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17.03.2006 10:15

Große Wachstumschancen durch öffentliche Dienstleistungen

Claudia Braczko Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Institut Arbeit und Technik

    Institut Arbeit und Technik macht auf öffentliche Verantwortung für die Beschäftigungsmotoren Bildungswesen und Gesundheitswirtschaft aufmerksam

    Im aktuellen Tarifkonflikt im öffentlichen Dienst wird teilweise der Eindruck erweckt, der öffentliche Dienst in Deutschland sei aufgebläht und es gebe erhebliche Reserven für Einsparungen. Wie Forschungs- und Entwicklungsarbeiten zur Modernisierung des öffentlichen Sektors zeigen, gibt es in einzelnen Bereichen tatsächlich ungenutzte Möglichkeiten, öffentliche Dienstleistungen billiger und besser, effizienter und wirkungsvoller anzubieten. Das Plädoyer für einen besseren öffentlichen Dienst bedeutet jedoch keineswegs, dass der Staat sich aus der Entwicklung öffentlich verantworteter Dienstleistungen in Deutschland zurückziehen dürfte.

    Insbesondere bei der Entwicklung der viel versprechenden Zukunftsbranchen Bildungswesen und Gesundheitswirtschaft ist mehr öffentliches Engagement und mehr öffentliche Verantwortung gefordert. Die Forschungsergebnisse des Instituts Arbeit und Technik (IAT/Gelsenkirchen) im Bildungswesen und der Gesundheitswirtschaft belegen die besonders großen Wachstumsmöglichkeiten in diesen Bereichen. So ist in der Gesundheitswirtschaft in NRW in den nächsten 15 Jahren ein Beschäftigungsplus von bis zu 200.000 Arbeitsplätzen möglich. Ebenso bringen Investitionen in Bildung, beispielsweise in die frühe Förderung bildungsbenachteiligter Kinder, einen hohen volkswirtschaftlichen Ertrag. Ein Mehrfaches des investierten Geldes fließt in Form von eingesparten Sozialtransfers und höheren Steuereinnahmen wieder in die öffentlichen Haushalte zurück.

    Die Bedeutung von Bildung und Gesundheit für das Beschäftigungsniveau wird auch durch den EU-Vergleich belegt. Deutschland ist sowohl bei der Gesamtbeschäftigung als auch bei der Beschäftigung im Bildungs- und Gesundheitswesen bislang lediglich im EU-Mittelfeld. Länder mit hohen Beschäftigtenanteilen im Bildungs- und Gesundheitswesen dagegen, wie insbesondere das Beispiel unserer nordeuropäischen Nachbarn zeigt, weisen eine überdurchschnittlich hohe Gesamtbeschäftigung auf (vgl. Abbildung). Eine vergleichbare Strategie sozialer Investitionen wäre Deutschland dringend anzuraten. Insbesondere die Erwerbsmöglichkeiten von Frauen würden dadurch überproportional steigen.

    Ohne vermehrte Anstrengungen der öffentlichen Hände können diese Beschäftigungsmotoren nicht in Gang gebracht werden, die ihrerseits wesentliche Voraussetzungen für eine nachhaltige Wende zum Besseren auf dem Arbeitsmarkt schaffen. Denn mehr öffentliches Engagement im Bildungs- und Gesundheitswesen mobilisiert auch mehr private Investitionen in diesen Branchen. Die Zukunft der öffentlichen Dienste in Deutschland kann nicht durch eine "Geiz ist geil"- Strategie gewonnen werden.

    Für weitere Fragen stehen Ihnen zur Verfügung:
    Dr. Sybille Stöbe-Blossey, FS Bildung und Erziehung, Durchwahl: 0209/1707-130
    PD Dr. Josef Hilbert, FS Gesundheitswirtschaft, Durchwahl: 0209/1707-120
    Dr. Steffen Lehndorff, FS Arbeitszeit und Arbeitsorganisation, Durchwahl: 0209/1707-146

    Pressereferentin
    Claudia Braczko
    Munscheidstraße 14
    45886 Gelsenkirchen
    Tel.: +49-209/1707-176
    Fax: +49-209/1707-110
    E-Mail: braczko@iatge.de
    info@iatge.de
    WWW: http://www.iatge.de


    Weitere Informationen:

    http://www.iatge.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Gesellschaft, Politik, Recht, Wirtschaft
    überregional
    Forschungsergebnisse
    Deutsch


    Abbildung: Beschäftigungsanteile im Bildungs- und Gesundheits-wesen* und gesamtwirtschaftliche Beschäftigungsquoten in der EU (2004)


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