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15.09.1999 09:00

Neu entwickelte 3D-Software reduziert Risiko bei Zahnimplantaten

Markus Brakel Öffentlichkeitsarbeit
Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde e.V.

    Die Deutsche Gesellschaft für Mund-, Zahn- und Kieferheilkunde verleiht auf ihrer Jahrestagung am 30. September den diesjährigen Millerpreis an PD Dr. med. Dr. med. dent. Stefan Hassfeld und Dr.-Ing. Wolfram Stein.
    An der Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie der Universität Heidelberg wurde von den beiden Wissenschaftlern ein System entwickelt, mit dem Zahnärzte die optimale Lage von Zahnimplantaten patientenspezifisch dreidimensional am Bildschirm planen und mit hoher Präzision bei der Operation umsetzen können. Das Ergebnis einer Implantation wird besser abschätzbar und das Risiko für den Patienten reduziert.

    Zahnimplantate übernehmen die Funktion einer künstlichen Zahnwurzel für eine Einzelkrone oder dienen als Verankerung einer festsitzenden Prothetik. Bisher verwendet der Zahnarzt für die Planung einer Implantation und ihre manuelle Umsetzung bei der Operation eine zweidimensionale Panorama-Röntgenprojektion, doch stellt diese nicht die notwendigen räumlichen Informationen zur Verfügung, wie sie für schwierige klinische Fälle benötigt werden, z.B. bei stark zurückgebildeten Kiefern.

    Für die Implantologie im Seitenbereich des Unterkiefers muß die genaue räumliche Lage der im Unterkiefer verlaufenden Nerven bekannt sein. Eine Schädigung der Nerven durch das Setzen der Implantate kann zu dauerhaften Taubheitsgefühlen in der Unterlippe und im Kinnbereich führen. Ein Eindringen in die Nasennebenhöhlen im Oberkiefer kann gefährliche Infektionen verursachen.

    Bei dem hier angewandten Verfahren wird der Patient zunächst im Computertomographen (CT) untersucht. Daraus werden die Knochenoberflächen für die Visualisierung berechnet. Die Nerven besitzen nur einen kleinen Durchmesser, sehr geringen Kontrast zur Umgebung und winden sich dreidimensional durch den Raum. Dies macht es für den Radiologen und Zahnarzt sehr mühsam, den Verlauf der Nervenbahnen manuell zu bestimmen. Bei dem neuen Verfahren berechnet der Computer den Verlauf der Nerven automatisiert.

    In der dreidimensionalen Darstellung der neuen Software positioniert der Zahnarzt virtuelle Implantate. Er kann somit die Qualität des verfügbaren Knochens und die Nähe zu gefährdeten Strukturen abschätzen und den optimalen Ort des Implantates im Hinblick auf die vorgesehene prothetische Versorgung auswählen.

    Gemäß der Planung des Zahnarztes bringt der Zahntechniker in eine vom Patienten bei der CT-Untersuchung getragene Bißschiene kleine Titanhülsen ein und erstellt damit eine Bohrschablone. Hierzu wurden neue Methoden zur Registrierung zwischen realer und virtueller Welt und eine spezielle Positioniereinrichtung entwickelt. Die Bohrschablone dient bei der eigentlichen Operation dem Zahnarzt als Orientierungshilfe und als mechanische Führung beim Setzen der Implantatbohrungen.

    Die entstandenen Prototypen der Hard- und Software sollen jetzt im Rahmen einer Existenzgründung aus der Hochschule zu einem benutzerfreundlichen System weiterentwickelt und so einem breiteren Anwenderkreis zugänglich gemacht werden (www.med3D.de).

    (Nähere Informationen und Farbbilder hierzu unter:
    Wolfram.Stein@gmx.net Telefon: 06221-471157)

    Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde e.V.
    Lindemannstr. 96 40237 Düsseldorf
    Telefon : 0211 / 67 59 55 Fax : 0211 / 69 101 99
    Internet: http://www.dgzmk.de E-Mail : info@dgzmk.de


    Weitere Informationen:

    http://www.dgzmk.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Ernährung / Gesundheit / Pflege, Medizin
    überregional
    Forschungsergebnisse
    Deutsch


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