In diesem Jahr jährt sich zum 60. Mal der öffentliche Auftritt von ELIZA, einem der ersten Chatbots der Geschichte und dem Programm, das Joseph Weizenbaum berühmt machte. In ihrem Buch „Inventing ELIZA: How the First Chatbot Shaped the Future of AI“ liefert eine internationale Gruppe von acht Forschern die erste umfassende kritische Analyse dieses bahnbrechenden Chatbot-Systems aus der Perspektive der Critical Code Studies. Auf der Grundlage umfangreicher Archivrecherchen zeichnen Sarah Ciston, David M. Berry, Anthony Hay, Mark Marino, Peter Millican, Arthur Schwarz, Jeff Shrager und Peggy Weil die Entwicklung von ELIZA (1965–1968) nach und zeigen dabei, dass Weizenbaum einen Chatbot in einer dialogorientierten Programmierumgebung mit Innovationen schuf, die seiner Zeit weit vorausgingen. Durch eine genaue Lektüre sowohl des Codes als auch der Paratexte rekonstruiert das Buch die konzeptionelle Entwicklung von ELIZA und verortet sie im historischen Kontext der frühen KI-Entwicklung.
Zwei Mitglieder des Teams – die Medienkünstlerin Sarah Ciston und der Medientheoretiker David M. Berry – besuchen das Weizenbaum-Institut, um ihr Buch und ihre Arbeit daran vorzustellen und mit dem Publikum über damit zusammenhängende Fragen diskutieren. Weitere Mitglieder des Teams werden virtuell an der Veranstaltung teilnehmen. Das vollständige Abendprogramm und die Zusammensetzung der Podiumsdiskussion werden rechtzeitig vor der Veranstaltung bekannt gegeben.
Die Veranstaltung findet in englischer Sprache statt. Sie wird organisiert von Christian Strippel, Forschungsgruppenleiter des Weizenbaum Panels und des Methodenlabs.
Sarah Ciston ist Professor:in für Computational Thinking und Aesthetic Doing an der Kunsthochschule für Medien Köln. Als Künstler:in und Forscher:in arbeitet Ciston an der Entwicklung von Werkzeugen, um intersektionale, kritisch-kreative Ansätze in das maschinelle Lernen einzubringen. Ciston gewann 2025 den Ars Electronica STARTS Grand Prize, wurde von der Deutschen Informatikgesellschaft als „AI Newcomer“ ausgezeichnet und war AI Anarchies Fellow an der Akademie der Künste. Ciston ist Autorin von „A Critical Field Guide for Working with Machine Learning Datasets“.
David M. Berry ist Professor für Digital Humanities an der University of Sussex sowie Otto-Mønsted-Gastprofessor an der CBS in Dänemark. Er ist Autor von „Critical Theory and the Digital“ (2014) und „The Philosophy of Software“ (2011) sowie Mitautor von „Digital Humanities: Knowledge and Critique in a Digital Age“ (2017). Seine jüngste Arbeit fokussiert sich auf die Vektortheorie, sein neuestes Buch erscheint 2026 unter dem Titel „Artificial Intelligence and Critical Theory“.
Hinweise zur Teilnahme:
Termin:
03.09.2026 18:00 - 20:00
Veranstaltungsort:
Weizenbaum-Institut
Hardenbergstraße 32
10623 Berlin
Berlin
Deutschland
Zielgruppe:
Wissenschaftler, jedermann
E-Mail-Adresse:
Relevanz:
überregional
Sachgebiete:
Gesellschaft, Informationstechnik
Arten:
Seminar / Workshop / Diskussion
Eintrag:
14.08.2026
Absender:
Katharina Stefes
Abteilung:
Kommunikation
Veranstaltung ist kostenlos:
ja
Textsprache:
Deutsch
URL dieser Veranstaltung: http://idw-online.de/de/event81995
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