Nach dem Erdbeben in Indonesien: TU Braunschweig veranlasst Hilfe für die Universität in Yogyakarta

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30.05.2006 12:05

Nach dem Erdbeben in Indonesien: TU Braunschweig veranlasst Hilfe für die Universität in Yogyakarta

Dr. Elisabeth Hoffmann Presse und Kommunikation
Technische Universität Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig

    Doktorand aus Indonesien engagiert sich für seine Landsleute

    Chemie-Professoren der Technischen Universität Braunschweig haben nach dem Erdbeben in Indonesien sofort gehandelt: Um ihre Kollegen an der Universität von Gadjah Mada in Yogyakarta moralisch und praktisch zu unterstützen, haben sie ein bisher einmaliges Austauschprogramm in Gang gesetzt. Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit hat dafür bereits 30.000 Euro zugesagt.

    "Wir wollen den Wissenschaftlern an der Universität Gadjah Mada in Yogyakarta helfen, ihre Strukturen wieder in Gang zu setzen und ihre eigene Wiederaufbauarbeit unterstützen", erläutert Professor Müfit Bahadir, Vizepräsident der TU Braunschweig und Initiator des Programms. Gadjah Mada ist die älteste und größte Universität Indonesiens und selbst vom Erdbeben stark betroffen. Dozenten im Bereich Chemie und Umwelt werden eingeladen, sich im September an der TU Braunschweig fortzubilden und in Dresden an einer wichtigen internationalen Tagung über die nachhaltige Entwicklung teilzunehmen. Dort sollen weitere wertvolle Kontakte zu Professoren in Deutschland geknüpft werden.

    Heru Atmanto Wibowo, Doktorand am Institut von Prof. Bahadir, promoviert auf dem Gebiet der nachhaltigen Chemie am TU-Institut für Ökologische Chemie und Abfallanalytik. Er hat bereits früh erste wissenschaftliche Kontakte zwischen seiner Heimatuniversität Gadjah Mada und der TU Braunschweig geknüpft. Noch im April waren Braunschweiger Professoren nach Yogyakarta gereist.

    Wibowo selbst stammt aus einer Stadt, die vom Erdbeben schwer betroffen ist. "Die ganze Nacht zum Sonntag habe ich versucht, Informationen über meine Familie zu erhalten. Glücklicherweise haben meine Eltern und Geschwister überlebt, zwei meiner Verwandten sind aber unter den Trümmern ihres Hauses umgekommen."

    Für den Doktoranden ist es schwer, zuverlässige Informationen aus seiner Heimat zu erhalten, da die Internet- und Telefonverbindungen zu großen Teilen zerstört sind. "Die wenigen Nachrichten, die ich aus meiner Universität erhalte, sind Besorgnis erregend. Die Infrastruktur ist zu großen Teilen zerstört, und viele meiner Freunde und Kollegen haben Angst, an ihre Arbeitsplätze zurückzukehren, weil noch immer Gebäude vom Einsturz bedroht sind."
    Wibowo sammelt jetzt Geldspenden, um seine Kollegen und die Menschen vor Ort direkt zu unterstützen. Wer helfen will, kann ihn per E-Mail (ah.wibowo@tu-bs.de) oder Telefon (0531 / 391-5962) erreichen.

    Über den "Senior Professor Service für Nachhaltigkeit und Chemikaliensicherheit":

    Professoren aus einschlägigen Gebieten der Umwelt und Nachhaltigkeit mit Schwerpunkt in Chemie stellen sich kurz vor oder nach ihrer Pensionierung als Lehrkräfte für eine "Deutsche Auslandsuniversität" zur Verfügung. Gemeinsam bauen sie ein Graduierten-Studium auf. Studierende in Entwicklungs- und Schwellenländern können dort den Grad des "Master of Science" in der umwelt- und nachhaltigkeitsorientierten Chemie erwerben. Der umweltverträgliche Einsatz von Chemikalien und der verantwortliche Umgang mit den begrenzten Ressourcen werden in die Ausbildung der Studenten integriert. Die Professoren verzichten auf ein Gehalt für ihre Lehrtätigkeit, ihr Ziel ist es, das Projekt mittelfristig kostenneutral umzusetzen. Hintergrund des Engagements in Indonesien ist, dass die Chemische Industrie des Landes nicht länger auf petrochemischer Basis operieren kann. Da Indonesien über eine große Biodiversität und über eine große Anzahl an nachwachsenden Rohstoffen verfügt, versprechen sich Wissenschaftler nachhaltige Impulse für die Zukunft. Ursprünglich war die Kooperation mit Indoniesien bereits als Teil der deutschen Wiederaufbauhilfe nach dem Tsunami in Banda Ace geplant, konnte aber mangels Förderung noch nicht umgesetzt werden. "Wir sind glücklich, dass wir jetzt nach der unbürokratischen Zusage aus Berlin starten können", so Bahadir.

    Der "Senior Professor Service für Nachhaltigkeit und Chemikaliensicherheit" wurde im Januar von der Jury des Nationalkomitees der UNESCO als "offizielles Dekade-Projekt" für die UN-Dekade "Bildung für die nachhaltige Entwicklung" ausgewählt.

    Kontakt:
    Prof. Dr. mult. Müfit Bahadir,
    Technische Universität Braunschweig
    Institut für Ökologische Chemie und Abfallanalytik
    E-Mail: m.bahadir@tu-braunschweig.de
    Tel.-Nr.: 0531 / 391-5960


    Weitere Informationen:

    http://www.tu-braunschweig.de
    http://www.oekochemie.tu-bs.de/


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Biologie, Chemie, Geowissenschaften, Informationstechnik
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer
    Deutsch


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