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02.08.2005 11:18

Der Iran im Fokus von Wirtschaft und Wissenschaft

Anette Schober-Knitz Referat für Hochschulkommunikation und Marketing
Hochschule Biberach

    Der Iran als interessanter Kooperationspartner für Deutschland - insbesondere für deutsche Hochschulen und Forschungseinrichtungen: Diese Einschätzung vertritt nicht nur Baden-Württemberg International (bw-i), die Gesellschaft des Landes Baden-Württemberg für internationale wirtschaftliche und wissenschaftliche Zusammenarbeit. Im Hinblick auf die wirtschaftliche Entwicklung und das wissenschaftliche Knowhow des Landes sei der Iran derzeit der interessanteste Staat im Mittlern Osten, so bw-i. Das Land zeichne sich durch eine dynamische Hochschul- und Forschungslandschaft aus, einen teilweise hohen Technologiestandard sowie bereits bestehende starke Verbindungen zur deutschen Wirtschaft. Zusammen mit einer jungen, an Deutschland interessierten Bevölkerung biete sich so ein Kooperations-potenzial, das auch die Hochschulen und Forschungseinrichtungen in Baden-Württemberg stärker nutzen sollten. Vor diesem Hintergrund hat bw-i im Juli zu einer so genannten Fact-Finding-Reise in den Iran eingeladen. Dieses Angebot nutzte u.a. Prof. Dipl.-Ing. Martin Schubert, Prorektor der Hochschule Biberach mit den Verantwortungsbereichen Kommunikation und Kooperationen;

    außerdem vertrat er die Hochschul-Rektoren-Konferenz bei der einwöchigen Reise in die Städte Teheran, Isfahan und Shiraz. Der Fact-Finding-Delegation aus Deutschland gehörten Vertreter der Universität Stuttgart und Freiburg an, der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe, der Fachhochschulen Furtwangen, Offenburg und Konstanz sowie ein Vertreter des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg. Außerdem traf die Gruppe eine Wirtschaftsdelegation unter der Leitung des Wirtschaftsministeriums Baden-Württemberg. Der Iran im Focus von Wissenschaft und Wirtschaft also.

    Auf ihrer Reise erhielt die Gruppe vielseitige Einblicke in ein Land, das bei uns "völlig anders eingeschätzt wird", so Schubert. Er empfand Land und Leute als freundlich und offen gegenüber Neuem und sehr interessiert an internationalen Kontakten.

    Beeindruckt vom hohen Standard von Wissenschaft und Wirtschaft wollen sich die Teilnehmer der Fact-Finding-Reise zu einem gemeinsamen Netzwerk Iran zusammenschließen, dessen Kompetenzzentrum an der Universität Freiburg bzw. dem dortigen Akademischen Auslandsamt liegen soll, wo bereits Hochschulekontakte in den Iran bestehen.

    Schubert sieht auch für die Hochschule Biberach Möglichkeiten einer Kooperation, insbesondere mit der Shahid Beheshti University in Teheran und der Isfahan University of Technology. Letztere verfügt über einen Campus auf 22 Millionen m², einer Fläche etwa so groß wie Biberach. Trotz der völlig unterschiedlichen Dimensionen zeige die Universität großes Interesse an der Biberacher Hochschule, nicht nur weil sie inhaltlich korrespondieren. Gerade Fachhochschulen, so Schubert, seien für die Iraner Hochschulen ein wichtiger Ideengeber. Denn wissenschaftlich seien die dortigen Hochschulen sehr gut aufgestellt, die angewandte Forschung jedoch fehle fast gänzlich. Dabei hat das Land ein großes Potenzial an studierwilligen jungen Erwachsenen:
    1, 7 Millionen Studenten bewerben sich jährlich an den Hochschulen, lediglich 200 000 werden an den staatlichen Universitäten angenommen, weitere
    500 000 an den privaten.

    Schubert hat konkrete Ideen für einen Austausch mit dem Orient, wenn auch der Zeitplan noch völlig offen ist: Exkursionen mit Workshops an den Hochschulen in Teheran und Isfahan, Dozenten- und Studentenaustausch, vor allem in den Master-Studiengängen. Für die Iraner Studierenden der beiden genannten Hochschulen gebe es dabei keine Sprachbarrieren, denn Deutsch gehöre zur deren Sprachenausbildung; deutsche Studierende würden mit Englisch auskommen. In diesem Zusammenhang verweist Schubert auch auf Goethe. Das bedeutende Alterswerk "West-östlicher Divan" entstand nachdem er sich mit den Gedichten des großen persischen Lyrikers Hafis beschäftigt hatte: "Wer sich selbst und andre kennt, wird auch hier erkennen: Orient und Okzident sind nicht mehr zu trennen. Sinnig zwischen beiden Welten sich zu wiegen, lass ich gelten; also zwischen Ost und Westen sich bewegen, sei s zum besten."


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Bauwesen / Architektur
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer, Wissenschaftspolitik
    Deutsch


    Mit der Isfahan University of Technology plant die Hochschule Biberach künftig verstärkt Hochschulkontakte.


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