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09.06.2006 10:28

Internationales Symposium über Harnwegsinfektionen vom 22. bis zum 24. Juni 2006 in Weimar

Prof.Dr. Jutta Schnitzer-Ungefug Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina

    Infektionen durch Bakterien, Pilze, Viren oder Parasiten können in jedem Lebensalter eines Menschen und unabhängig vom Geschlecht auftreten und zu schwerwiegenden, lebensbedrohlichen Komplikationen führen. Infektionen der Nieren- und ableitenden Harnwege gehören zu den häufigsten Erkrankungen, die durch Mikroorganismen verursacht werden. Sie können Störungen der Nierenfunktion bedingen und zu dramatischen Auswirkungen auf den Gesamtorganismus führen. Gravierende Verläufe verursachen ein akutes Nierenversagen und sind für eine plötzliche Verschlechterung einer vorbestehenden Nierenfunktionseinschränkung verantwortlich. Patienten mit einer chronischen Niereninsuffizienz sind davon ebenso gefährdet wie Patienten bei einer Hämodialyse- oder Peritonealdialysebehandlung sowie nach einer Nierentransplantation. Infektionen können aber auch unmittelbar von den Nieren oder dem Urogenitaltrakt ausgehen und schwerwiegende Funktionsstörungen anderer Organe und Organsysteme bedingen. Fast 50% aller lebensbedrohlichen Sepsisfälle, die meist zu irreversiblen Ausfällen von Organfunktionen führen, sind auf Infektionen durch Bakterien und anderen Mikroorganismen zurück zu führen. Beispielsweise haben Frauen, die an Diabetes mellitus erkrankt sind, ein fast 25fach erhöhtes Risiko für eine Harnwegsinfektion. Diese Patienten sind nicht nur durch schwerste Infektionsverläufe, sondern auch durch eine bedrohliche Störung des Stoffwechsels gefährdet. Diese Situation bedingt meist eine wesentliche Verschlechterung der Diabeteserkrankung.
    Unabhängig von der Ursache einer Infektion gilt es, derartige Erkrankungen durch gezielte diagnostische Maßnahmen so früh wie möglich zu erkennen, um ihren Verlauf durch eine sachgerechte Therapie zu beeinflussen. Um dies zu erreichen, sind Kenntnisse der klinischen Symptomatik einer Infektion ebenso wichtig wie Einsichten in die ihnen zugrundeliegenden pathogenetischen Prozesse.
    Auf dem Weimarer Kongress "Harnwegsinfektionen" treffen sich führende Experten aus Europa, den USA sowie aus Japan, Korea und Russland zu einem Informationsaustausch. Aktuellste Ergebnisse der experimentellen Forschung und Ergebnisse der klinischen Mikrobiologie und Pharmakologie werden durch international ausgewiesene Wissenschaftler diskutiert. Im Ergebnis der Weimarer Tagung sollen verbesserte Möglichkeiten für die Diagnostik derartiger Erkrankungen aufgezeigt werden. Insbesondere betrifft dies bedrohliche Infektionen bei Organfunktionsstörungen, bei Stoffwechselstörungen wie dem Diabetes mellitus und nach Nierentransplantationen. In gleicher Weise werden die Entwicklung neuer wirksamer antimikrobieller Arzneimittel sowie die Erarbeitung rationaler Therapieempfehlungen diskutiert.
    Die Veranstaltung richtet sich an einen breiten Kreis internistischer Ärzte. So werden neben Mikrobiologen und Immunologen, Urologen, Nephrologen, Gynäkologen, Kinderärzte und Ärzte für Allgemeinmedizin zu dem Kongress erwartet. Die Veranstaltung steht unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Kurt G. Naber, Präsident der Internationalen Gesellschaft für Chemotherapie, Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Jörg Hacker (Mitglied der Leopoldina), Direktor des Institutes für Molekulare Infektionsbiologie der Universität Würzburg, Prof. Dr. Reinhard Fünfstück, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin I des Sophien- und Hufeland-Klinikum Weimar und Prof. em. Dr. Günter Stein (Mitglied der Leopoldina), dem emeritierten Direktor der Klinik für Innere Medizin IV der Friedrich-Schiller-Universität Jena. 47 Experten aus Forschungsinstituten und Kliniken haben ihre Teilnahme mit Übernahme von Vorträgen zugesagt.
    Es handelt sich um eine Internationale Veranstaltung der International Society of Chemotherapy in Kooperation mit:
    o Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina
    o Deutsche Arbeitsgemeinschaft für Klinische Nephrologie (DAKN)
    o Paul-Ehrlich-Gesellschaft für Chemotherapie e.V. (PEG)
    o Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU)
    o Berufsverband Deutscher Internisten e.V. (BDI)
    o European Society for Infection in Urology (ESIU)
    o European Association of Urology (EAU)
    o Federation of the European Societies for Chemotherapy and for Infections (FESCI)
    o Deutsche Gesellschaft für Infektiologie e.V. (DGI)

    Veranstaltungsort
    Tagungshotel Dorint Sofitel am Goethepark
    99423 Weimar

    Die Teilnahme an der Tagung ist kostenpflichtig. Nähere Informationen sowie das gesamte Tagungsprogramm finden sich unter www.conventus.de/uti.

    Weitere Informationen
    Fragen bezüglich der Konferenzorganisation richten Sie bitte an:
    Telefon: +49 - 3641 - 35 330
    E-Mail: uti@conventus.de

    Tagungspräsident: Prof. Dr. R. Fünfstück
    Klinik für Innere Medizin I
    Sophien- und Hufeland-Klinikum gGmbH Weimar
    Tel. + 49 - 3643 - 571100
    innere1@klinikum-weimar.de

    Prof. Dr. K. G. Naber
    Urologische Klinik
    Klinikum St. Elisabeth
    Tel. + 49 - 9421 - 710 1700
    NaberK@klinikum-straubing.de

    Tagungssekretär: Dr. Matthias Schreiber, Sophien- und Hufeland-Klinikum gGmbH Weimar

    Zur International Society of Chemotherapy
    Die International Society of Chemotherapy (ISC) für Infektionen und Krebs (gegründet im Jahr 1961) ist eine Non-Profit-Organisation mit Sitz in Großbritannien. Zu ihren Zielen gehört die Förderung von Forschung und Lehre in Bezug auf Chemotherapie. Regelmäßig werden internationale Kongresse und Konferenzen zu diesem Zweck abgehalten. Die ISC fördert die Bildung internationaler Arbeitsgruppen für spezielle Forschungsprojekte, Kommissionen, Ausbildungsprojekte und die Nutzung von Chemotherapie in den Bereichen der antimikrobiellen und antineoplastischen Chemotherapie. Sie hilft auch bei der Kooperation entsprechender Arbeitsgruppen. Die ISA setzt sich aus nationalen und regionalen Gesellschaften aus der ganzen Welt zusammen und hat momentan 66 Mitglieder.

    Zur Akademie Leopoldina
    Die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina (gegründet 1652 in Schweinfurt) mit Sitz in Halle an der Saale (seit 1878) ist eine überregionale Gelehrtengesellschaft mit gemeinnützigen Aufgaben und Zielen. Sie fördert inter- und transdisziplinäre Diskussionen durch öffentliche Symposien, Meetings, Vorträge, die Arbeit von Arbeitsgruppen, verbreitet wissenschaftliche Erkenntnisse, berät die Öffentlichkeit und politisch Verantwortliche durch Stellungnahmen zu gesellschaftlich relevanten Themen, fördert junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und sie betreibt wissenschaftshistorische Forschung. Sie ist die älteste naturwissenschaftliche Akademie in Deutschland. Ihr gehören etwa 1.200 Mitglieder in aller Welt an. Drei Viertel der Mitglieder kommen aus den Stammländern Deutschland, Schweiz und Österreich, ein Viertel aus weiteren ca. 30 Ländern. Zu Mitgliedern werden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus naturwissenschaftlichen und medizinischen Disziplinen sowie aus den Kultur- und den empirischen Geistes-, Verhaltens- und Sozialwissenschaften gewählt, die sich durch bedeutende Leistungen ausgezeichnet haben. Unter den derzeit lebenden Nobelpreisträgern sind 34 Mitglieder der Leopoldina.

    Rückfragehinweis:
    Prof. Dr. Jutta Schnitzer-Ungefug
    Generalsekretärin der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina
    Tel./Fax: + 49 - 345 - 4 72 39 12 / + 49 - 345 - 4 72 39 19
    leopoldina@leopoldina-halle.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Ernährung / Gesundheit / Pflege, Medizin
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft, Forschungs- / Wissenstransfer, Wissenschaftliche Tagungen
    Deutsch


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