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29.01.2006 07:00

Von der Schulnetzplanung bis zum Meeresspiegelanstieg Usedoms

Constanze Steinke Pressearbeit
Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

    Interdisziplinäre Fachtagung beleuchtet Entwicklungsstand
    qualitativer und quantitativer Methoden in der Geographie

    "Kooperation und Integration" ist das Thema des 16. Kolloquiums "Theorie und quantitative Methoden in der Geographie", das vom 23. bis zum 25. Februar 2006 an der Universität Greifswald stattfindet. Gemeinsam mit dem Arbeitskreis Geographische Informationssysteme in der Deutschen Gesellschaft für Geographie (DGfG) lädt der aus deutschen, österreichischen und schweizerischen Wissenschaftlern bestehende Arbeitskreis Theorie und Quantitative Methoden in der Geographie zu der im zweijährigen Turnus stattfindenden Fachtagung ein. Vor dem Hintergrund der sich in sozioökonomisch und -ökologisch arbeitenden Disziplinen abzeichnenden Entwicklungen wollen die Experten die Thematik "Integration und Kooperation" in der Geographie diskutieren. Aus dem intra- und interdisziplinären Blickwinkel soll ein wissenschaftlicher Erfahrungsaustausch stattfinden, der auch neuere Trends in der Informationstechnologie beinhaltet. Organisiert wird das Kolloquium vom Institut für Geographie und Geologie. Ende April 2006 erscheint ein Tagungsband, der die Ergebnisse des Kongresses zusammenfasst.

    Aus Anlass des diesjährigen 550jährigen Jubiläums der Universität Greifswald wird die Fachtagung an der Greifswalder Alma Mater durchgeführt, die seit 1881 einen Lehrstuhl für Geographie innehat. Darüber hinaus ist die Herausbildung systemtheoretischer Vorstellungen in Geographie eng mit der Universität Greifswald verbunden. So erhielt der von der Harvard University (USA) stammende Geograph Prof. Dr. William Morris Davis (1850-1934), welcher in der Physischen Geographie eine bedeutende Rolle spielte, 1906 eine Ehrenpromotion. Zudem flossen Überlegungen des Mathematikers Felix Hausdorffs (1868-1942), der als Professor für Mathematik zwischen 1914 und 1921 an der Universität Greifswald tätig war, in die Entwicklung des systemtheoretischen Ansatz der Geographie mit ein. In dieser Hinsicht repräsentiert die Universität Greifswald aus der wissenschaftshistorischen Perspektive einen kleinen Knotenpunkt in der langen wissenschaftlichen Entwicklungslinie qualitativer und quantitativer Methoden in der Geographie.

    Auf der dreitägigen Tagung soll ein Überblick über den gegenwärtigen Stand und aktuelle Entwicklungen der qualitativen und quantitativen Methoden der Geographie aus systemtheoretischer Sicht sowie aus der Perspektive von Raum- und Zeitstrukturen gegeben werden. Die Bandbreite der Themen reicht von der Geographie kooperativer Systeme über die Optimierung von Schulnetzen bei schrumpfender Bevölkerung bis zu Geoinformations-System gestützten Modellszenarien des Meeresspielanstiegs an der südlichen Ostseeküste. Letztere dienen der Entscheidungsunterstützung in der Regionalplanung am Beispiel der Insel Usedom. Das Kolloquium bietet darüber hinaus ausreichend Gelegenheit, die Inhalte zu diskutieren.

    TAGUNGSPROGRAMM
    16. Kolloquium Theorie und quantitative Methoden in der Geographie
    zum Thema "Kooperation und Integration" vom 23.-25.Februar 2006

    Tagungsort: Universitätscampus Greifswald, Vortragssaal der Universitätsbibliothek,
    Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße 14 a

    Donnerstag, 23. Februar 2006

    Anreise
    19.00 Uhr
    Abendessen

    Freitag, 24. Februar 2006

    8.30-09.00 Uhr
    Begrüßung und Eröffnung

    1. Systemtheoretische Grundlagen
    Leitung: Prof. Dr. Peter Mandl (Klagenfurt)

    9.00-09.30 Uhr
    Quantitative Geographie - eine systemtheoretische Betrachtungsweise als methodisches Konstrukt und Bindeglied zwischen Physischer und Humangeographie
    Prof. Dr. Otti Margraf (Leipzig)
    9.30 - 10.00 Uhr
    Ein systemtheoretischer Ansatz in der Humangeogeographie
    Prof. Dr. Helmut Klüter, (Greifswald)

    10.00 - 10.30 Uhr
    Pause

    10.30 - 11.00 Uhr
    Allgemeine Systemtheorie als transdisziplinäre Integrationsmethode
    Prof. Dr. Günther Ropohl (Karlsruhe)
    11.00 - 11.30 Uhr
    Geographie = Geographie kooperativer Systeme
    Prof. Dr. Klaus D. Aurada (Greifswald)
    11.30 - 12.00 Uhr
    Diskussion

    2. Raumstrukturen
    Leitung: Prof. Dr. Otti Margraf (Leipzig)

    15.00 - 15.20 Uhr
    Ontologien als neue Ansätze zur geographischen Wissensrepräsentation, illustriert durch ein Web-Map-Service für länderübergreifende Landnutzung
    Prof. Dr. Peter Mandl (Klagenfurt)
    15.20 - 15.40 Uhr
    Landschaftszerschneidung in Sachsen - Bewertung von Freiraumstrukturen auf der Basis grenzüberschreitender Geodaten
    Ulrich Schumacher & Dr. Uwe Walz (Dresden)
    15.40 - 16.00 Uhr
    Verortung linearer Landschaftsstrukturen mittels mehrkriterieller Optimierung
    Dr. Ralf Grabaum (Leipzig)
    16.00 - 16.20 Uhr
    Neue Entwicklungen in der zellulären Simulation der Flächennutzungsdynamik
    Dr. Nguyen Xuan Thinh (Dresden)

    16.30 - 17.00 Uhr
    Pause

    17.00 - 17.20 Uhr
    GIS-gestützt Modellszenarien des Meeresspiegelanstiegs an der südlichen Ostseeküste
    zur Entscheidungsunterstützung in der Regionalplanung: Das Beispiel Usedom
    Prof. Dr. Reinhard Zölitz-Möller (Greifswald)
    17.20 - 17.40 Uhr
    Nachhaltige Landnutzungsoptimierung mit dem Landmanagementsystem LUMASS
    Alexander Herzig (Kiel)
    17.40 - 18.00 Uhr
    Geodateninfrastruktur auf kommunaler Ebene am Beispiel des Umlandes von Greifswald
    Jörg Hartleib (Greifswald)
    18.00 - 18.30 Uhr
    Diskussion
    18.30 - 19.30 Uhr
    Sitzung Arbeitskreis(e)

    Sonnabend, 25. Februar 2006

    3. Zeitstrukturen
    Leitung: Prof. Dr. Reinhard Zölitz-Möller (Greifswald)

    9.00-09.20 Uhr
    Synoptische Visualisierung der Veränderung der Sonneneinstrahlung und von Indikatoren des Klimawandels von 100 ka b.p. bis 100 ka a.p.
    Prof. Dr. Ulrich Wiezorek (Augsburg)
    9.20-09.40 Uhr
    GloDIN - ein Geoinformationssystem zur Abflußzeitreihen-Analyse in hydrologischen Netzwerken Dr. Tim Hoffmann (Greifswald)
    09.40-10.00 Uhr
    Modellierung zeitlicher Prozesse in instabilen räumlichen Feldern
    Dr. Raimund Rödel (Greifswald)

    10.00 - 10.30 Uhr
    Pause

    10.30-10.50 Uhr
    Ein systemtheoretischer Ansatz zur agentenbasierten Simulation sozialräumlicher Interaktionsprozesse
    Prof. Dr. Andreas Koch (München)
    10.50-11.10 Uhr
    Zeitgeographische Prozesse in der Stadt und ihre Relevanz für raumstrukturelle Disparitäten (Werkstattbericht aus dem Forschungsprojekt "VERA - Verzeitlichung des Raumes")
    Thomas Pohl (Hamburg)
    11.10-11.30 Uhr
    Optimierung von Schulnetzen bei schrumpfender Bevölkerung
    Sven Müller (Dresden)
    11.30 Uhr
    Abschlussdiskussion

    Ansprechpartner an der Universität Greifswald
    Institut für Geographie und Geologie
    Dr. Raimund Rödel
    Jahnstr. 16 a, 17489 Greifswald
    T +49 (0)3834/86 45 13
    F +49 (0)3834/86 45 01
    E roedel@uni-greifswald.de
    http://www.uni-greifswald.de/~geograph/phys_geo_1/aktuelles.htm
    http://www.uni-greifswald.de/~geograph/phys_geo_1/AdressAur.htm


    Bilder

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Biologie, Geowissenschaften, Gesellschaft, Informationstechnik, Mathematik, Meer / Klima, Physik / Astronomie, Umwelt / Ökologie
    regional
    Buntes aus der Wissenschaft, Wissenschaftliche Tagungen
    Deutsch


     

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