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29.06.2005 10:40

"Feldforschung": Eine Expertentagung am ZI Mannheim

Dr. med Marina Martini Referat Kommunikation und Medien
Zentralinstitut für Seelische Gesundheit, Mannheim

    Eine von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) unterstützte Tagung versammelt Experten aus ganz Europa vom 30. Juni bis zum 2. Juli zu einem dreitägigen Rundgespräch zum Thema "Ambulantes psychologisches und psychophysiologisches Monitoring und Assessment" an das Zentralinstitut für Seelische Gesundheit ein. Die Expertentagung findet unter der Leitung von Herrn Dr. Ulrich Ebner-Priemer (Abteilung für Psychosomatik und Psychotherapeutische Medizin des ZI Mannheim) und Frau Prof. Dr. Renate Rau (Universität Marburg) statt.

    Ambulantes Assessment, auch Feldforschung genannt, versucht Forschungsfragen im Alltag zu beantworten. So werden Patienten mit Flugphobie während realen Flügen psychophysiologisch untersucht ("taking the lab to the sky") oder auch Arbeitsbelastung am realen Arbeitsplatz mittels objektiver, kardiovaskulärer Parameter. Die spektakulärste Untersuchung dieser Art war jedoch sicherlich der Raumflug des damals 77-jährigen Astronauten John Glenn in der Weltraumfähre Disco-very im Jahre 1998, bei dem der Einfluss der Schwerelosigkeit auf die Vitalparameter älterer Personen untersucht wurde.

    Die über 30 Experten werden berichten, wie kardiovaskulär beanspruchend die Fahrgeräte im Euro-pa-Park Rust sind, wie häufig Kinder fernsehen und wie dabei unterschiedliche Formate das körperliche Wohlbefinden beeinflussen. Aber auch Fragen, ob Schüler, Studenten und Lehrer an der Schule bzw. Uni tatsächlich mehr Stress erleben als Zuhause und in der Freizeit, lassen sich am besten im realen Alltag beantworten. Damit grenzt sich die Feldforschung von der so genannten Laborforschung ab, bei der interessierende Situationen künstlich im Labor simuliert werden.

    Eine neue Generation interaktiver Geräte, die nicht nur Verhalten erfassen, sondern auch Rückmeldungen geben, wird ebenfalls präsentiert. So können Palmtops kontinuierlich die Stimmung von Patienten erfassen und bei kritischen Symptomen z.B. drohender Suizidalität hilfreiche Ratschläge geben und auch über Internet den zuständigen Therapeuten benachrichtigen. Im Straßenverkehr sind erste Geräte bereits in Erprobung, die die Belastung der Autofahrer erfassen und in kritischen Situationen weitere "Aufmerksamkeitsfresser" wie Autoradio oder Handyanrufe blockieren.

    Die Forschungstradition des Ambulanten Assessments wurde von Dr. Ulrich Ebner-Priemer aus der Arbeitsgruppe um Prof. Dr. M. Bohus beim Wechsel von der Universitär Freiburg an das ZI Mann-heim mitgebracht und wird hier an der Klinik für Psychosomatik und Psychotherapeutische Medizin bei neuen Patientengruppen weiter ausgebaut.

    Rückfragen bitte an das Referat Öffentlichkeitsarbeit
    Dr. Marina Martini, Telefon 0621/1703-1301 oder -1302, E-Mail: martini@zi-mannheim.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Ernährung / Gesundheit / Pflege, Medizin, Psychologie
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft, Forschungs- / Wissenstransfer, Wissenschaftliche Tagungen
    Deutsch


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