Öffentliche Ringvorlesung in Berlin: 1989 – (K)EINE ZÄSUR?

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28.10.2019 - 12.02.2020 | Berlin

Öffentliche Ringvorlesung in Berlin: 1989 – (K)EINE ZÄSUR?

Vor 30 Jahren fiel die Berliner Mauer. "1989" wurde zum Symbol für das mutige Erkämpfen von Freiheit und Demokratie. Doch der Aufbruch in den 1980er Jahren bewirkte nicht nur politische Systemwechsel in Mittel- und Osteuropa, sondern löste zugleich wirtschaftliche und soziale Umbrüche aus, deren Folgen unsere Gegenwart prägen. Die Ringvorlesung in Berlin möchte im Wintersemester 2019/20 neue Perspektiven auf die Vorgeschichte und die Folgen von "1989" eröffnen. Sie lädt zu 14 Vorträgen ein.

Die Vorträge der Ringvorlesung deuten "1989" als Referenzpunkt gesellschaftlicher Krisenentwicklungen und damit als Vorgeschichte der Gegenwart. Im Mittelpunkt der wöchentlichen Veranstaltungen steht deshalb auch die Frage, inwiefern 1989 Teil einer "langen Wende" war, deren Anfang und Ende teils weit vor und nach der vermeintlichen Zäsur anzusiedeln ist.
Veranstalter der Ringvorlesung sind das Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam (ZZF), der Lehrstuhl für Neueste und Zeitgeschichte der Humboldt-Universitä zu Berlin und die Stiftung Berliner Mauer in Kooperation mit der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.

Die Auftakt-Vorlesung der öffentlichen Ringvorlesung "1989 – (K)EINE ZÄSUR?" hält
Prof. Dr. Martin Sabrow (Professor für Neueste Geschichte und Zeitgeschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin und Direktor des Leibniz-Zentrums für Zeithistorische Forschung):
"Mythos »1989"

Zur Auftakt-Vorlesung:
Ausgehend von der Frage, inwieweit die deutsche Nachkriegsgeschichte eine mythenfreie Zone bildet, zeichnet die Auftaktvorlesung die dreißigjährige Auseinandersetzung um die Deutungshoheit über den Umbruch von 1989/90 nach. Martin Sabrow erörtert die Diskrepanz zwischen den ursprünglichen Intentionen und rückblickenden Interpretationen der damaligen Protagonisten, und er diskutiert die erinnerungskulturelle Verwandlung des „Wunders von 1989“ in ein folgerichtiges Geschehen. Auf dieser Grundlage sucht die Vorlesung eine Antwort auf die Frage, inwieweit die politische und sytemische Umwälzung von 1989/90 auch eine geschichtskulturelle Zäsur im öffentlichen Umgang mit der Vergangenheit des 20. Jahrhunderts darstellt.

Die weiteren 13 Termine der Ringvorlesung "1989 – (K)EINE ZÄSUR?" im Wintersemester 2019/20 und die jeweiligen Veranstaltungsorte in Berlin:

MI, 06.11.2019
MATTHIAS WARSTAT (Berlin)
Revolution auf der Bühne? Die Berliner Theaterlandschaft und der Systemwechsel
Ort: Stiftung Berliner Mauer, Bernauer Str. 119, Besucherzentrum, 13355 Berlin

MI, 13.11.2019
DIETER SEGERT (Wien)
Politische Kultur im Wandel? Der Populismus in Ostmitteleuropa und seine Vorgeschichte
Ort: Humboldt-Universität zu Berlin, Hausvogteiplatz 5-7, Saal 007, 10117 Berlin

MI, 20.11.2019
DETLEF POLLACK (Münster)
Renaissance des Religiösen? Der (Wieder-)Aufstieg der Kirchen in Mittel- und Osteuropa
Ort: Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, Kronenstraße 5,10117 Berlin

MI, 27.11.2019
KERSTIN BRÜCKWEH / ANJA SCHRÖTER (Erfurt / Berlin)
Recht und Gerechtigkeit: Scheidungskulturen und Eigentumsverhältnisse im Umbruch
Ort: Stiftung Berliner Mauer, Bernauer Str. 119, Besucherzentrum, 13355 Berlin

MI, 04.12.2019
HANNES GRANDITS (Berlin)
Institutionelle (Reform)-Blockaden und der Zerfall der jugoslawischen Staatsidee: Die Jahre vor und nach 1989
Ort: Humboldt-Universität zu Berlin, Hausvogteiplatz 5-7, Saal 007, 10117 Berlin

MI, 11.12.2019
JAN C. BEHRENDS (Potsdam)
Der stille Putsch: Konturen der russischen Gegenrevolution seit den 1990er-Jahren
Ort: Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, Kronenstraße 5,10117 Berlin

MI, 18.12.2019
ANDRÉ STEINER / ALEXANDER NÜTZENADEL / ANDREAS ECKERT (Potsdam / Berlin / Berlin)
Von der bipolaren zur globalisierten Welt: Das Ende des Staatssozialismus und die »neue Unübersichtlichkeit« internationaler Ökonomie
Ort: Stiftung Berliner Mauer, Bernauer Str. 119, Besucherzentrum, 13355 Berlin

MI, 08.01.2020
JENS GIESEKE (Potsdam)
Die ostdeutsche Volksmeinung: Wie demokratisch war die DDR-Bevölkerung?
Ort: Humboldt-Universität zu Berlin, Hausvogteiplatz 5-7, Saal 007, 10117 Berlin

MI, 15.01.2020
DOROTHEE WIERLING / ANNETTE LEO (Hamburg / Berlin)
Familienumbrüche: Die »lange Wende« als Generationenkonflikt
Ort: Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, Kronenstraße 5,10117 Berlin

MI, 22.01.2020
MANDY TRÖGER / PETER ULRICH WEISS (München / Potsdam)
Mediales Erbe: Das Nachleben der DDR in Presse und Fernsehen
Ort: Stiftung Berliner Mauer, Bernauer Str. 119, Besucherzentrum, 13355 Berlin

MI, 29.01.2020
PETER BRANDT (Hagen)
Sozialismus am Ende? Metamorphosen der deutschen Linken nach 1989
Ort: Humboldt-Universität zu Berlin, Hausvogteiplatz 5-7, Saal 007, 10117 Berlin

MI, 05.02.2020
NENAD STEFANOV (Berlin)
Zwischen Ethnos und Demos: Territorialität, kulturelle Grenzen und politische Zugehörigkeit in Ostmittel- und Südosteuropa seit 1989
Ort: Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, Kronenstraße 5,10117 Berlin

MI, 12.02.2020
ANNA KAMINSKY / CHRISTINA MORINA / GERHARD SÄLTER (Berlin / Jena / Berlin)
Aufarbeitung und Wissenschaft zwischen Kooperation und Konflikt
Ort: Stiftung Berliner Mauer, Bernauer Str. 119, Besucherzentrum, 13355 Berlin

Hinweise zur Teilnahme:
Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung nicht erforderlich.

Die Veranstaltungen werden in Ton und Bild dokumentiert und ggf. veröffentlicht.

Termin:

28.10.2019 ab 18:00 - 12.02.2020 20:00

Veranstaltungsort:

Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur
Kronenstraße 5
10117 Berlin
Berlin
Deutschland

Zielgruppe:

Studierende, jedermann

Relevanz:

überregional

Sachgebiete:

Geschichte / Archäologie, Gesellschaft, Politik

Arten:

Vortrag / Kolloquium / Vorlesung

Eintrag:

16.10.2019

Absender:

Marion Schlöttke

Abteilung:

Öffentlichkeitsarbeit

Veranstaltung ist kostenlos:

ja

Textsprache:

Deutsch

URL dieser Veranstaltung: http://idw-online.de/de/event64939

Anhang
attachment icon Proframm_Flyer_RV_1989 - (K)EINE ZÄSUR?_WS_2019_20_in_Berlin

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