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22.09.2022 - 23.09.2022 | Frankfurt

Beyond – Towards a future Practice of Remembrance

Historikerstreit 2.0 zu Holocaust und Kolonialismus: Frankfurt UAS und Bildungsstätte Anne Frank veranstalten internationale Konferenz zu inklusiver Erinnerungskultur - Der Rahmen der Konferenz findet in deutscher Sprache statt, nur einzelne Vorträge werden auf Englisch gehalten

Der sogenannte Historikerstreit 2.0 ist Thema bei einer internationalen Konferenz im Audimax der Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS) am 22. und 23. September 2022.
Unter dem Motto „Beyond – Towards a Future Practice of Remembrance“ diskutieren renommierte Referentinnen und Referenten aus Deutschland, Israel, USA, Polen, Namibia und England, wie sich vor dem Hintergrund der deutschen Geschichte und postmigrantischer Gegenwartsrealitäten eine inklusive Erinnerungskultur zu Holocaust und Kolonialismus gestalten lässt.
Die Bildungsstätte Anne Frank hat die hochkarätig besetzte Konferenz gemeinsam mit der Frankfurt UAS und mit Unterstützung des Goethe-Instituts organisiert, die Deutsche Welle ist Medienpartner.
Der Rahmen der Konferenz findet in deutscher Sprache statt, nur einzelne Vorträge werden auf Englisch gehalten (siehe Programmflyer). Alternativ kann man die Tagung als Livestream auf dem YouTube-Kanal der Bildungsstätte Anne Frank verfolgen.

„Es ist verheerend, wenn die Erinnerung an den Holocaust als Konkurrenz für die Auseinandersetzung mit der Kolonialzeit in Stellung gebracht wird. In der Konferenz geht es darum zu diskutieren, wie Erinnerung multidirektional funktionieren kann“, erläutert Prof. Dr. Meron Mendel, Direktor der Bildungsstätte Anne Frank.
Der Historiker lehrt auch als Professor für transnationale soziale Arbeit an der Frankfurt UAS und hat das Programm der internationalen Konferenz maßgeblich konzipiert.
Mit Blick auf die verfestigten Fronten, die sich insbesondere zwischen antisemitismuskritischen und postkolonialen Positionen bilden, betont er: „Wir müssen wegkommen von gegenseitigen Anschuldigungen und einen konstruktiven Dialog beginnen. Bei der Konferenz möchten wir deshalb jenseits von Opferkonkurrenzen die Frage erörtern, wie es angesichts der deutschen Geschichte und postmigrantischer Realitäten möglich ist, eine inklusive Erinnerungskultur zu gestalten.“

In Rückbezug auf den Historikerstreit der 1980er Jahre wird die wissenschaftliche Auseinandersetzung derzeit oft unter dem Schlagwort Historiker/-innenstreit 2.0 geführt. Denn erneut steht die Frage nach der Singularität des Holocaust im Fokus der transnationalen Diskussionen um die historische Verantwortung Deutschlands. Die Kritik fehlender oder unvollständiger Aufarbeitung der Kolonialvergangenheit und ihr Nachwirken in der Gegenwart wird dabei zum Ausgangspunkt dafür, eine Neujustierung deutscher Erinnerungskultur anzustoßen.
Gleichzeitig steht zur Debatte, welche gesellschaftlichen Bedingungen die gegenwärtige Erinnerung an den Holocaust prägen. Welche Perspektiven und Erfahrungen gehen in den Kanon des Gedenkens ein? Wer hat überhaupt die Möglichkeit, sich an der Gestaltung einer vielfältigen Erinnerungskultur zu beteiligen und wessen Geschichten werden auf welche Weise erzählt und erinnert? „Es ist unabdingbar, diese komplexen Fragen interdisziplinär und multiperspektivisch zu diskutieren“, betont Meron Mendel.

Abendveranstaltung „Kunst & Kontext“ am 22. September
Anknüpfend an die laufende Debatte um Antisemitismus auf der Documenta 15 in Kassel lädt die Bildungsstätte Anne Frank am Abend des ersten Konferenztages, 22. September, zu einer zusätzlichen Abendveranstaltung ein.
Unter dem Titel „Kunst & Kontext. Von der Mbembe-Debatte bis zur Documenta 15: Der Kunst- und Kulturbetrieb zwischen Antisemitismuskritik und Postkolonialismus“ diskutieren u.a. die Künstlerin Hito Steyerl und die Autorin Nele Pollatschek über das Spannungsfeld von Antisemitismus- und Rassismuskritik und die Möglichkeiten, den verhärteten Fronten in dieser Debatte möglichst konstruktiv entgegenzuarbeiten. Es moderiert der Journalist René Aguigah.
Der Eintritt ist frei. Wegen der großen Nachfage wurde die Veranstaltung ins Audimax der Frankfurt UAS verlegt und findet nicht, wie ursprünglich angekündigt, in der Bildungsstätte Anne Frank statt.
Die Abendveranstaltung wird ebenfalls gestreamt auf dem YouTube-Kanal der Bildungsstätte:https://www.youtube.com/channel/UCErqWWMnmgbXGeHufJgpw1A

Termin: 22. September, 20:00 Uhr
Ort: Frankfurt University of Applied Sciences, Nibelungenplatz 1, Gebäude 4, Audimax
Livestream via YouTube: https://www.youtube.com/channel/UCErqWWMnmgbXGeHufJgpw1A

Kontakt: Frankfurt University of Applied Sciences, Fachbereich 4: Soziale Arbeit und Gesundheit, Prof. Dr. Meron Mendel, E-Mail: meron.mendel@fb4.fra-uas.de; Veranstaltungsorganisation: Davide Torrente, E-Mail: davide.torrente@fb4.fra-uas.de

Details zur Abendveranstaltung „Kunst & Kontext“ unter: https://www.bs-anne-frank.de/events/kalender/termindetail?tx_news_pi1%5Baction%5...

Hinweise zur Teilnahme:
Die Teilnahme ist kostenfrei.
Die Tagung lässt sich als Livestream auf dem YouTube-Kanal der Bildungsstätte Anne Frank verfolgen:
Livestream Tag 1 (22. September):
https://www.youtube.com/watch?v=tCg7yZUCYxQ

Livestream Tag 2 (23. September):
https://www.youtube.com/watch?v=xIPsRR_MnaY

Livestream der Abendveranstaltung „Kunst & Kontext“:
https://www.youtube.com/watch?v=JLlYF6WYuQU

Termin:

22.09.2022 ab 11:00 - 23.09.2022 16:00

Veranstaltungsort:

Raumänderung: Nibelungenplatz 1, Gebäude 4, Audimax
60318 Frankfurt
Hessen
Deutschland

Zielgruppe:

jedermann

Relevanz:

international

Sachgebiete:

Geschichte / Archäologie, Kunst / Design, Politik, Religion

Arten:

Konferenz / Symposion / (Jahres-)Tagung

Eintrag:

14.07.2022

Absender:

Claudia Staat

Abteilung:

Kommunikation und Veranstaltungsmanagement

Veranstaltung ist kostenlos:

ja

Textsprache:

Deutsch

URL dieser Veranstaltung: http://idw-online.de/de/event72074

Anhang
attachment icon Flyer Konferenz Beyond – Towards a future Practice of Remembrance

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