Seit 30 Jahren werden an der Urologischen Klinik des Universitätsklinikums Rostock Nieren transplantiert. Das erste Organ wurde am 14. Oktober 1976 verpflanzt, das jüngste erst vor ein paar Tagen. Insgesamt wurden in Rostock knapp 1300 Nieren transplantiert. An der Operation hat sich seit 30 Jahren nicht viel geändert, revolutioniert wurde dafür die Immunsuppression: Individuell auf den jeweiligen Patienten abgestimmt, können Abwehrreaktionen des Körpers heute besser unterdrückt und damit die Lebensdauer des Organs verlängert werden. Nach Rostock als einzigem Zentrum für Nierentransplantation in Mecklenburg-Vorpommern kommen auch zahlreiche Patientinnen und Patienten aus umliegenden Bundesländern. Die Wartelisten und Wartezeiten von Menschen in Deutschland, die auf eine Transplantation warten, sind trotz großer Spendebereitschaft im Nordosten lang. Lebendspenden und spezielle Spenderprogramme verkürzen die Wartezeit.
Vergangenen Freitag war es wieder so weit: Eine Spenderniere stand zur Verfügung. Während das Organ aus Hamburg geholt wurde, machte sich die Patientin aus Greifswald auf den Weg nach Rostock. Am späten Nachmittag wurde das Organ erfolgreich verpflanzt. Für die Ärzte und Schwestern an der Urologischen Klinik des Universitätsklinikums Rostock mittlerweile ein Routineeingriff. Das war nicht immer so. "Wir waren doch sehr aufgeregt", erinnert sich Professor Dr. Hansjörg Seiter, der langjährige Direktor der Urologie, der sich vor wenigen Tagen in den Ruhestand verabschiedete, an seine erste Transplantation. Professor Seiter war als Oberarzt an der allerersten Nierentransplantation in Rostock beteiligt: Sie erfolgte am 14. Oktober 1976. Mit der OP nahm das Nierentransplantationszentrum Rostock als eines von dreien in der DDR seinen Betrieb auf. Durchgeführt wurde die erste OP von Professor Dr. Thomas Erdmann.
Mittlerweile wurden in Rostock knapp 1300 Nieren verpflanzt. Ein Standardeingriff, an dem sich in den vergangenen 30 Jahren nicht viel geändert hat, sagt Professor Seiter. Was sich dagegen sehr verändert habe, seien die Möglichkeiten zur Immunsuppression. "Früher hatten wir gerade zwei Medikamente, heute können wir jeden Patienten auf seine individuellen Bedürfnisse abgestimmt versorgen", so Professor Seiter. Immunsuppression meint die Ausschaltung der körpereigenen Abwehr gegen einen Fremdkörper - wie eine fremde Niere. Diese Abwehr muss ausgeschaltet werden, weil sonst der Körper das Organ abstößt. Sogenannte Nierenrupturen, als Folge einer Abstoßung, seien früher häufige Komplikationen gewesen. Doch einen solchen Zwischenfall habe es in Rostock seit mehr als zehn Jahren nicht mehr gegeben, so Professor Seiter. Für die Betreuung der Patienten nach der Transplantation gibt es am Rostocker Zentrum eine hervorragende Zusammenarbeit mit vielen Kliniken und Instituten der Universität, besonders mit den Nephrologen.
Die Wartelisten der Patienten, die eine neue Niere brauchen, sind indessen noch immer lang. Derzeit sind rund 230 Patienten auf der Rostocker Liste verzeichnet. Bundesweit sind es etwa 11.000. Durchschnittlich beträgt die Wartezeit mehr als fünf Jahre. In Mecklenburg-Vorpommern ist die Bereitschaft, ein Organ zu spenden, so groß wie nirgendwo sonst in der Bundesrepublik. Professor Seiter führt das auf einen starken Solidargedanken zurück, aber auch auf die guten Kontakte zu den Ärzten des Landes, die mit dem Transplantationszentrum kooperieren, und auf die vorbildliche Arbeit der Koordinatoren der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) in Rostock. Zugenommen habe die Zahl der Lebendspenden.
12. Oktober 2006, 17.00 Uhr Informationsveranstaltung der Urologie "Ein Zentrum stellt sich vor"
14. Oktober 2006, 11.00 Uhr Aula der Universität Rostock, Universitätsplatz 1, 18055 Rostock: Festveranstaltung 30 Jahre Nierentransplantation mit Grußworten von Sozialministerin Dr. Marianne Linke, dem Rektor der Universität Rostock, Professor Thomas Strothotte, dem Ärztlichen Direktor des Uniklinikums Rostock, Professor Dr. Peter Schuff-Werner, und dem Senator für Jugend und Soziales der Hansestadt Rostock, Dr. W. Nitzsche
Festvortrag: vom Direktor des Institutes für Pathologie, Prof. Horst Nizze
Ein Patient berichtet: Meine neue Niere - Mein neues Leben
Kontakt
Klinik und Poliklinik für Urologie
Universitätsklinikum Rostock (AöR)
Schillingallee 35
18057 Rostock
Tel. 0381/4947801
Professor Dr. Reiner Benecke
Stellvertretender Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums Rostock (AöR)
Geschäftsführender Direktor des Zentrums für Nervenheilkunde
Direktor der Klinik und Poliklinik für Neurologie
Gehlsheimer Straße 20
18147 Rostock
Tel. 0381/4949511
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Ernährung / Gesundheit / Pflege, Medizin
überregional
Buntes aus der Wissenschaft, Wissenschaftliche Tagungen
Deutsch
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