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14.04.1999 10:42

Haschisch fürs Volk?

Robert Emmerich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Julius-Maximilians-Universität Würzburg

    Der Umgang mit Cannabisprodukten als "Genussmittel, Medikament oder Rauschgift" ist auch eine Frage kultureller Bewertungen und bestimmt somit das Einnahmeverhalten junger Menschen. Die Auswirkungen des chronischen Cannabiskonsums stehen im Mittelpunkt einer öffentlichen suchtmedizinischen Fortbildungsveranstaltung an der Psychiatrischen Klinik der Universität Würzburg.

    Unter dem Thema "Haschisch fürs Volk? - Epidemiologie, Psychopathologie und psychotrope Wirkung von Cannaboiden" organisiert Prof. Dr. Jobst Böning, Leiter der Klinischen Suchtmedizin an der Psychiatrischen Klinik, diese 4. Suchtmedizinische Fort- und Weiterbildungsveranstaltung. Sie findet am Samstag, 24. April, von 9.00 bis 13.00 Uhr im Hörsaal der Klinik in der Füchsleinstraße 15 statt und ist auch für die Öffentlichkeit zugänglich.

    Während 80 Prozent der Schülerinnen und Schüler zwischen 13 und 20 Jahren Konsumerfahrungen mit Alkohol und 60 Prozent Erfahrungen mit Tabak haben, ist der Erfahrungshorizont bezüglich Cannabis laut Prof. Böning bei der gleichen Altersgruppe inzwischen auf ein Viertel angewachsen. "Aber wer weiß bei der in Deutschland inzwischen flächendeckend gesicherten Versorgung schon, dass ein angeblich so harmloses und verträgliches 'Kraut' wie Cannabis - neben jüngst diskutierten medizinischen Indikationen - auch soziales Ausscheren, Motivationslosigkeit, Fehlverhalten im Straßenverkehr, Umsteigen auf andere Drogen sowie Abhängigkeit, Psychosen oder bleibende Gehirnveränderungen hervorrufen kann?", fragt Prof. Böning. Die gesundheitlichen Folgeschäden würden insbesondere Heranwachsende und Jugendliche treffen, die durch Cannabis sowohl physisch als auch psychisch hoch belastet würden.

    Bei der Fortbildungsveranstaltung werden Experten aus Psychiatrie, Psychologie und Neurobiologie Entwicklungstendenzen, risikohafte Konsummuster sowie klinische und psychopathologische Folgestörungen nach chronischem Cannabiskonsum ebenso abhandeln wie die Möglichkeit neuronaler "Fehlprogrammierungen" im Gehirn nach Einmal- und Langzeiteinnahme. Außerdem referieren klinisch und experimentell arbeitende Psychiater neueste Ergebnisse aus wissenschaftlichen Untersuchungen über die zentralnervösen Wirkungen von Cannaboiden auf Entzugssymptome, Kognition und spezifische Wahrnehmungsfunktionen sowie deren Einfluss auf die Hirnentwicklung bei Jugendlichen.

    Weitere Informationen: Prof. Dr. Jobst Böning, T (0931) 203-298, Fax (0931) 203-429, E-Mail: boening@mail.uni-wuerzburg.de


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    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Ernährung / Gesundheit / Pflege, Gesellschaft, Medizin
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft
    Deutsch


     

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