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22.03.2005 09:25

Wasser für Leben: Limnologen zum "Tag des Wassers"

Dr. Georg Kääb Geschäftsführung / Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Verband Deutscher Biologen und biowissenschaftlicher Fachgesellschaften e.V.

    Zum "Tag des Wassers" am heutigen 22. März 2005, an dem die weltumspannende "UNESCO -- Dekade des Wassers 2005 -- 2015" eingeläutet wird, stellt sich die "Deutsche Gesellschaft für Limnologie e.V. (DGL)" der breiten Öffentlichkeit vor:
    Limnologie ist die Lehre vom "Leben der Gewässer".

    Zum "Tag des Wassers" am heutigen 22. März 2005, an dem die weltumspannende "UNESCO -- Dekade des Wassers 2005 -- 2015" eingeläutet wird, stellt sich die "Deutsche Gesellschaft für Limnologie e.V. (DGL)" der breiten Öffentlichkeit vor.

    Limnologie ist die Lehre vom "Leben der Gewässer". Das Motto der Unesco-Dekade lautet "Water for Life". Der "Schutz von Ökosystemen für den Menschen und den Planeten" ist einer der Schwerpunkte des Weltwasserentwicklungsberichts der Vereinten Nationen, der im "Jahr des Süßwassers" 2003 von der UN herausgegeben wurde. Genau diesem Aspekt ist die DGL verpflichtet.

    Die DGL vereinigt die Biologen und Fachkräfte aus verwandten Bereichen, die sich in Forschung und Lehre, im Studium, an Behörden und wasserwirtschaftlichen Verbänden sowie als Selbstständige mit biologischen Fragestellungen des Süßwassers beschäftigen. Das betrifft nicht nur Flüsse und Seen, sondern auch das Grundwasser. Auch die biologische Abwassereinigung und biologische- wasserhygienische Fragestellungen beim Trinkwasser gehören hinzu. Ein Grundansatz limnologischer Arbeit ist: Wenn Wasser und Gewässer leben, sind sie auch für alle menschlichen Nutzungen wertvoll. Gewässerschutz und Gebrauch des Wassers durch den Menschen sind keine Gegensätze, sondern bedingen sich gegenseitig.

    Gegenwärtig befinden sich die Zielsetzungen im Gewässerschutz in einem Umbruch. Die "Wasser-Rahmenrichtlinie" der EU (WRRL) ist national umgesetzt und muss implementiert werden. Grundlage sind ökologische Bewertungssysteme, die auf den natürlichen Ökosystemeigenschaften der verschiedenen Gewässertypen aufbauen. Dies erfordert zuerst die Feststellung des natürlicherweise zu erwartenden Pflanzen- und Tierbestandes in den Gewässern und im Vergleich dazu die der gegenwärtigen, häufig stark veränderten Biozönosen. Eine immense Aufgabe für die Limnologen. Ziel des Gewässerschutzes ist in Zukunft, die "gute ökologische Qualität" in Flüssen und Seen zu erreichen, die nicht weit von der sog. "sehr guten ökologischen Qualität", d.h. dem natürlichen Zustand abweicht. Es ist dabei völlig klar, dass eine völlige Abwesenheit irgendwelcher menschlichen Einflüsse in unserem dicht bevölkerten Land nicht möglich ist. Aber die Messlatte für den Gewässerschutz wird hoch gehängt. Die WRRL hat auch enge Verbindungen mit der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie der EU.

    So führen die DGL und deren Arbeitskreise Bestimmungskurse für Pflanzen und Tiere im Süßwasser durch, veranstalten Fachtagungen in Zusammenarbeit mit verschiedenen Institutionen, wie z.B. am 03./04. Mai 2005 mit der Alfred Toepfer-Akademie für Naturschutz in Schneverdingen ("Neue Impulse für die limnische Taxonomie durch die EU-Wasserrahmenrichtlinie"). Die nächste Jahrestagung der DGL in der Pädagogischen Hochschule in Karlsruhe im September 2005 wird sich u.a. mit bei uns in Gewässer eingeschleppten Tiere (sog. Neozoen) beschäftigen, auch einer der "topics" des Weltwasserentwicklungsberichts der Vereinten Nationen. Eine weitere Tagung in Landau am 14,/15.April 2005 beschäftigt sich mit dem Lebensraum Grundwasser (der in einem Bericht im vdbiol-Journal "biologenheute" Heft 1_2004 schon einmal ausführlich geschildert wurde). Auch hier kann man feststellen, dass das Leben in diesem verborgenen Wasserschatz ein hervorragender Indikator ist, z.B., ob das Wasser durch Schadstoffe belastet ist, ob verschmutztes Oberflächenwasser eindringt oder eine Übernutzung des Wassers stattfindet. Dies kommt unmittelbar dem Trinkwasserschutz zu Gute.

    Tage und Jahre des Wassers bringen die Thematik der Öffentlichkeit nahe. Die wissenschaftliche Beschäftigung mit der Thematik hört hier jedoch nicht auf. Die großen Aufgaben, die entsprechend den EU-weiten Vorgaben durchgeführt werden müssen, lassen sich nicht ohne entsprechendes Spezialwissen erledigen. Es wäre fatal, wenn durch falsche Signalsetzung in den Gremien des Bundes, der Länder und Kommunen und der ausführenden Ämter das Expertenwissen in Deutschland zunehmend "versiegt". Die Limnologen brauchen und bitten daher um die Unterstützung durch die Öffentlichkeit. Viele junge Limnologen müssen heute um einen Arbeitsplatz bangen obwohl es verantwortungsvolle Aufgaben genug gäbe.

    Weitere Auskünfte:
    Geschäftsstelle der Deutschen Gesellschaft für Limnologie e.V.:
    Altonaer Poststr. 15
    22767 Hamburg
    Tel. 040/38614465
    Büro: 040/38614460
    Fax: 040/3806682
    e-mail Geschaeftsstelle@dgl-ev.de
    Internet: www.dgl-ev.de

    Die DGL ist korporatives Mitglied beim Verband deutscher Biologen und biowissenschaftlicher Fachgesellschaften, vdbiol e.V.


    Weitere Informationen:

    http://www.dgl-ev.de
    http://www.vdbiol.de


    Bilder

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Biologie, Chemie, Geowissenschaften, Informationstechnik, Meer / Klima, Umwelt / Ökologie
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer, Forschungsergebnisse
    Deutsch


     

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