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16.11.2006 13:33

Erster Lehrstuhl für Palliativmedizin in Niedersachsen: Professor Nauck übernimmt Stiftungsprofessur

Stefan Weller Stabsstelle Unternehmenskommunikation, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Bereich Humanmedizin der Universität Göttingen

    Professor Dr. Friedemann Nauck hat seit 1. Oktober 2006 Stiftungsprofessur und Lehrstuhl für Palliativmedizin in Göttingen inne und leitet das einzige Palliativzentrum in Niedersachsen.

    (ukg) Seit dem 1. Oktober 2006 ist Professor Dr. med. Friedemann Nauck Inhaber der neuen Stiftungsprofessur und des Lehrstuhls für Palliativmedizin der Deutschen Krebshilfe sowie Direktor der Abteilung Palliativmedizin am Bereich Humanmedizin der Universität Göttingen. Damit hat er auch die Aufgabe übernommen, den Aufbau des neuen Göttinger Palliativzentrums voranzutreiben. Professur und Lehrstuhl für Palliativmedizin sind einmalig in Niedersachsen. Außer in Göttingen gibt es bundesweit nur noch vier weitere Lehrstühle für Palliativmedizin. Das neue, am Universitätsklinikum Göttingen eingerichtete Palliativzentrum ist ebenfalls das einzige seiner Art in Niedersachsen und eines von fünf überhaupt in Deutschland. Professor Nauck will mit seiner Professur und dem Lehrstuhl für Palliativmedizin Impulse in der Forschung und für die Ausbildung von Ärzten setzen. Die Deutsche Krebshilfe fördert Stiftungsprofessur und Lehrstuhl Palliativmedizin für fünf Jahre mit insgesamt einer halben Million Euro. Den Bau des Palliativzentrums in Göttingen unterstützt sie mit weiteren drei Millionen Euro.

    Nach einer Ausbildung zum Krankenpfleger machte der heute 51-jährige Tübinger Friedemann Nauck Abitur auf dem zweiten Bildungsweg und studierte Medizin in Bonn. Es folgten die Facharztweiterbildung für Anästhesiologie in Bonn und die Weiterbildung in Palliativmedizin in Oxford. Während seiner langjährigen Tätigkeit am Malteser Krankenhaus mit dem ersten Lehrstuhl für Palliativmedizin am Zentrum für Palliativmedizin der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, baute er eine Palliativstation, einen Konsiliardienst sowie eine Fort- und Weiterbildungsakademie auf. Von 1991 bis 2002 war Nauck als Oberarzt, seit 2003 als leitender Oberarzt der Abteilung für Anästhesie, Intensiv-/Palliativmedizin und Schmerztherapie am Malteser Krankenhaus in Bonn tätig. Professor Nauck ist verheiratet und hat zwei Kinder.

    "Eine Palliativstation macht eine besonders intensive und persönliche Betreuung von Menschen mit unheilbaren Krankheiten möglich", sagt Professor Nauck. Vom Konzept eines Palliativzentrums mit stationärer, ambulanter und tagesklinischer Versorgung ist der neue Leiter des Göttinger Palliativzentrums überzeugt. "Der stationäre Rahmen ermöglicht eine kompetente Schmerztherapie und Symptomkontrolle sowie die psychosoziale Unterstützung der Patienten und ihrer Familien." Nauck will dazu beitragen, die Göttinger Region flächendeckend palliativmedizinisch zu versorgen. Dafür will er eine Mischung aus Spezialstation für Palliativmedizin, Ambulanz (Tagesklinik), ambulantem Dienst und einem Netzwerk aus bereits bestehenden palliativmedizinischen und hospizlichen Strukturen entwickeln.

    Lehre und Forschung gehören zu den festen Aufgaben des neuen Göttinger Professors und Lehrstuhlinhabers für Palliativmedizin. In Göttingen ausgebildete Ärzte sollen nach Naucks Plänen schon früh palliativmedizinische Grundkenntnisse und -einstellungen vermittelt bekommen. "Auf einer Palliativstation sammeln die dort Tätigen viele Erfahrungen im Umgang mit belastenden körperlichen Symptomen, im Gespräch mit Schwerstkranken, Sterbenden und deren Angehörigen", sagt Nauck. "Deshalb bieten Palliativstationen ideale Aus-, Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten für Ärzte und Pflegepersonal. Diese Erfahrungen wollen wir gerne in der Ausbildung von angehenden Medizinern weitergeben." Der Aufbau einer Akademie für Palliativmedizin in Göttingen in enger Zusammenarbeit mit der Ärztekammer Niedersachsen steht ebenfalls auf der To-do-Liste des Palliativmediziners.

    In der Forschung für die Palliativmedizin setzt Professor Nauck auf Forschungsverbünde mit Abteilungen des Bereichs Humanmedizin, aber auch mit anderen palliativmedizinischen Einrichtungen in Deutschland. Komplexe Fragen sollen in Kooperation mit den palliativmedizinischen Lehrstühlen an den Universitäten Aachen, Bonn, Köln und München erarbeitet werden. Schwerpunkte in der Forschung will Nauck zunächst auf die Untersuchung von Vorstellungen und Wünschen der Patienten am Lebensende setzen. Außerdem will er sich forschend Fragen der Qualitätssicherung in der Palliativmedizin und der ambulanten palliativmedizinischen Betreuung widmen.

    Um die palliativmedizinische Versorgung von Patienten vor Ort und in der Region Göttingen weiter auszubauen, will Nauck mehrere Wege gehen. Für das Universitätsklinikum Göttingen und die Versorgung dort plant er neu einen "Konsiliardienst". Dieser wird den Ärzten in allen Fachabteilungen zur Beratung und Mitbehandlung ihrer Patienten zur Verfügung stehen. Der palliativmedizinische Dienst SUPPORT II soll nach den Plänen Naucks auch weiterhin eine wichtige Rolle für die ambulante pflegerische und ärztliche Beratung und Behandlung von Patienten in der Göttinger Region spielen. Der ambulante Palliativdienst soll in enger Kooperation mit den niedergelassenen Haus- und Fachärzten und den Hospizdiensten die spezialisierte ambulante Palliativversorgung sicherstellen und weiterhin schwerkranke und sterbende Menschen in ihrer häuslichen Umgebung betreuen. "Künftig wird der Dienst strukturell in die Abteilung Palliativmedizin integriert werden", sagt Nauck. "Weiterhin offen ist die Finanzierung. Sie muss langfristig gesichert werden."

    Die Palliativmedizin hüllt sich wie ein schützender Mantel (lat. pallium) um schwerstkranke und sterbende Menschen. Ihr Anliegen ist es, "nicht dem Leben Tage zu geben, sondern den Tagen Leben". Nach wie vor gibt es in Deutschland einen Mangel an Palliativzentren und entsprechend ausgebildeten Ärzten und Pflegern. Dieses Notstandes nimmt sich die Deutsche Krebshilfe an: Seit sie 1983 in Köln die erste Palliativstation eröffnete, hat sie dazu beigetragen, das palliativmedizinische Netz in Deutschland enger zu knüpfen.

    Die Deutsche Krebshilfe finanziert sich ausschließlich aus Spendengeldern der Bevölkerung und kämpft als Bürgerinitiative bereits seit über 30 Jahren gegen den Krebs.
    Das Spendenkonto: 909093 bei der Sparkasse KölnBonn.

    Weitere Informationen:

    Prof. Dr. Friedemann Nauck
    Direktor Abteilung Palliativmedizin
    Bereich Humanmedizin - Universität Göttingen
    Robert-Koch-Straße 40
    37075 Göttingen
    Telefon: 0551 - 10 338
    E-Mail: Friedemann.Nauck@med.uni-goettingen.de

    Georg-August-Universität Göttingen
    Bereich Humanmedizin
    Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
    Stefan Weller
    Robert-Koch-Str. 42
    37075 Göttingen
    Tel.: 0551/39 - 9959
    e-mail: presse.medizin@med.uni-goettingen.de
    www.humanmedizin-goettingen.de

    Deutsche Krebshilfe
    Pressesprecherin
    Dr. med. Eva M. Kalbheim
    Thomas-Mann-Str. 40
    53111 Bonn
    Tel.: 0228/72990-270
    Fax: 0228/72990-11
    e-mail: ek@krebshilfe.de
    www.krebshilfe.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Ernährung / Gesundheit / Pflege, Medizin
    überregional
    Personalia, Studium und Lehre
    Deutsch


    Professor Dr. Friedemann Nauck


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