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06.08.1999 10:38

Verbesserung des Umweltschutzes im Nahen Osten durch alternative Methoden in der Landwirtschaft

Dorothea Carr Dezernat 8 - Hochschulkommunikation
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

    Universität Bonn an trilateralem Forschungsprojekt beteiligt

    Mülltrennung, wie in Deutschland seit Jahren üblich, ist in vielen Ländern noch ein Fremdwort. Dadurch entfällt zwangsläufig die Gewinnung biologischen Abfalls, der zur Gewinnung von Komposten unerläßlich ist. Dieser Nachteil führt im nahöstlichen Gazastreifen mit seinen dicht bevölkerten Flüchtlingslagern gleich zu zwei Problemen: Zum einen verursacht der unsachgemäß gelagerte Müll die Verschmutzung des Grundwassers und des Bodens, zum anderen sind die Palästinenser zur Düngung ihrer landwirtschaftlichen Flächen auf den Einsatz künstlicher Mineraldünger angewiesen.

    Hier soll ein trilaterales Projekt zwischen palästinensischen, israelischen und deutschen Forschungsgruppen mittel- und langfristig ein Umdenken herbeiführen und dem Anliegen des Umweltschutzes zum Durchbruch verhelfen. Als Teil des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Forschungsvorhabens "Anwendung alternativer Methoden in der Landwirtschaft des Nahen Ostens zur Verbesserung des Umwelt- schutzes" beteiligen sich die Universitäten Bonn und Hohenheim zusammen mit der Hebrew University of Jerusalem und dem Environmental Protection and Research Institute (EPRI) in Gaza an dem Projekt "Kompostierung organischer Siedlungsabfälle und Kompostverwertung in Landwirtschaft und Gartenbau: Optimierung des integrierten Abfallsystems (Recycling) im Nahen Osten". Von Seiten der Universität Bonn nimmt Prof. Dr. Heide Schnabl, Institut für Landwirtschaftliche Botanik, an den Untersuchungen teil.

    Die fehlende Vorsortierung des anfallenden Mülls wie auch die hohen Anteile an Fremdstoffen und Schwermetallen stellen die größten Probleme bei der Kompostierung von Bioabfällen im Gazastreifen dar. Derzeit wird eine kommerzielle Modellanlage aus Deutschland finanziert, die es der palästinensischen Forschungsgruppe ermöglicht, Kompost im Gaza selbst zu produzieren und auf hierfür vorgesehenen Versuchs- feldern auszubringen. Diese Versuchsanlage erlaubt es, wichtige Parameter des Komposts wie Sauerstoffgehalt, Feuchtigkeit und Temperatur computergesteuert zu überwachen. Durch organische Abbaustoffe können jedoch auch Phytotoxika entstehen, die zur Hemmung des Pflanzenwachstums führen. Hinzu kommen ungünstige hohe Temperaturen im Sommer, die zu mangelnder Feuchtigkeit führen und daher eine unvollständige Kompostierung zur Folge haben. Durch Pflanzentests, sog. "Bioassays", können derartige ungewollte Entwicklungen prognostiziert werden. Forschungsgruppen in Israel und Bonn haben Verfahren entwickelt, solche Pflanzenbioassays schnell und effektiv durchzuführen und sie miteinander zu vergleichen. Die Arbeitsgruppe von Prof. Schnabl arbeitet mit der in Bonn entwickelten Biosensor-Methode, mit der man schnelle Aussagen zum Reifegrad und zum Phytotoxizitätspotential des Kompostes erreichen kann. Die Israeli verwenden ihrerseits IR-Spektrometrie zur Charaktersierung der im Kompost vorhandenen Huminstoffe.

    Ziel des Projektes ist es, neben der Kompostverwertung die Bodenstruktur zu verbessern und eine günstige Beeinflussung der mikrobiologischen Bodenflora zu erreichen.


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    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Biologie, Meer / Klima, Tier / Land / Forst, Umwelt / Ökologie
    überregional
    Forschungsprojekte
    Deutsch


     

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