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21.02.2019 - 22.02.2019 | Berlin

Intern. Konferenz: Zur Rolle des Stolperstein-Projekts in den Erinnerungskonflikten der Gegenwart

Rund 70.000 Stolpersteine, die an das Schicksal der im NS verfolgten Menschen erinnern, hat Gunter Demnig in 24 Ländern verlegt. Es entstand eines der größten dezentralen Denkmäler Europas. Das Projekt stößt jedoch nicht überall auf Zuspruch; kritische Stimmen fragen nach den Problemen partizipativer Erinnerungsformen und den Grenzen eines unreflektierten Mitmachprojektes.Die Auseinandersetzungen und Diskussionen sollen auf dieser wissenschaftlichen Expertentagung vorangetrieben werden.

Veranstalter der internationale Konferenz "Steine des Anstoßes oder normiertes Ritual? Zur Rolle des Stoperstein-Projekts in den Erinnerungskonflikten der Gegenwart / Stones of contention – provocation or mainstream ritual? The role of the Stolpersteine project in contemporary remembrance conflict":
Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam (ZZF) https://zzf-potsdam.de/
Koordinierungsstelle Stolpersteine Berlin

Die Konferenz wird unterstützt von der Stiftung – Spuren – Gunter Demnig (https://www.stiftung-spuren-gunterdemnig.eu/) und vom Verein der Freunde und Förderer des Zentrums für Zeithistorische Forschung Potsdam e.V.

Organisation:
Dr. Irmgard Zündorf (ZZF Potsdam)
Dr. Silvija Kavčič (Koordinierungsstelle Stolpersteine)
Prof. Dr. Thomas Schaarschmidt (ZZF Potsdam)
Anna Warda (Stiftung – Spuren – Gunter Demnig/ZZF Potsdam)

Tagungssprache:
Die Vorträge werden in deutscher und englischer Sprache gehalten.

Zielgruppe der Veranstaltung::
Die Vorträge der Konferenz richten sich sowohl an ein Fachpublikum als auch an eine geschichtsinteressierte Öffentlichkeit.

Seit mittlerweile mehr als 20 Jahren verlegt Gunter Demnig in Deutschland und Europa Stolpersteine – jene zehn mal zehn Zentimeter großen Messingplatten, die an das Schicksal der im Nationalsozialismus verfolgten Menschen erinnern, eingelassen in den Boden vor ihrem letzten freiwillig gewählten Wohnort, graviert mit Name und Lebensdaten. Was als kleine künstlerische Intervention im öffentlichen Raum begann, ist heute mit 70.000 Stolpersteinen in 24 Ländern eines der größten dezentralen Denkmäler Europas. Getragen von einer breiten Basis der Bevölkerung gelten die Stolpersteine als stark in der Gesellschaft verankertes Erinnerungsprojekt, das weltweit Inspirationsquelle für ähnliche Vorhaben darstellt. Doch diese Entwicklung stößt nicht überall auf Zuspruch, regelmäßig melden sich auch kritische Stimmen zu Wort, die nach den Problemen partizipativer Erinnerungsformen fragen und die Grenzen eines unreflektierten Mitmachprojektes in Hinblick auf eine nur mehr als entlastend wahrgenommene Vergangenheitsbewältigung anmahnen.

Diese Auseinandersetzungen und Diskussionen sollen auf der internationalen Tagung gebündelt vorangetrieben werden. Erstmals wird Wissenschaftler*innen aus Deutschland, Frankreich, Spanien, Israel, Kanada, Russland, den Niederlanden sowie den USA und Großbritannien eine Plattform geboten, Gunter Demnigs Kunstprojekt in einen geschichts- und erinnerungspolitischen Kontext einzuordnen.

Ziel der Konferenz ist es, die Erfolgsgeschichte der Stolpersteine vergleichend zu analysieren, Kontroversen der letzten Jahrzehnte herauszuarbeiten, die Rolle des Projektes in der europäischen Gedenkkultur – und darüber hinaus – zu bestimmen und schließlich das Netzwerk des Austausches und der Aufklärung zu vertiefen.

Die internationale Konferenz "Steine des Anstoßes oder normiertes Ritual? Zur Rolle des Stoperstein-Projekts in den Erinnerungskonflikten der Gegenwart / Stones of contention – provocation or mainstream ritual? The role of the Stolpersteine project in contemporary remembrance conflict" ist ein Kooperationsprojekt des Zentrums für Zeithistorische Forschung Potsdam und der Koordinierungsstelle Stolpersteine Berlin.

KONFERENZ-PROGRAMM

Donnerstag, 21. Februar | Abendveranstaltung | 18.00 – 20.30 Uhr

Begrüßung | Welcome address
Irmgard Zündorf (ZENTRUM FÜR ZEITHISTORISCHE FORSCHUNG POTSDAM)
Gunter Demnig

Abendvortrag | Keynote
Harald Schmid (BÜRGERSTIFTUNG SCHLESWIG-HOLSTEINISCHE GEDENKSTÄTTEN):
Perpetuum mobile der Erinnerungskultur? Die Stolpersteine zwischen Innovation und Inflation

Podiumsdiskussion | Panel debate
Jennifer Allen (YALE UNIVERSITY)
Anke Silomon (STIFTUNG GARNISONKIRCHE POTSDAM)
Harald Schmid (BÜRGERSTIFTUNG SCHLESWIG-HOLSTEINISCHE GEDENKSTÄTTEN)

Moderation: Matthias Haß (GEDENKSTÄTTE HAUS DER WANNSEEKONFERENZ)

Empfang | Welcome reception

Freitag, 22. Februar | Panels | 9.15 – 17.00 Uhr

9.15 – 11.00 Uhr
I Perspektiven auf die Entwicklung der Stolpersteine

Bill Niven (NOTTINGHAM TRENT UNIVERSITY):
Changing Times: The Relevance of the Stumbling Stones Today
Ryan Heyden (MCMASTER UNIVERSITY HAMILTON):
“One is first forgotten, when one’s name is forgotten…”: The Stolpersteine Project and the Nazi Past in reunified Germany, 1996 – Present
Andrea Hammel (ABERYSTWYTH UNIVERSITY):
Who is the project for? Second Generation Survivors from the UK and the Stolpersteine Project
Galit Noga-Banai (HEBREW UNIVERSITY OF JERUSALEM):
Addressing the Other: The Stolpersteine as Authentic I.D. Cards in situ

Moderation: Thomas Schaarschmidt (ZZF POTSDAM)

11.00-11.30 Uhr
Kaffeepause | Coffee break

11.30 – 13.30 Uhr
II Stolpersteine in den europäischen Erinnerungskulturen

Claire Kaiser (UNIVERSITÉ BORDEAUX-MONTAIGNE):
(K)Ein Konzept für Frankreich? Das Projekt Stolpersteine im Erinnerungskontext der Fünften Republik
Arnoud-Jan Bijsterveld (TILBURG UNIVERSITY):
Gunter Demnig’s Stumbling Stones in the Netherlands: Affecting National and Individual Narratives of Remembrance
Achim Beier (ARCHIV BÜRGERBEWEGUNG LEIPZIG E.V.):
Stolpersteine in Leipzig: Alltagserfahrungen, Problemlinien, Zukunftsperspektiven
Florian Peters (INSTITUT FÜR ZEITGESCHICHTE MÜNCHEN – BERLIN):
Die Verortung der Opfer im Land der Tat-Orte. Stolpersteine und die polnische Erinnerungskultur

Moderation: Silvija Kavčič (KOORDINIERUNGSSTELLE STOLPERSTEINE BERLIN)

13.30 – 15.00 Uhr
Mittagspause | Lunch break

15.00 – 16.30 Uhr
III Transnationale Adaptionen

Peter Cole (WESTERN ILLINOIS UNIVERSITY)/Sara Hall (UNIVERSITY OF ILLINOIS AT CHICAGO):
Stumbling Blocks of US History: Stolpersteine and Chicago remembrance culture
Anna Schor-Tschudnowskaja (SIGMUND FREUD PRIVATUNIVERSITÄT WIEN):
Internationale Bewegung „Die letzte Adresse“ – Wie in Russland, in der Ukraine und in Tschechien die Idee der Stolpersteine in eine Erinnerung an den Stalinismus umgewandelt wird
Xosé M. Núñez Seixas (UNIVERSITÄT SANTIAGO DE COMPOSTELA):
Der lange Schatten von Bürgerkrieg und Franquismus: Stolpersteine und der „Krieg der Erinnerung“ in Spanien

Moderation: Irmgard Zündorf (ZZF POTSDAM)

16.30 – 17.00 Uhr
Abschlussdiskussion | Final discussion
Moderation: Anna Warda (STIFTUNG – SPUREN – GUNTER DEMNIG/ZZF POTSDAM)

Hinweise zur Teilnahme:
Bitte melden Sie Ihre Teilnahme per E-Mail bis zum 10. Februar 2019 an unter:
tagung@stolpersteine-berlin.de

Termin:

21.02.2019 ab 18:00 - 22.02.2019 17:00

Anmeldeschluss:

10.02.2019

Veranstaltungsort:

Gedenkstätte Deutscher Widerstand
Stauffenbergstraße 13-14, Raum 2B 2. OG
10785 Berlin
Berlin
Deutschland

Zielgruppe:

Wissenschaftler, jedermann

E-Mail-Adresse:

Relevanz:

international

Sachgebiete:

Geschichte / Archäologie, Gesellschaft

Arten:

Konferenz / Symposion / (Jahres-)Tagung

Eintrag:

04.01.2019

Absender:

Marion Schlöttke

Abteilung:

Öffentlichkeitsarbeit

Veranstaltung ist kostenlos:

ja

Textsprache:

Deutsch

URL dieser Veranstaltung: http://idw-online.de/de/event62443

Anhang
attachment icon Programm der Internationalen Konferenz zur Rolle des Stolperstein-Projekts in den Erinnerungskulturen der Gegenwart, 21.-22.02.2019

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