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15.02.2005 16:09

Hermann Einsele neuer Direktor der Medizinischen Poliklinik

Robert Emmerich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Julius-Maximilians-Universität Würzburg

    Als Nachfolger von Professor Klaus Wilms hat am 16. Dezember Professor Hermann Einsele die Leitung der Medizinischen Poliklinik der Uni Würzburg übernommen. Diese Klinik wird demnächst umbenannt in Medizinische Klinik und Poliklinik II. Der gebürtige Stuttgarter Hermann Einsele, Jahrgang 1958, ist zugleich Inhaber des Lehrstuhls für Innere Medizin II.

    Hermann Einsele studierte Medizin in Tübingen, Manchester und London. In Tübingen begann 1984 seine Zeit als Assistenzarzt, die von Forschungsaufenthalten am Max-Planck-Institut für Biochemie in Martinsried und am Fred-Hutchinson-Cancer-Research-Center in Seattle unterbrochen wurde. Nach der Facharztanerkennung 1991 und der Habilitation 1992 war er Oberarzt an der Medizinischen Klinik II in Tübingen, wo er 1999 zum außerplanmäßigen Professor ernannt wurde. Zwei Jahre später übernahm er die Aufgaben des Geschäftsführenden Oberarztes.

    Ein klinischer Schwerpunkt des Professors liegt auf der Stammzelltransplantation. Wenn krebskranke Patienten mit einer sehr starken Chemo- oder Strahlentherapie behandelt werden müssen, so schädigt das die blutbildenden Stammzellen im Knochenmark. Darum entnimmt man den Patienten vor der Therapie Stammzellen und transplantiert sie ihnen danach zurück. Einsele befasst sich mit neuen Verfahren zur Anreicherung der Stammzellen und mit Techniken, die eine Anwendung auch bei älteren Patienten ermöglichen sollen. Neben den klassischen Transplantationsindikationen - Leukämie, Lymphom und Plasmozytom - werden auch Patienten mit soliden Tumoren und Autoimmunerkrankungen zunehmend mit einer Stammzelltherapie behandelt.

    Ab März 2005 werden im neuen Zentrum für Stammzelltransplantation in Würzburg in enger Kooperation mit der Uni-Kinderklinik so genannte allogene Stammzelltransplantationen durchgeführt. Diese kommen auch dann in Frage, wenn die blutbildenden Stammzellen selbst "krank" sind - den Patienten können dann die Stammzellen eines anderen Menschen übertragen werden. Hier will Einsele Fortschritte bei Fällen erzielen, in denen die Gewebsmerkmale des Spenders nur begrenzt Übereinstimmung mit denen des Patienten aufweisen.

    Weiter geht es ihm darum, nach der Transplantation auftretende Infektionen oder verbliebene Tumorzellen besser zu bekämpfen. Dazu werden unter anderem Immuntherapien geprüft, bei denen Immunzellen im Labor gegen Infekterreger oder Krebszellen aktiviert, vermehrt und dann dem Patienten verabreicht werden. Einsele führte eine der weltweit ersten einschlägigen klinischen Studien durch. Dafür erhielt er 2003 den höchsten Preis der Europäischen Stammzelltransplantationsgesellschaft, den van-Bekkum-Award.

    Seine weiteren klinischen Schwerpunkte betreffen die Krebserkrankungen Multiples Myelom/Plasmozytom, Leukämien und Lymphome. Das Multiple Myelom ist eine Krebserkrankung des Knochenmarks, bei der die so genannten Plasmazellen entarten. Einsele leitet eine internationale Studiengruppe zur Behandlung des Multiplen Myeloms, in der jährlich etwa 250 Patienten aus Deutschland, Österreich und Italien therapiert werden.

    Gegen die verschiedenen Arten von Lymphkrebs (Lymphome) prüft der Professor neue, auch immunologische Therapiestrategien. Dazu gehört der Einsatz von Antikörpern, die zum Teil in seiner Arbeitsgruppe entwickelt wurden. Zur Verbesserung der Leukämiebehandlung koordiniert er außerdem ein europäisches Projekt.

    Auf wissenschaftlichem Gebiet erforscht seine Arbeitsgruppe Immun- und Gentherapien bei Lymphomen und Leukämien sowie den Einsatz tumorzersetzender Viren gegen das Multiple Myelom. Weiterhin interessiert er sich für die Wechselwirkungen von Immunzellen mit Infektionserregern, vor allem mit dem Cytomegalovirus und dem Pilz Aspergillus. Diese Forschung soll Patienten zu Gute kommen, die nach einer Transplantation solche Infektionen erleiden.

    Die Arbeiten des neuen Klinikdirektors werden unter anderem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft, dem Bundesforschungsministerium, der Deutschen Krebshilfe, der Carreras-Stiftung, den National Institutes of Health und der Leukemia and Lymphoma Foundation (beide USA) sowie der Sander-Stiftung gefördert. Auch die Europäische Union unterstützt seine Forschung. Einsele ist Sekretär des größten Immuntherapieprogramms, das die EU jemals aufgelegt hat. Im Europäischen Netzwerk zur Verbesserung der Behandlung von Leukämiepatienten (EuroNetLeukemia) koordiniert er eine Gruppe zur Infektbekämpfung.

    Kontakt: Prof. Dr. Hermann Einsele, T (0931) 201-70000, Fax (0931) 201-70730, E-Mail: einsele_h@klinik.uni-wuerzburg.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Ernährung / Gesundheit / Pflege, Medizin
    überregional
    Forschungsprojekte, Personalia
    Deutsch


    Hermann Einsele


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