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28.05.2003 - 28.05.2003 | Hannover

Vortrag des Tschernobyl-Fotografen Igor Kostin an der FHH

Nach dem Reaktorunfall 1986 wurde Igor Kostin von einem Piloten gefragt, ob er mit ihm über den brennenden Reaktor fliegen wolle. Fünf Mal überflog Kostin das Kernkraftwerk. Später fotografierte er hundertfach in der Todeszone. Der Fotojournalist wurde mit dem World Press Photo Award ausgezeichnet.

Der ukrainische Fotograf Igor Kostin - weltbekannt geworden als der Fotograf von Tschernobyl - hält im Rahmen der Internationalen Woche der Fachhochschule Hannover (FHH) vom 26. bis 28. Mai 2003 einen Vortrag im Design Center der Hochschule. Kostin lebt in Kiev, 100 Kilometer von Tschernobyl entfernt. Unmittelbar nach dem Reaktorunfall im Jahre 1986 fragte ihn ein befreundeter Helikopter-Pilot, ob er mit ihm zu dem Kernkraftwerk fliegen wolle: "In Tschernobyl ist was schlimmes geschehen." Dass er sofort zustimmte, wertet er heute einfach als professionelle Reaktion. Als Kostin den Flugplatz erreicht, steht dort ein bleigepanzerter Hubschrauber. Er ahnt, dass etwas wirklich furchtbares passiert sein muss. "Das erste Bild von der Katastrophe wird ein Farbbild ohne Farbigkeit", schreibt das Greenpeace-Magazin, "gelb-rötlich liegt der Reaktor am Boden, wie ein verendetes Tier, das seine Eingeweide im Todeskampf herausgeschleudert hat." Insgesamt fünf Mal steigt Kostin in den Hubschrauber und überfliegt das kollabierende Kernkraftwerk. Später fotografiert er noch hunderte Male in der Todeszone - der "verbotenen Zone", einen Sperrgürtel von 30 Kilometer Radius rund um den Reaktor. Kostins Bilder erscheinen anfangs nur im Ausland, im "Time Magazine", in "Paris Match" und im "Stern". Sie dokumentieren den Lesern die Begrenztheit menschlichen Fortschrittsglaubens. Für seinen Mut und seine Leistung wurde Kostin der World Press Photo Award verliehen. Sein Mut blieb allerdings nicht ohne Folgen: Die radioaktive Verstrahlung seines Körpers liegt heute um das fünffache über der körperlichen Belastungsgrenze. Mittlerweile erschien in der Ukraine sein Buch "Tschernobyl - Bekenntnis eines Reporters". Es ist das fotografische Lebenswerk eines Mannes über die bislang wohl schlimmste Umweltkatastrophe der Menschheitsgeschichte. Bisher waren der Kanadier Larry Towell, der Däne Claus Björn Larsen, die Schweizer René Burri und Christian Frei sowie der Pole Tomasz Tomaszewski zu Gast.

Hinweise zur Teilnahme:
Alle Interessierten sind herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei.
Anmeldung und Kontakt: rolf.nobel@dm.fh-hannover

Termin:

28.05.2003 ab 18:00

Veranstaltungsort:

Fachhochschule Hannover (FHH), Kurt-Schwitters-Forum, Expo Plaza 2, Hörsaal
30539 Hannover
Niedersachsen
Deutschland

Zielgruppe:

Studierende, jedermann

Relevanz:

international

Sachgebiete:

Biologie, Geschichte / Archäologie, Gesellschaft, Kunst / Design, Medien- und Kommunikationswissenschaften, Meer / Klima, Musik / Theater, Umwelt / Ökologie

Arten:

Eintrag:

06.05.2003

Absender:

Dagmar Thomsen M.A.

Abteilung:

Öffentlichkeitsarbeit und Marketing

Veranstaltung ist kostenlos:

unbekannt

Textsprache:

Deutsch

URL dieser Veranstaltung: http://idw-online.de/de/event8402


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