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19.10.2006 10:21

Neue Erkenntnisse über Bakaterientoxine, die schwere Magen-Darm-Erkrankungen verursachen

Sabine Ranke-Heinemann Pressestelle
Australisch-Neuseeländischer Hochschulverbund / Institut Ranke-Heinemann

    Ein Team von Wissenschaftlern der australischen University of Adelaide hat zusammen mit Kollegen der Monash University sowie Forschern aus den USA bahnbrechende neue Erkenntnisse darüber gewonnen, wie Bakteriengifte schwere Margen-Darm-Erkrankungen verursachen.

    Unter der Leitung von Dr. Adrienne Paton von der School of Molecular and Biomedical Science an der University of Adelaide haben die Wissenschaftler entdeckt, das ein starkes Bakterientoxin Zellen abtötet, indem es einen wichtigen Bestandteil im endoplasmatischen Reticulum (ER) außer Kraft setzt. Das Toxin, genannt Subtilase Cytotoxin, wird von bestimmten Stämmen der E.coli Bakterien produziert, die für schwere Margen-Darm-Erkrankungen beim Menschen verantwortlich sind. Dr. Paton hatte das Gift im Jahr 2003 entdeckt. Es ist so stark, dass es auch im Bioterrorismus eingesetzt werden könnte.

    "Das ER ist die Kommandozentrale von Zellen in höheren Organismen und wird in seinem Einfluss auf andere Zellfunktionen lediglich vom Zellkern übertroffen", erläutert Dr. Paton. "Das vom Toxin angegriffene Molekül ist ein BiP genanntes Chaperon-Protein, das hauptverantwortlich für die Regulierung der ER-Funktion ist. Die Störung dieses wichtigen Chaperons hat unweigerlich schwere Auswirkungen auf verschiedenste Zelltypen."

    Neben ihren Erkenntnissen über die Funktionsweise des Bakteriengifts konnten die Wissenschaftler im Rahmen ihrer Arbeit auch dessen dreidimensionale Struktur bestimmen. Dies wird bei der Entwicklung von Behandlungen für Krankheiten helfen, die durch Gifte ausgelöst werden. Dr. Paton zufolge erhoffen sich die Wissenschaftler von ihrem Durchbruch auch neue Erkenntnisse über die Entstehung von altersbezogenen und degenerativen Erkrankungen wie Parkinson oder Alzheimer, die mit Fehlern in der ER-Funktion zusammenhängen.

    Weitere Informationen:
    Institut Ranke-Heinemann / Australisch-Neuseeländischer Hochschulverbund
    Pressestelle
    Friedrichstr. 95
    10117 Berlin
    Email: berlin@ranke-heinemann.de
    Tel.: 030-20 96 29 593

    Bei Veröffentlichung der Pressemitteilung bitten wir um eine Quellenangabe sowie die Zusendung eines Belegexemplars.

    Das Institut Ranke-Heinemann / Australisch-Neuseeländischer Hochschulverbund ist die zentrale Verwaltungsstelle aller australischen und neuseeländischen Universitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz, zuständig für Wissens- und Forschungstransfer, Forschungsförderung sowie Studenten- und Wissenschaftleraustausch und für die Betreuung von Studierenden und Schülern, die ein Studium Down Under vorbereiten.


    Weitere Informationen:

    http://www.ranke-heinemann.de
    http://www.ranke-heinemann.at
    http://www.wissenschaft-australien.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Biologie, Ernährung / Gesundheit / Pflege, Informationstechnik, Medizin
    überregional
    Forschungsergebnisse, Forschungsprojekte
    Deutsch


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