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06.07.2006 09:30

DEGUM: Parkinson-Erkrankung vor dem Ausbruch erkennen

Medizin - Kommunikation Pressearbeit
Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften

    Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin:
    Parkinson-Erkrankung vor dem Ausbruch erkennen

    Bonn - Erste Untersuchungen weisen darauf hin, dass eine Parkinson-Erkrankung sich mit Hilfe einer speziellen Ultraschallmethode frühzeitig erkennen lässt - lange bevor die Krankheit das Gehirn spürbar geschädigt hat. Die "transkranielle Sonographie (TCS)" könnte daher erstmals eine Frühdiagnose dieser Bewegungsstörung möglich machen. Die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) geht davon aus, dass diese Erkenntnisse die Behandlung der auch Schüttellähmung genannten Gehirnerkrankung entscheidend verändern werden.

    Zittern bei Menschen mit Morbus Parkinson erstmals die Hände, sind die Schäden im Gehirn bereits weit fortgeschritten. Zwei Drittel der Zellen, die den für ruhige, gleichmäßige Bewegungen wichtigen Botenstoff Dopamin bilden, sind dann schon zugrunde gegangen - unwiderruflich. Die Dopaminproduktion in der so genannten Substantia nigra liegt zu diesem Zeitpunkt bei weniger als 20 Prozent. Bislang war eine Frühdiagnose kaum möglich. In der Computer- und Kernspintomographie bleibt die Parkinson-Erkrankung selbst im Spätstadium unsichtbar. Anders im Ultraschall.

    Das Gehirn ist zwar durch die Schädeldecke gegen Ultraschallwellen abgeschirmt. Doch über ein kleines "Fenster" an der Schläfe ist eine Untersuchung möglich. Von hier aus dringt die transkranielle Sonographie in die Tiefen des Gehirns bis zur Substantia nigra vor. "Als die TCS erstmals bei Parkinson-Patienten durchgeführt wurde, erwartete niemand, etwas besonderes zu sehen", erinnert sich Privatdozentin Dr. med. Daniela Berg vom Hertie-Institut für klinische Hirnforschung in Tübingen. Umso überraschender das Ergebnis, dass Ultraschallwellen bei mehr als 90 Prozent aller Erkrankten in der Substantia nigra verstärkt reflektiert wurden. Wissenschaftler sprechen von einer "hyperechogenen" Zone. "Verantwortlich hierfür ist vermutlich unter anderem der hohe Eisengehalt in der geschädigten Hirnregion", betont Dr. Berg in ihrer aktuellsten Veröffentlichung in der Fachzeitschrift "Ultraschall in der Medizin" (Georg Thieme Verlag, Stuttgart. 2006; Feb; 27(1):12-19). Das Eisen reichere sich dort im Verlauf der Erkrankung an. Es gebe Hinweise, dass mit der TCS sehr frühe Veränderungen erkennbar sind, meint Dr. Berg: "Sollte sich diese Vermutung bestätigen, wäre erstmals ein einfach anwendbares, nebenwirkungsfreies und kostengünstiges Verfahren für die Früh- und präklinische Diagnose der Parkinsonerkrankung verfügbar." Diese Ergebnisse hat die Ultraschallexpertin in international führenden Fachzeitschriften veröffentlicht. Mittlerweile wird die Methode weit über Deutschlands Grenzen hinaus zur Diagnosesicherung der Parkinsonerkrankung und für Studien zur Entstehung der Erkrankung eingesetzt.

    Diese Entdeckung könnte nach Einschätzung der DEGUM Diagnostik und Therapie des Morbus Parkinson maßgeblich beeinflussen. Schon lange sind Mediziner auf der Suche nach Mitteln und Wegen, um den Krankheitsverlauf in der Frühphase zu stoppen. Viel versprechende Medikamente gibt es bereits. Doch bislang war es unmöglich, Menschen zu finden, an denen man sie hätte testen können. In der Frühphase fühlen sich die Patienten völlig gesund, obwohl die Krankheit das Gehirn bereits angegriffen hat.

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    Weitere Informationen:

    http://www.degum.de Homepage der DEGUM


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Ernährung / Gesundheit / Pflege, Medizin
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer, Forschungsergebnisse
    Deutsch


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