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15.11.2006 16:40

Spröde Schönheiten des Spätmittelalters

Constanze Steinke Pressearbeit
Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

    Einladung zur Ausstellung zu Greifswalder Handschriften

    In der großen Ausstellung zur Backsteingotik 2002 wurde das spätmittelalterliche Greifswald zu Recht mit dem treffenden Etikett "Dialog des Geistes" versehen. Das zielte nicht nur auf die inzwischen 550 Jahre alte Universität, sondern auch auf die besonders ausgeprägte Kultur alter Bibliotheken und handschriftlicher Bücher. Noch heute befinden sich im Geistlichen Ministe¬rium am Dom St. Nikolai, in der Universitäts¬bibliothek und im Universitätsarchiv 174 spät¬mittel¬alterliche Hand¬schriften, die zu großen Teilen im Umfeld der Klöster und der Universi¬tät entstanden sind. Diesen überaus wertvollen Bestand, von der Mitte des 13. bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts entstanden, hat der Handschriftenbibliothekar Dr. Jür¬gen Geiß in den Jahren 2001 bis 2006 in einem von der Deutschen Forschungs¬gemein¬schaft geförderten Projekt für die Universitätsbibliothek Greifswald erschlossen.

    Eine repräsentative Aus¬wahl von 16 Codices wird zum Abschluss dieses Projekts vom 16. bis 30. November 2006 in der Universitätsbibliothek gezeigt. Viele dieser Handschriften wurden noch nie ausgestellt, und es wird für längere Zeit auch das letzte Mal sein, dass sie ihre gut geschützten Aufbewahrungs¬orte verlassen.

    Die Vertreter der Medien sind recht herzlich zur Eröffnung der Ausstellung am Donnerstag, dem 16. November 2006, um 16:00 Uhr, in die Universitätsbibliothek eingeladen.

    Gebrauchshandschriften und Spitzenstücke: Hatte man noch im 19. Jahrhundert in den Handschriften der Dombibliothek fälschlicherweise Reste der Büchersammlungen der Universität und ihres Gründers Heinrich Rubenow gesehen, so erkennt man dort heute vor allem die alten Bibliotheken der Franziskaner und Dominikaner in der Stadt. Beide waren darauf angelegt, Predigt, klösterliche Tischlesung und Gestaltung des Ordenslebens zu gewährleisten; dieses Spektrum ist auch in der Druckzeit weiter ausgebaut worden. Ab Mitte des 15. Jahrhunderts kamen zunehmend Schenkungen von Greifs¬walder Juristen und Theologen hinzu. Zu den spektakulären Bilderhandschriften mit reichhaltigem Miniaturschmuck zählen eine Pariser Hand¬schrift zum Kirchenrecht (um 1250) sowie ein lateinisches Meßbuch und zwei reich illustrier¬te Gebetbücher des nieder¬ländischen Reformtheologen Geert Groote aus dem 15. Jh. (Foto).

    Mittelalterliche Bücher im Netz: Nach Abschluss der Erschließungsarbeiten kann jeder Interessierte die Beschreibungen der Greifswalder Handschriften über die Internetadresse www.manuscripta-mediaevalia.de abrufen. Diese Erschließungsform ist somit auch als Beitrag zum Bestandsschutz dieses unersetzlichen, weil unikal überlieferten Greifswalder Handschriften¬schatzes anzusehen, der seine zumeist spröde Schönheit erst bei näherer Be¬trachtung offenbart.

    Universitätsbibliothek Greifswald
    Direktor (komm.) Dr. Peter Wolff
    Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße 14 a, 17487 Greifswald
    T +49 3834 86-15 02
    F +49 3834 86-15 01
    E ub@uni-greifswald.de
    http://web.ub.uni-greifswald.de/index.php
    http://www.uni-greifswald.de


    Bilder

    Foto: Uni Greifswald
    Foto: Uni Greifswald
    Die Universität Greifswald zeigt Teile ihres Handschriftenschatzes.
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    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Geschichte / Archäologie, Gesellschaft, Kunst / Design, Musik / Theater, Sprache / Literatur
    regional
    Buntes aus der Wissenschaft
    Deutsch


     

    Foto: Uni Greifswald


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