idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
Science Video Project
idw-Abo

idw-News App:

AppStore

Google Play Store



Instanz:
Teilen: 
25.10.2005 09:49

Berlin fünf Tage in der Hand der Zahnmediziner

Constanze Steinke Pressearbeit
Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

    Greifswalder Mediziner organisierte größten deutschen Zahnmedizinerkongress aller Zeiten

    Nach drei Jahren Vorbereitungszeit startet an diesem Mittwoch im Internationalen Congress-Centrum einschließlich der Messe in Berlin der bislang größte Zahnmedizinerkongress Deutschlands. Erstmalig nehmen am fünftägigen Deutschen Zahnärztetag alle wissenschaftlichen Gesellschaften der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde teil. Zu der wissenschaftlichen Tagung des Berufsstandes sind zwei Tage vor Beginn bereits mehr als 10 Prozent der 54.000 deutschen Zahnärzte angemeldet. Organisiert wurde der Zahnarztgipfel in der Verantwortung des Präsidenten der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK), dem Greifswalder Universitätsprofessor Georg Meyer (Foto).

    Kein anderer Veranstaltungsort wäre geeignet gewesen, die mehr als 5.000 Kongressbesucher, die Symposien und Workshops sowie Industrieausstellungen an einem Standort unterzubringen. Alleine 23 Hotels in Berlin sind zur Beherbergung der Teilnehmer gebucht. Berlin ist somit diese Woche fest in der Hand der Zahnmediziner, die für ihren 1,5 Mio. teuren Kongress das Motto "ZahnMedizin interdisziplinär" gewählt haben. Nicht nur die Tagungsleitung liegt in der Verantwortung führender Greifswalder Wissenschaftler, auch die thematische Schwerpunktsetzung entspricht dem grundsätzlichen Forschungsansatz im Nordosten. Der liegt in der engen Verknüpfung und interdisziplinären Herangehensweise von allgemeinen medizinischen Erkrankungen, die im unmittelbaren Zusammenhang mit gesundheitlichen Problemen im Mund-, Kiefer- und Gesichtsbereich stehen.

    So zeigen aktuelle Forschungsergebnisse, gerade auch der Greifswalder Zahnmedizin (Study of Health in Pomerania/SHIP), Zusammenhänge zwischen Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfällen, Frühgeburten und Lebensführung in Wechselwirkung mit entzündlichen Zahnbetterkrankungen und Zahnverlust. Kopf-, Gesichts- und migräneartige Schmerzen sowie orthopädische Probleme und Tinnitus haben ebenfalls einen hohen Anteil zahnmedizinischer Kausalität. Nächtliches Zähneknirschen mit hyperaktiver Muskulatur, geringen Tiefschlafphasen und Schlafapnoe (Atemaussetzer im Schlaf) konnten experimentell auf kaufunktionelle Störungen der Zähne zurückgeführt werden. Von lokalen Allergien bis hin zu Schockreaktionen wird ebenso berichtet wie von mikrobiologischen Kariesproblemen und Tumorerkrankungen und deren Therapie im Kiefer- Gesichtsbereich. Psycho-emotionaler Stress zeigt oftmals Wechselwirkungen mit Zähneknirschen und Zahnfleischentzündungen.

    Die ganzheitliche Betrachtung der Human- und Zahnmedizin ist vor diesem Hintergrund das zentrale Thema des DGZMK-Präsidenten Prof. Georg Meyer, das sich auf dem Berliner Kongress deutlich widerspiegeln wird. Die Zahnmedizin zeigt, dass Zähne reparieren und ersetzen nur ein kleiner Teil des großen Spektrums der Mundärzte sind. Der Greifswalder Zahnmediziner will mit diesem Deutschen Zahnärztetag das immer stärkere Zusammenwachsen der beiden Grunddisziplinen der Medizin in Lehre, Forschung und Krankenversorgung unterstreichen.

    Prof. Dr. Georg Meyer aus Natendorf/Gut Nienbüttel (Lüneburger Heide) wurde am 30. November 1948 in Bad Bevensen (Niedersachsen) geboren. Nach Besuch der Natendorfer Volksschule und dem Abitur am Uelzener Herzog-Ernst-Gymnasium im Jahre 1967 sowie daran anschließender Militärdienstzeit begann er 1970 das Studium der Landwirtschaft und der Zahnmedizin an der Universität Göttingen. Nach Staatsexamen, Promotion und Habilitation sowie einem Forschungsaufenthalt in den USA wurde er 1988 Professor der Zahnmedizin in Göttingen.
    1992 erhielt er Rufe auf Lehrstühle an den Universitäten Jena, Freiburg/Breisgau und Greifswald in Mecklenburg-Vorpommern. Als überzeugter Norddeutscher folgte er 1993 dem Ruf nach Greifswald und begann mit einigen Gleichgesinnten den Neuaufbau der dortigen Zahnmedizin. Er ist Geschäftsführender Direktor des Zentrums für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde in Greifswald und gewählter Kollegiat der Deutschen Forschungsgemeinschaft in Bonn (DFG).

    Universitätsklinikum Greifswald
    Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde
    Direktor: Prof. Dr. Georg Meyer
    Rotgerberstraße 8, 17487 Greifswald
    T +49 (0)3834/86 71 30
    F +49 (0)3834/86 71 71
    M +49 (0)171-52 14 942
    E gemeyer@uni-greifswald.de
    http://www.dental.uni-greifswald.de/abteilung/kons/


    Bilder

    Prof. Georg Meyer will die Allgemeinmedizin stärker mit der Zahnmedizin verknüpfen.
    Prof. Georg Meyer will die Allgemeinmedizin stärker mit der Zahnmedizin verknüpfen.

    None


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Ernährung / Gesundheit / Pflege, Medizin
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft, Wissenschaftliche Tagungen
    Deutsch


     

    Prof. Georg Meyer will die Allgemeinmedizin stärker mit der Zahnmedizin verknüpfen.


    Zum Download

    x

    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).