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10.06.1999 15:36

Monographie-Reihe "kunststück" begeht ein stilles Jubiläum

Dr. Wolfgang Hirsch Stabsstelle Kommunikation/Pressestelle
Friedrich-Schiller-Universität Jena

    Jena. (10.06.99) Fast im stillen und ohne größere Feierlichkeit passierte eine in der Kunstpublizistik Institution gewordene Edition ihr Jubiläum: Die Werkmonographie-Reihe "kunststück" erschien diesen Monat im Fischer Taschenbuch Verlag mit ihrem 100. und gleich darauf schon mit dem 101. Band. Stanislaus von Moos' Büchlein über Fernand Légers Gemälde "La ville" und Glenn W. Mosts Essay zu Raffaels Wandbild "Die Schule von Athen" repräsentieren die beiden Schwerpunkte Klassische Moderne und Renaissance, lassen aber zugleich erkennen, welch breites Panorama der Kunstgeschichte diese Serie der 100+x Meisterwerke seit 1984 auffächert. Damals startete Klaus Herding als Herausgeber gleich mit einem Bestseller - Franz Verspohls Buch über Beuys' "Kapital Raum 1970-77" - und vor allem mit einem tragfähigen Konzept.

    Eher zurückhaltend tritt die "kunststück"-Reihe in schlichtem weißem Kartoneinband auf, fadengeheftet und mit farbiger Klapptafel am Ende ausgestattet, so daß der Leser bei der Lektüre stets den Betrachtungsgegenstand der Abhandlung vor Augen hat. Dabei steht das Einzelwerk exemplarisch für das Oeuvre eines Künstlers und zugleich paradigmatisch für seine Epoche. In ihrer Konzentration auf nur einen Gegenstand unterscheiden sich die "kunststücke" wohltuend von jenen ungezählten Bilderbuchserien, die den Kunstbuchmarkt inzwischen überschwemmt haben, indem sie den Leser behutsam in seinen Betrachtungen anleiten und wie eine unpathetische Schule des Sehens den Blick versachlichen, um den Genuß durch Wissen potenzieren.

    "Es ist notwendig, die Bilder, wenn man sie wirklich kennen lernen will, zu isolieren; das Bild beginnt erst zu reden, wenn man es (...) von seiner Umgebung ablöst." Die Anleitung des Schweizer Kunsthistorikers Jacob Burckhardt scheint wie ein geheimes Motto der Edition. "Kunstwissenschaftlich fundierte Sachbücher, die sich nicht hermetisch elitär gerieren, sondern allgemeinverständlich bleiben und ein breiteres interessiertes Publikum mit neueren und neuesten Forschungsergebnissen vertraut machen" - so beschreibt Michael Diers, Kunsthistoriker an der Universität Jena und seit 1991 verantwortlicher Herausgeber, den aufklärerischen Impetus des Projekts.

    Die Gratwanderung gelang, cum grano salis, und gelingt noch immer. Dabei streifen die 101 "Kunststücke" nicht nur über die Höhenkämme der Kunstgeschichte, sondern neben Leonardos "Mona Lisa" oder nationalen Bildikonen wie dem Naumburger Dom oder Henry Moores "Two Large Forms" vor dem Bonner Kanzleramt kommen auch unbekanntere, ,sperrige' Werke zu ihrem Recht: etwa Hilla und Bernhard Bechers Industriephotographie oder die Grabplatte Rudolf von Schwabens im Merseburger Dom. Renommierte Koryphäen wie Horst Bredekamp, Eduard Beaucamp oder Hans Belting haben sich als Autoren von Originalbeiträgen im Lauf der letzten eineinhalb Jahrzehnte ebenso in der Buchreihe verewigt wie junge Wissenschaftler, von denen einige inzwischen den Parnaß des Kunstbetriebs erfolgreich erklommen haben.

    So hat das bis heute progressiv-aufklärerische Projekt mit vier bis sechs Bänden pro Jahr - ungewöhnlich auf dem schnellebigen Taschenbuchmarkt - Jahresringe angelegt. Der immanente Eigenzwang zur Qualität erzeugte ein durch und durch substanzhaftes Volumen, das in Gänze wie en detail bis heute Gültigkeit besitzt. Mit wenig Mühe, aber viel Gewinn erschließt sich für den interessierten Laien ebenso wie für den Kunststudenten oder Bildungsbürger eine reiche Bibliothek über Bilder, Skulpturen und Bauwerke. Schade nur, daß trotz der imposanten Backlist im Hause Fischer einige Titel schon vergriffen sind. Im Lebensalter vorgeschrittene, beharrliche Sammler besitzen hier uneinholbaren Vorsprung.

    Ansprechpartner:
    Dr. Michael Diers
    Tel.: 03641/944180, Fax: 944152
    e-mail: x6dimi@rz.uni-jena.de

    Friedrich-Schiller-Universität
    Referat Öffentlichkeitsarbeit
    Dr. Wolfgang Hirsch
    Fürstengraben 1
    07743 Jena
    Tel.: 03641/931031
    Fax: 03641/931032
    e-mail: h7wohi@sokrates.verwaltung.uni-jena.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Kunst / Design, Musik / Theater
    überregional
    Wissenschaftliche Publikationen
    Deutsch


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