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11.04.2006 15:50

Vierteiliger Fernsehfilm mit Heidelberger Alttestamentler Prof. Manfred Oeming

Dr. Michael Schwarz Kommunikation und Marketing
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

    Fernsehserie über neueste Resultate der Israel-Archäologie und das Geschichtsbild der Bibel mit dem Heidelberger Wissenschaftler - Die Zeit der Patriarchen (26. April), Fluchtgeschichten (3. Mai), Eroberungsgeschichten (10. Mai), Wer schrieb die Bibel? (17. Mai)

    Ein spannender und überraschender Dialog des israelischen Archäologen Israel Finkelstein (Tel Aviv) und des Alttestamentlers Manfred Oeming (Universität Heidelberg). In einem vierteiligen Fernsehfilm, der 2005/6 in Kooperation von ARTE und Bayrischem Rundfunk entstand, werden die Arbeitsweisen der modernen Archäologie sowie der modernen Bibelwissenschaft vorgestellt und miteinander in Beziehung gesetzt.

    Israel Finkelstein (Tel Aviv) und Neil Asher Silberman (Brüssel und USA) haben 2002 ein Fachbuch mit dem Titel "The bible unearthed: Archaeology's New Vision of Ancient Israel and the Origin of Its Sacred Texts" publiziert. Das Werk erschien in rascher Folge in Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch, Portugiesisch, Deutsch, Ungarisch, Hebräisch und Koreanisch, jeweils in vielen Auflagen, und wurde zu einen viel diskutierten Weltbestseller.

    In diesem Buch wird das Bild, das die Bibel von den Anfängen Israels sowie von der Davidisch-Salomonischen Epoche zeichnet, mit den Resultaten der modernen Archäologie konfrontiert. Die Tells in Israel, besonders Tell Megiddo, bilden ein "Buch aus Stein", das eine eigene und andere Geschichte erzählt als das "Buch aus Papier", die Bibel. Durch einen kritischen Vergleich von Geschichtsbild und materieller Hinterlassenschaft wird die Bibel gleichsam neu "ausgegraben". Es zeigt sich, dass die großen Stories der Bibel nicht als uralte Geschichtsreportagen missverstanden werden dürfen.

    Weder bildeten die Patriarchen Abraham, Isaak und Jakob eine Familie von Kamelnomaden im 18. Jh. v. Chr., wie es in 1. Mose 12-50 erzählt ist, noch ist unter Führung des Mose der Auszug aus Ägypten im 14. Jahrhundert v. Chr. als Massenexodus passiert, wie es 2. Mose 1-15 berichtet, noch hat die Landnahme im 14./13. Jahrhundert als ein großer militärischer Eroberungsfeldzug unter Josua stattgefunden, wie es im Buch Josua gezeichnet wird. Die These des Buches von Finkelstein und Silberman lautet vielmehr, dass all diese Geschichten der Bibel unter König Josia erst ca. 630 v. Chr. geschrieben wurden.

    Dabei war für die Gestaltung der Texte ein politischer Faktor sehr maßgeblich: Josia träumte davon, ein Großreich aus dem südlichen Juda und dem nördlichen Israel zu formen. Um dieses zukünftige Ziel zu erreichen, brauchte er auch ein theologisches Programm: ein Volk, das verwandtschaftlich miteinander verbunden war, ein Ziel in einem freien eigenen Staat, ein Gesetz, das bei einer gemeinsamen Erfahrung in der Urzeit gegeben wurde, ein Land, das in der Gründerzeit (die in Wahrheit in der Zukunft liegt) schon einmal bestanden haben soll.

    Dieses Buch von Finkelstein und Silberman, dessen deutscher Titel etwas unglücklich "Keine Posaunen vor Jericho. Die archäologische Wahrheit über die Bibel" lautet, ist hier aufwendig verfilmt worden. Eindrucksvolle Aufnahmen an Originalplätzen in Israel und Ägypten, zahlreiche Interviews mit Gelehrten aus Israel, Frankreich, England, der Schweiz und den USA, Präsentationen von etlichen ober- und unterirdischen Ausgrabungsplätzen (vor allem in Megiddo, Jerusalem und Ramat Rahel) und Museumsexponaten etwa im Louvre oder im ägyptischen Museum in Kairo, einige raffinierte Filmanimationen und zahlreiche Luftaufnahmen und Landkarten lassen die vier Folgen zu einer repräsentativen und sehr anschaulichen Einführung in die Fragen und Probleme der gegenwärtigen Bibelwissenschaft und der Archäologie werden; sie bieten reichlich Stoff für weitere Diskussionen.

    Die wissenschaftliche Beratung und Mitgestaltung des Drehbuchs für die deutsche Fassung war Aufgabe eines Professors aus Heidelberg: Manfred Oeming, der als Alttestamentler auch eine eigene Ausgrabung in Jerusalem/Ramat Rahel leitet und in diesem Zusammenhang öfters an der Universität Tel Aviv arbeitet; er bringt den Standpunkt der exegetischen Wissenschaft in den Film mit ein.

    Die vier Fernseh-Folgen haben den Obertitel "Das erste Testament" und umfassende folgende Teile:

    1. Die Zeit der Patriarchen (26. April);
    2. Fluchtgeschichten (3. Mai);
    3. Eroberungsgeschichten (10. Mai);
    4. Wer schrieb die Bibel? (17. Mai).

    Sie werden jeweils mittwochs von 19.30 bis 20.15 Uhr zunächst auf Bayern 3 gesendet und zu einem späteren Zeitpunkt auf ARTE und evtl. anderen dritten Programmen wiederholt.

    Rückfragen bitte an:
    Prof. Dr. Manfred Oeming
    Universität Heidelberg
    Wissenschaftlich-Theologisches Seminar
    Kisselgasse 1
    69117 Heidelberg
    Tel. 06221 543305, Fax 543195
    Manfred.Oeming@wts.uni-heidelberg.de

    Homepage:
    http://theologie.uni-hd.de/personalpages/oeming.html
    http://www.ramatrahel.uni-hd.de

    Dr. Michael Schwarz
    Pressesprecher der Universität Heidelberg
    Tel. 06221 542310, Fax 542317
    michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de
    http://www.uni-heidelberg.de/presse


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Geschichte / Archäologie, Philosophie / Ethik, Religion
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft, Forschungsergebnisse
    Deutsch


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