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11.04.2006 09:15

Otto-Warburg-Medaille für Konrad Sandhoff

Dr. Jörg Maxton-Küchenmeister Öffentlichkeitsarbeit
Verbund biowissenschaftlicher und biomedizinischer Gesellschaften (VBBM)

    Im Rahmen des 57. Mosbacher Kolloquiums der Gesellschaft für Biochemie und Molekularbiologie (GBM) e.V. ist Prof. Dr. Konrad Sandhoff am 6. April 2006 mit der Otto-Warburg-Medaille, der höchsten Auszeichnung für Biochemie in Deutschland, ausgezeichnet worden.

    Konrad Sandhoff hat als Chemiker die molekularen Mechanismen einer Gruppe erblicher, oft tödlich verlaufender neurodegenerativer Erkrankungen aufgeklärt, von denen eine nach ihm als "Sandhoff Krankheit" benannt wurde. Dabei hat er den Stoffwechsel und die Funktion einer Klasse von Fetten, den Sphingolipiden aufgeklärt. Sphingolipide sind Membranbausteine, die auf der Zelloberfläche zelltypspezifische Muster ausbilden.
    Auch hat Konrad Sandhoff die chemischen Grundlagen einer Reihe von essentiellen physiologischen Funktionen der Zellmembran aufgeklärt: So entdeckte er neuartige Glykolipide, die die Verdunstung von Wasser durch die Haut verhindern. Dies ist die Grundlage, dass Landtiere wie wir Menschen nicht austrocknen.
    Seine neuesten Arbeiten machen wahrscheinlich, dass es eine Art zellinternes Waschmittel gibt das hilft, Abfallstoffe der Zelle abzubauen.
    "Konrad Sandhoff hat nicht nur die Forschung einer ganzen Stoffklasse geprägt, er hat darüber hinaus ein faszinierend breites Themenspektrum bearbeitet. So hat er als Chemiker nicht nur die Biochemie dieser Fette erforscht, sondern auch ihre Funktion bis hin zur Medizin aufgedeckt", so Prof. Dr. Felix Wieland, Präsident der GBM in seiner Laudatio.

    Konrad Sandhoff, geboren 1938 in Berlin, studierte Chemie an der Universität München. Anschließend forschte er, unterbrochen von Gastaufenthalten in den USA und in Israel, am Max-Planck Institut für Psychiatrie in München. 1979 erhielt er einen Ruf als ordentlicher Professor für Biochemie an die Universität Bonn, an der er seither arbeitet.

    Unter dem Thema "Redox Signaling: Mechanisms and Biological Impact" trafen sich vom 6. bis zum 8. April 2006 rund 300 Teilnehmer aus zehn europäischen Ländern, Amerika, China, Japan und Korea zum traditionellem Mosbacher Kolloquium der GBM in Mosbach (Baden). Das Mosbacher Kolloquium ist seit 1950 die alljährliche internationale Frühjahrstagung der Gesellschaft, auf der sich Biochemiker, Molekularbiologen und Mediziner verschiedener Fachdisziplinen treffen, um die neuesten Entwicklungen eines aktuellen Spezialthemas zu diskutieren. Weitere Informationen finden sich im Internet unter http://www.gbm-online.de.

    Die Gesellschaft für Biochemie und Molekularbiologie (GBM) e.V. ist mit etwa 5500 Mitgliedern aus Hochschulen, Forschungsinstituten und der Industrie die große wissenschaftliche Fachgesellschaft auf dem Gebiet der Biochemie, Molekularbiologie und Molekularen Medizin in Deutschland. Die GBM fördert Forschung und Lehre der Biochemie und molekularen Biologie und die Umsetzung wissenschaftlicher Erkenntnisse auf dem Gebiet der Biotechnologie und Medizin und deren Verbreitung in der Öffentlichkeit.


    Weitere Informationen:

    http://www.gbm-online.de Homepage der Gesellschaft für Biochemie und Molekularbiologie


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Biologie, Chemie, Ernährung / Gesundheit / Pflege, Informationstechnik, Medizin
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft, Personalia, Wissenschaftliche Tagungen
    Deutsch


    Warburg-Preisträger Konrad Sandhoff (rechts) erhält die Otto-Warburg-Medaille aus den Händen von Felix Wieland, Präsident der GBM.


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