Bewahren oder Tilgen? Erinnerungskultur zwischen Gedächtnis und Ikonoklasmus

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20.08.2020 - 20.08.2020 | Berlin

Bewahren oder Tilgen? Erinnerungskultur zwischen Gedächtnis und Ikonoklasmus

Online-Diskussionsrunde zur Erinnerungskultur und dem Umgang mit Denkmälern mit der Präsidentin des Deutschen Archäologischen Institut, Prof. Friederike Fless, der Leiterin des Museums in der Zitadelle Spandau, Dr. Urte Evert und dem Spätantike-Experten und wissenschaftlichen Direktor des Deutschen Archäologischen Instituts Rom, Dr. Norbert Zimmermann.

Denkmäler sind als visualisierte Erinnerung subjektive, vor allem zum Zeitpunkt ihrer Errichtung geltende Lesarten erinnerter Geschichte. Gedenkkultur allerdings ist flexibel, insbesondere in der Bewertung historischer Narrative, die einem gesellschaftlichen Wandel unterworfen sind und im öffentlichen Diskurs immer wieder neu ausgehandelt werden können. Das illustriert u.a. die aktuelle verstärkt ins öffentliche Bewusstsein gerückte Debatte zu Rassismus und Kolonialismus, die eng an Sichtbarkeit und Gedenken mit diesen Themen verbundener historischer Persönlichkeiten im urbanen Raum geknüpft ist.
Insbesondere Zeiten politischen und gesellschaftlichen Wandels sind häufig Anlass für eine Neuaushandlung erinnerungswürdiger Personen und Ereignisse. Und der Art und Form, die diese Erinnerung einnehmen soll. Das Errichten ebenso wie das Entfernen von Denkmälern, die Benennung und Umbenennung von Straßen und Plätzen folgen einer gesellschaftlichen Dynamik, die sich von den ursprünglich erinnerten Ereignissen selbst löst und einen neuen, aktualisierten Bezug herstellt.
Episoden gestürzter und geraubter Denkmäler oder getilgter Herrscherportraits und Namensinschriften lassen sich weit in die Antike zurückverfolgen. Ikonoklasmus und damnatio memoriae sind Phänomene, die uns in vielerlei Gestalt begegnen – das Vergessen-machen-wollen ist dabei ebenso alt wie das Gedenken.

In der Diskussionsrunde mit DAI-Präsidentin Prof. Friedrike Fless, Dr. Urte Evert, Leiterin des Museums in der Zitadelle Spandau und Dr. Norbert Zimmermann, Zweiter Direktor des DAI in Rom sollen die unterschiedlichen Motive in der Errichtung, Umwidmung und Demontage von Gedenkorten besprochen und die Frage nach der Legitimation im Umgang mit Denkmälern gestellt werden. Die langfristige historische und archäologische Perspektive auf die Auseinandersetzung mit Bildwerken als Inszenierung eigener Geschichte und deren sich wandelnder Wahrnehmung ist damit durchaus als Beitrag zur gegenwärtigen Debatte zu verstehen.

Anmeldelink: https://zoom.us/webinar/register/WN_BEYN1ju6TmOwXNRAc68EKQ
(Die Veranstaltung wird via Zoom durchgeführt.)

Hinweise zur Teilnahme:
Anmeldelink: https://zoom.us/webinar/register/WN_BEYN1ju6TmOwXNRAc68EKQ
(Die Veranstaltung wird via Zoom durchgeführt.)

Termin:

20.08.2020 18:00 - 19:30

Anmeldeschluss:

20.08.2020

Veranstaltungsort:

Podbielskiallee
69-71
14195 Berlin
Berlin
Deutschland

Zielgruppe:

jedermann

E-Mail-Adresse:

Relevanz:

überregional

Sachgebiete:

Geschichte / Archäologie, Gesellschaft, Kulturwissenschaften, Philosophie / Ethik

Arten:

Seminar / Workshop / Diskussion

Eintrag:

27.07.2020

Absender:

Deutsches Archäologisches Institut

Abteilung:

Pressestelle

Veranstaltung ist kostenlos:

ja

Textsprache:

Deutsch

URL dieser Veranstaltung: http://idw-online.de/de/event66619

Anhang
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