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14.05.1999 00:00

Warnsignal: Wenn das Kind schnarcht

Dipl. Biol. Barbara Ritzert Pressearbeit
Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften

    Sperrfrist: 14. Mai 1999, 11.00 Uhr

    (Aachen) Bei HNO-chirurgischen Eingriffen im Kindesalter muß die Indikation besonders streng gestellt werden. Dies gilt auch für den häufigsten Eingriff, die Mandeloperation. Doch wenn das Kind immer wieder nachts schnarcht, ist dies ein Warnsignal, betonen Experten bei der 70. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie in Aachen.

    Bei nur etwa fünf Prozent aller operativen Eingriffe im HNO-Bereich liegen Kinder auf dem OP-Tisch. "Denn prinzipiell", so Tagungspräsident Professor Henning Hildmann, "muß die Indikation für einen operativen Eingriff am wachsenden Schädel streng gestellt werden." Bei angeborenen Fehlbildungen, Unfällen oder chronischen Entzündungen, die beispielsweise das Hörvermögen oder die Nasen-atmung beeinträchtigen, ist der Griff zum Skalpell jedoch unvermeidbar. In solchen Fällen profitieren die kleinen Patienten inzwischen von modernen endoskopischen und mikrochirurgischen Methoden, die Eingriffe sehr viel schonender machen.

    Die Entfernung von Gaumen- und/oder Rachenmandeln ist bei Kindern im HNO Bereich die häufigste Operation. Doch nicht immer sind sich Kinder- und HNO-Arzt darüber einig, ob der Eingriff erforderlich ist. Denn die Mandeln sind Organe des Immunsystems. Aus diesem Grund wird inzwischen die Operations-Indikation generell streng gestellt.

    Nächtlicher Atemstillstand ist ein Grund zur Operation

    Doch wenn Kinder aufgrund einer Vergrößerung der Gaumen- und Rachenmandeln unter einer behinderten Nasenatmung leiden, läuft die Nase chronisch und es können Schluckbeschwerden, chronische Entzündungen, Hörstörungen und Entwicklungsverzögerungen auftreten. Vor allem ist der nächtliche Schlaf gestört. Das deutlichste Zeichen: das Kind schnarcht. Dann kann es sogar zu nächtlichen Atemstillständen (Schlaf-Apnoe) kommen, wie Ärzte seit einiger Zeit wissen. Darum raten HNO-Ärzte in solchen Fällen zu einer Operation.

    Diese ist auch erforderlich, wenn die Gaumenmandeln (Tonsillen) chronisch ent-zündet sind oder das Kind immer wieder unter Infektionen leidet. Da jedoch die immunologischen Funktionen der Gaumenmandeln bis zum 4./5. Lebensjahr eine besondere Rolle spielen, sei, so Hildmann, bei Kleinkindern die Indikation zur Mandeloperation besonders streng zu stellen.

    Untersuchungen belegen, daß die Kinder nach der Operation keineswegs anfälliger für Infekte sind und auch ihre Immunabwehr nicht gestört ist. Im Gegenteil: Eine Nachuntersuchung an 169 Kindern belegt, daß bei 73 Prozent der operierten Kinder Infektionen der oberen Luftwege deutlich seltener auftreten und chronische Entzündungen der Nasennebenhöhlen und Bronchien gut ausheilen.

    Zur Mandeloperation in die Klinik

    Eine Nachblutung ist die wichtigste und häufigste Komplikation nach einer Mandeloperation. Die Angaben über deren Häufigkeit schwanken jedoch zwischen 0,1 und zehn Prozent. "Da solche Nachblutungen jedoch tödlich enden können", warnt Hildmann, "ist eine Operation und eine entsprechende Nachbeobachtung in der Klinik zwingend erforderlich." Zwei bis drei Wochen nach dem Eingriff, sollten die kleinen Patienten körperlich geschont werden und keinen Sport treiben.

    Rückfragen an:
    Prof. Dr. Henning Hildmann
    Direktor der Universitäts HNO-Klinik, St.-Elisabeth-Hospital,
    Bleichstr. 15, 44787 Bochum
    Fax: 0234-612281; Fax: 0234-612279

    Pressestelle:
    Barbara Ritzert; ProScientia GmbH,
    Andechser Weg 17, 82343 Pöcking
    Tel.: 08157/93 97-0; Fax: 08157/93 97-97
    e-mail: 100676.2433@compuserve.com


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Ernährung / Gesundheit / Pflege, Medizin
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft, Forschungsergebnisse, Wissenschaftliche Tagungen
    Deutsch


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