern gleichzeitig Popmusiker oder Filmemacher. Diesem transmedialen Kunstverständnis zufolge sollte populäre Kultur zum integralen Bestandteil von Kunst werden.

Auch 50 Jahre danach stellt sich die Frage, wie Rebellion, Protest und Pop zusammenhängen: Ist die mit 1968 verbundene vermeintliche gesellschaftliche Zäsur auch eine künstlerische? Welche transnationalen Gemeinsamkeiten zeigen sich in Kultur, Literatur, Film und Musik jener Ära und wo lassen sich transnationale Einflüsse, Rezeptionsprozesse oder Kooperationen erkennen? Auf welche Weise lebt „1968“ als Chiffre in Kultur, Literatur, Film und Musik auch nach 1968 fort? Welchen Einfluss hat sie auch auf das kulturelle Denken der Gegenwart, gerade im Kontext eines neu aufkommenden internationalen Autoritarismus? Komparatisten, Romanisten, Germanisten, Kultur- und Filmwissenschaftler sowie Kulturjournalisten gehen diesen Fragen bei der zweitägigen internationalen Tagung in ihren Vorträgen nach.

Am Donnerstag, 29. November, findet ab 17:30 Uhr eine Lesung mit dem Musikjournalisten Ernst Hofacker aus seinem Buch „1967 – Wie ein Jahr die Welt veränderte“ statt. Anschließend beginnt um 18:30 Uhr die Podiumsdiskussion mit Ernst Hofacker, dem Literaturwissenschaftler und Gründer/Herausgeber der Literaturzeitschrift Literaturkritik.de Thomas Anz, dem Schriftsteller und Journalisten Arno Frank (Spiegel, taz) sowie dem Literaturwissenschaftler und Verleger Johannes Ullmaier. Das detaillierte Programm der Tagung ist unter https://www.avl.uni-mainz.de/files/2018/10/Programm_1968_Rebellion-Provokation-P... zu finden.

Kontakt:
Dr. Sascha Seiler
Arbeitsbereich Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft
Gutenberg-Institut für Weltliteratur und schriftorientierte Medien
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
55099 Mainz
Tel. +49 6131 39-38381
E-Mail: seilersa@uni-mainz.de
https://www.avl.uni-mainz.de/lehrende/pd-dr-sascha-seiler/

Weiterführende Links:
https://www.avl.uni-mainz.de/

Hinweise zur Teilnahme:

Termin:

29.11.2018 ab 09:30 - 30.11.2018 12:45

Veranstaltungsort:

Alte Mensa, Atrium Maximum, Johann-Joachim-Becher-Weg 3-9, Campus der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
55128 Mainz
Rheinland-Pfalz
Deutschland

Zielgruppe:

Journalisten, jedermann

E-Mail-Adresse:

Relevanz:

überregional

Sachgebiete:

Gesellschaft, Kulturwissenschaften, Medien- und Kommunikationswissenschaften, Sprache / Literatur

Arten:

Konferenz / Symposion / (Jahres-)Tagung

Eintrag:

22.11.2018

Absender:

Petra Giegerich

Abteilung:

Kommunikation und Presse

Veranstaltung ist kostenlos:

ja

Textsprache:

Deutsch

URL dieser Veranstaltung: http://idw-online.de/de/event62229


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