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22.02.2000 11:03

Hirnabbau bei Epileptikern ist Trugschluß

Brigitte Stahl-Busse Dezernat 8 - Hochschulkommunikation
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

    Neue Untersuchungen der Klinik für Epileptologie widerlegen Vorurteile

    Führt Epilepsie zwangsläufig zum Hirnabbau? Dieses alte Vorurteil wurde nun durch eine Untersuchung am Epilepsiezentrum der Universitätsklinik Bonn widerlegt. Die in der renommierten Fachzeitschrift "Lancet" publizierte Studie an 63 Patienten zeigt, daß die Gedächtnisprobleme bei schweren, langandauernden und medikamentös nicht kontrollierbaren Epilepsien nicht der langen Dauer der Epilepsie zuzuschreiben sind, und daß gewisse Lern- und Gedächtnisleistungen sogar unbeeinträchtigt bleiben.

    Sind für die Erinnerung wichtige Hirnareale betroffen, können solche Patienten oft keine neuen Informationen mehr abrufen. Die sogenannte kristalline Intelligenz, also die Intelligenzfähigkeit, die auf Wissen und Verhaltensstrategien gründet, bleibt aber erhalten. Die betroffenen Gedächtnisleistungen werden hingegen der sogenannten fluiden Intelligenz zugeordnet, die den flexiblen und raschen Umgang mit Informationen verlangt. Die Epilepsiepatienten hatten zwar Schwierigkeiten eine Liste von Wörtern zu lernen und zu behalten, hatten aber keine Probleme mit dem Wortschatz. Bei einer länger anhaltenden Epilepsie werden die Gedächtnisleistungen zwar immer schlechter, der Vergleich mit Gesunden zeigt aber, daß dies nicht schneller geschieht, als es auch in der Allgemeinbevölkerung mit dem Älterwerden zu beobachten ist.

    Die Bonner Epilepsieforscher schließen aus dieser Beobachtung, daß die festgestellte Schädigung bereits sehr früh bei der Erkrankung eingetreten sein muß und daß dies nicht das Ergebnis der andauernden Epilepsie ist. Alle Bonner Patienten waren bereits seit frühester Jugend von epileptischen Anfällen betroffen und hatten im Durchschnitt eine Erkrankungszeit von über 20 Jahren hinter sich. Sie sollten sich nun einem epilepsiechirurgischen Eingriff unterziehen und wurden daher vor der Operation getestet.

    Ansprechpartner: Prof. Dr. Christian Elger, Tel.: (0228) 287 5727, Fax: (0228) 287 4328
    e-mail: elger@mailer.meb.uni-bonn.de


    Weitere Informationen:

    http://www.meb.uni-bonn.de/epileptologie/index.html


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    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Ernährung / Gesundheit / Pflege, Medizin
    überregional
    Forschungsergebnisse
    Deutsch


     

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