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30.06.2022 - 01.07.2022 | Bielefeld

Künftig alles SMART? Herausforderungen der Digitalisierung für die Raumentwicklung

Die Diskussion über die Digitalisierung und ihre Auswirkungen war und ist von hoher gesellschaftlicher und politischer Bedeutung. Von einigen als unumkehrbarer Megatrend auch durchaus kritisch betrachtet, wird sie von anderen als Grundlage zukünftiger Wertschöpfung und eines entsprechenden Strukturwandels sowie als Lösung vielfältiger Probleme gesehen.

Neue Mobilitätsformen und die Verkehrswende, neuartige Arbeits- und Kommunikationsweisen, der Wandel in der Güterproduktion und Logistik sowie aktuelle Vermarktungsstrategien, aber auch die Energiewende basieren auf digitalen Produkten und Informationstechnologien.

Digitale Transformation verändert Räume, und auch im Planungs- und Verwaltungshandeln wird die Digitalisierung wirksam. Im Zuge dieser weitreichenden sozio-technischen Umgestaltung hin zu einer (digitalen) Dienstleistungs- und Wissensgesellschaft eröffnen sich zahlreiche Chancen, doch es ergeben sich auch Herausforderungen und Risiken. Homeschooling, Arbeit im Homeoffice oder Onlinehandel zeigen exemplarisch, dass die Digitalisierung grundlegende Kategorien wie Raum und Zeit betrifft. Raum-zeitliche Strukturen werden flexibilisiert und teilweise sogar aufgehoben. Zudem gibt es aber auch soziale Auswirkungen auf Arbeitsteilung und Geschlechterverhältnisse oder das („gefühlte“) Abgehängtsein von Regionen und unterschiedliche gesellschaftliche Schichten oder Gruppen. Auch ökologisch sind sowohl Effizienzsteigerungen als auch Rebound-Effekte denk- und erwartbar. Die konkreten räumlichen Veränderungen und Dynamiken werden sehr unterschiedlich ausfallen und immer auch durch variierende digitale Kompetenzen sowie Zugangs- und Teilhabechancen im Privaten und Beruflichen geprägt sein. Die Auswirkungen auf Infrastrukturen, Netzwerke und konkrete Orte, deren planerische Gestaltung, aber auch die gesellschaftspolitischen und ökologischen Entwicklungen sind bislang noch nicht klar abzuschätzen.

Der Netz- und Breitbandausbau stellt die Grundlage des künftigen Zugangs zu Bildung, Arbeit, Dienstleistungen und Gütern dar. Aktuell verläuft der Ausbau der Infrastruktur in zeitlichen Schüben und räumlich sehr unterschiedlich (national wie international), meist auf der Grundlage ökonomischer Kalkulationen. Dies bringt die Verschärfung ohnehin bestehender räumlicher Ungleichheiten mit sich. Die Unterschiedlichkeit der Ausgangslagen kann auch an den verschiedenen Überschriften, unter denen Digitalisierung derzeit diskutiert wird, verdeutlicht werden: Während die Debatte um Digitalisierung im urbanen Kontext meist unter dem Label Smart City geführt wird, stehen im Kontext der ländlichen Räume die Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse, Digital Divide und die räumliche Benachteiligung im Mittelpunkt. Ländliche und verdichtete Räume sind von den Digitalisierungsprozessen in unterschiedlicher Form betroffen und unterliegen spezifischen Pfadabhängigkeiten.

Durch die Corona-Pandemie hat die Dynamik der Digitalisierung ungeahnt schnell Fahrt aufgenommen, sodass sich vorpandemische Zeithorizonte rasant verändert haben und gleichzeitig Umsetzungsdefizite erkennbar wurden und werden.

LEITFFRAGEN

Die Digitalisierung hat weitreichende, jedoch noch nicht gänzlich abzusehende Auswirkungen auf Räume und deren gesellschaftliche und wirtschaftliche Funktionen und Nutzungen. Für die Sessions des ARL-Kongresses 2022 ist der Referenzrahmen eine nachhaltige, sozial inklusive und räumlich nachhaltige Entwicklung, auch beim (inter)nationalen Vergleich. Es werden dafür notwendige Rahmenbedingungen unter folgenden Fragen vertiefend diskutiert:

Welche raumwirksamen Effekte lassen sich beobachten und welche lassen sich steuernd beeinflussen?
Welche sozialen und ökologischen Effekte und Potenziale zeichnen sich im Zusammenhang mit der Digitalisierung ab?
Welche Herausforderungen ergeben sich aus der Digitalisierung im Hinblick auf soziale und räumliche Gerechtigkeit?
Wie können Raumplanung und Raumentwicklung Strategien und Ziele der Digitalisierung berücksichtigen? Sind deren Potenziale, Herausforderungen und Risiken vorausschauend erkennbar und welche Handlungsfelder ergeben sich daraus für die Raumplanung und Raumentwicklung?
Was ist die Rolle planerischer Institutionen (Stadt-, Regional- und Landesplanung sowie Fachplanungen) und „neuer“ Akteursgruppen hinsichtlich der Gestaltung räumlicher Entwicklungsprozesse im digitalen Zeitalter?
Wie verändern neue Anforderungen an Daten, Georeferenzierung, Big Data, Citizen Sciences und Künstliche Intelligenz den Beruf der Raumplanung?
Inwieweit eignen sich raum- und planungswissenschaftliche Theorien, Ansätze und Instrumente zum Verstehen und Steuern dieser Phänomene bzw. bedürfen sie einer Weiterentwicklung?

KONGRESSPROGRAMM

Das Programm des ARL-Kongresses umfasst drei Keynote-Vorträge aus Wissenschaft und Praxis, Poster- und/oder Video-Präsentationen mit spezifischen Themenstellungen sowie die nachfolgenden sechs Themenworkshops:

Daseinsvorsorge (insbesondere in den Bereichen Bildung, Gesundheit und Nahversorgung)
Mobilität
Digitale Verwaltung, E-Governance
Digitale Planung und Partizipation
Kommunale Finanzen – strategische Investitionen in Digitalisierung
Internationale Beispiele (englischsprachiger, hydrider Themenworkshop)

CALL FOR PAPERS

Der Mehrwert des ARL-Kongresses besteht in einem disziplinübergreifenden Diskurs verschiedener wissenschaftlicher Fachrichtungen im direkten und fachkundigen Austausch mit Vertreterinnen und Vertretern aus der Praxis von Planung, Wirtschaft, Politik und Verwaltung. Wenn Sie sich – auch als wissenschaftlicher Nachwuchs oder Praktiker/in – thematisch angesprochen fühlen, freuen wir uns über die Zusendung Ihres Abstracts

bis zum 31.01.2022 an kongress@arl-net.de.

Senden Sie uns bitte eine Kurzfassung des geplanten Beitrags (max. 15 min) in deutscher oder englischer Sprache (max. 2.500 Zeichen ohne Leerzeichen), die eindeutigen Bezug zu mindestens einem der dargestellten sechs Themen oder einer der o.g. Leitfragen hat. Bitte geben Sie auch an, ob Sie Ihren Beitrag in Form eines Vortrags oder eines Posters bzw. einer digitalen Installation präsentieren möchten. Das Abstract sollte Ihre zentrale Fragestellung, Thesen und Schlussfolgerungen beinhalten sowie einen aussagekräftigen Titel haben.

Die eingegangenen Beiträge werden begutachtet und ausgewählt. Die Referentinnen und Referenten werden bis zum 1. März 2022 über das Ergebnis des Auswahlprozesses informiert. Je Beitrag wird jeweils für eine Referentin / einen Referenten die Teilnahmegebühr des Kongresses erlassen, zudem erstattet die ARL die Reise- und Übernachtungskosten gemäß Bundesreisekostengesetz.

Inhaltliche Fragen zum Call for Papers richten Sie bitte an Dr. Martina Hülz, Geschäftsstelle der ARL, huelz@arl-net.de, Tel. 0511 34842-28.

Hinweise zur Teilnahme:

Termin:

30.06.2022 ab 12:45 - 01.07.2022 16:45

Veranstaltungsort:

Ravensberger Park Veranstaltungs GmbH
Ravensberger Park 6
33607 Bielefeld
Niedersachsen
Deutschland

Zielgruppe:

Wirtschaftsvertreter, Wissenschaftler

E-Mail-Adresse:

Relevanz:

international

Sachgebiete:

Bauwesen / Architektur, Gesellschaft, Informationstechnik, Verkehr / Transport, Wirtschaft

Arten:

Konferenz / Symposion / (Jahres-)Tagung

Eintrag:

03.12.2021

Absender:

Dr. Tanja Ernst

Abteilung:

Stabsstelle Wissenschaftskommunikation

Veranstaltung ist kostenlos:

nein

Textsprache:

Deutsch

URL dieser Veranstaltung: http://idw-online.de/de/event70349


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