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20.04.1999 13:50

Fußball: 2. Europa Cup wird in Dortmund ausgetragen

Ole Lünnemann Referat Hochschulkommunikation
Universität Dortmund

    Die Fußballstadt Dortmund ist Austragungsort für die 2. europäische Fußballmeisterschaft. Bereits im Mai geht es bei einem Turnier mit Kicker-Teams aus voraussichtlich sechs Ländern - wissenschaftlich exakt und kreativ - um Tore, Punkte, Meisterschaft.

    Kein Schönheitsfehler, sondern der eigentliche Pfiff bei der Sache: Nicht das Westfalenstadion, sondern ein Hörsaal der Universität Dortmund ist die Spielstätte. Das Endspiel wird nicht per Leinwand auf den Friedensplatz übertragen, sondern voraussichtlich unter der Glaskuppel der Bürgerhalle im Rathaus ausgetragen. Denn Fußball wird diesmal mit "intelligenten" Robotern gespielt. Nicht die FIFA hat das Turnier organisiert, sondern die FIRA, die Federation of International Robotsoccer Association. Und nicht das Management eines Dortmunder Bundesliga-Clubs holte die Europameisterschaft nach Dortmund, sondern Informatik-Professor Dr. Bernd Reusch mit seinem Team.

    Daß Computer spielen können, haben sie schon vor Jahren auf dem Schachbrett bewiesen. Jetzt ist weltweit ein regelrechtes Fußballfieber ausgebrochen. Standards für Wettkämpfe sind entwickelt, die sich weitgehend an das große Spiel auf dem Rasen anlehnen. Da sind Torsteher und Spieler im Einsatz. Da wird mit der Abseitsfalle getrickst, ein Rempler einkalkuliert oder auf Strafstoß entschieden. Da werden Strategien für das Mittelfeld entwickelt und Defensivtaktiken entwickelt. Nur: Am Ende kommt es immer auf den Torerfolg an.

    Alles nur Spiel? Ja und nein. Daß den Computerexperten das Kicken der Roboter Vergnügen bereitet, wird niemand leugnen. Im Grunde aber geht es um weit mehr. Die kickenden Roboter sind nur Musterknaben für Fähigkeiten, die den Computern der Zukunft in ganz anderen Zusammenhängen abverlangt werden. Sie entwickeln in einer sich ständig und blitzartig verändernden Umgebung Handlungstrategien, die sie allein oder durch kluges Zusammenspiel mit anderen zum Ziel bringen. Tor-Instinkt kann an anderer Stelle dazu dienen, einen Verkehrsstau aufzulösen und dabei Kollisionen zu vermeiden. Der Umgang mit unberechenbaren Gegnern kann - bitterernste Alternative - sich beim Robotereinsatz in einem zu entschärfenden Minenfeld bewähren.

    Das spektakuläre Ereignis ist der publikumswirksamste Teil der 6. Fuzzy Days vom 25. bis 28. Mai an der Uni Dortmund. Diese regelmäßige, von Professor Reusch initiierte Tagung befaßt sich mit der Entwicklung von Computer- und Roboter-Programmen, die sich besser "entscheiden" können, als die Datenverarbeitung früherer Generationen. Die Maschinen lassen sich nicht nur durch eindeutige und glasklare Vorgaben steuern, sie entscheiden auch - sofern die Programmierer es so wollen - , wenn die Datenlage lückenhaft ist oder das Einschätzen unkalkulierbarer Ereignisse erfordert.

    Wer am Ende der Fuzzy Days den Fußball-Europapokal mitnehmen darf, ist offen. Die Computerexperten des Titelverteidigers Österreich müssen sich mit Teams aus England, Polen, Dänemark, der Schweiz und Deutschland messen. Das deutsche Team - selbstverständlich aufgeboten aus den kreativsten Kreisen des Fachbereichs Informatik an der Universität Dortmund - ist bereits ins Trainingslager beim Lehrstuhl I an der Otto-Hahn-Straße eingezogen. Die Neulinge unter den Computerfußballern hoffen auf einen achtbaren Einstand. Die nächste Weltmeisterschaft lockt in Brasilien.


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    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Gesellschaft, Informationstechnik, Maschinenbau, Mathematik, Physik / Astronomie, Sportwissenschaft
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft, Forschungsprojekte, Wissenschaftliche Tagungen
    Deutsch


     

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