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11.07.2005 11:08

Bachelorabschluß qualifiziert nicht für Lehrerberuf

Doreen Senger Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Mathematisch-Naturwissenschaftlicher Fakultätentag Deutschlands

    Den Beschlüssen von Bologna (1999) und Berlin (2003) folgend, wird in Deutschland derzeit das System von Magister- und Diplomstudiengängen auf das der Bachelor- und Masterstudiengänge umgestellt. Der Deutsche Lehrerverband, der Allgemeine Fakultätentag, der Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultätentag, der Philosophische Fakultätentag und der Deutsche Hochschulverband stellen fest, daß die Einführung der gestuften Studiengänge im Zuge des so genannten Bologna-Prozesses geeignet sein kann, die Mobilität der Studierenden zu fördern und die internationale Vergleichbarkeit von Studienabschlüssen zu erleichtern.

    Nach Auffassung der genannten Verbände und wissenschaftlichen Vereinigungen darf die Umgestaltung der Lehramtsstudiengänge zu einer Struktur nach dem Bachelor-/Master-Modell aber nicht zu Qualitätsverlusten in der Lehrerausbildung führen. Eine Absenkung des fachwissenschaftlichen und pädagogischen Ausbildungsniveaus, das gegenwärtig durch das Staatsexamen garantiert wird, muß verhindert werden. Der Deutsche Lehrerverband und seine Mitgliedsverbände legen zudem entschieden Wert darauf, daß das Staatsexamen als Abschluß des Lehramtsstudiums erhalten bleibt. Qualitätssicherung bedeutet außerdem Schulformbezug der gesamten Lehrerbildung.

    Der hohe Qualitätsstandard, den die Gesellschaft zu Recht von einem zum Beruf des Lehrers ausbildenden Studium erwartet, ist durch einen Bachelorstudiengang allein nicht zu gewährleisten. Nur ein Masterabschluß einer Universität oder Technischen Hochschule vermittelt die Voraussetzungen zum Lehrerberuf. Ein dreijähriges grundständiges Bachelor-Studium ist für die hohen Anforderungen des Lehrerberufs weder fachwissenschaftlich noch im Blick auf die Aneignung pädagogischer Kenntnisse und Fertigkeiten ausreichend. Für Bachelor-Absolventen in den akademischen Disziplinen der gegenwärtigen Lehramtsstudiengänge gibt es weder ein geeignetes pädagogisches Berufsbild noch einen Arbeitsmarkt.

    Bonn, den 11. Juli 2005

    Die Resolution Lehrerbildung wird von folgenden Institutionen getragen:

    Allgemeiner Fakultätentag (AFT)
    Präsident: Universitätsprofessor Dr. Reinhold R. Grimm (Tel.: 03641/ 944610)

    Deutscher Hochschulverband (DHV)
    Präsident: Universitätsprofessor Dr. Bernhard Kempen (Tel.: 0228-90266-66)

    Deutscher Lehrerverband (DL)
    Präsident: Josef Kraus (Tel.: 08741-96520)

    Mathematisch-Naturwissenschaftlicher Fakultätentag (MNFT)
    Vorsitzender: Universitätsprofessor Dr. Gernot Stroth (Tel.: 0345-5524610)

    Philosophischer Fakultätentag (PhFT)
    Stellvertretender Vorsitzender: Universitätsprofessor Dr. Udo Scholz (Tel.: 0931-312769)

    Ferner von den Mitgliedsverbänden des Deutschen Lehrerverbandes (DL):

    Deutscher Philologenverband (DPhV)
    Vorsitzender: Heinz-Peter Meidinger

    Bundesverband der Lehrerinnen und Lehrer an beruflichen Schulen (BLBS)
    Vorsitzender: Berthold Gehlert

    Bundesverband der Lehrerinnen und Lehrer an Wirtschaftsschulen (VLW)
    Vorsitzender: Dr. Wolfgang Kehl

    Verband Deutscher Realschullehrer (VDR)
    Vorsitzender: Albert Obert


    Weitere Informationen:

    http://www.uni-leipzig.de/mnft/mnft518.htm - Gestaltung von Bachelor- und Masterstudiengängen für das Lehramt


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    fachunabhängig
    überregional
    Studium und Lehre, Wissenschaftspolitik
    Deutsch


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