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30.11.2006 13:44

Hohe Auszeichnungen zur Förderung von Innovationen

Dr. Joachim Hoffmann Stabsabteilung Presse, Kommunikation und Marketing
Forschungszentrum Karlsruhe in der Helmholtz-Gemeinschaft

    Pressemitteilung der Karl Heinz Beckurts-Stiftung vom 29. November 2006

    Karl Heinz Beckurts-Preise 2006 werden am 8. Dezember in der Münchener Residenz vergeben

    Am 8. Dezember 2006 überreicht Professor Dr. Manfred Popp, Vorsitzender der Karl Heinz Beckurts-Stiftung, in München die mit jeweils 30 000 Euro dotierten Karl Heinz Beckurts-Preise 2006. Ausgezeichnet werden Professor Dr. Johannes Buchmann, Technische Universität Darmstadt, sowie das Wissenschaftler-Team Dr. Maximilian Haider, CEOS GmbH, Heidelberg, Professor Dr. Harald Rose, früher Technische Universität Darmstadt, und Professor Dr. Knut Urban, Forschungszentrum Jülich.

    Durch den Präsidenten der Helmholtz-Gemeinschaft, Professor Dr. Jürgen Mlynek, werden außerdem 17 Gymnasiallehrerinnen und -lehrer für ihre besonderen Verdienste im naturwissenschaftlichen Unterricht geehrt.

    Die Preisverleihung findet am 8. Dezember 2006 ab 17.00 Uhr unter Mitwirkung des Bayerischen Staatsministers für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Dr. Thomas Goppel, in der Münchener Residenz statt. Vertreter der Medien sind hierzu herzlich eingeladen.

    Die Karl Heinz Beckurts-Stiftung zeichnet am 8. Dezember 2006 einen Wissenschaftler und ein Wissenschaftler-Team mit dem Karl Heinz Beckurts-Preis 2006 aus. Die beiden Preise in Höhe von jeweils 30 000 Euro werden vergeben für herausragende wissenschaftlich-technische Leistungen, von denen Impulse für die industrielle Innovation ausgegangen oder zu erwarten sind. Die Preisträger im Einzelnen:

    o Professor Dr. Johannes Buchmann, Lehrstuhlinhaber an der Technischen Universität Darmstadt und Mitgründer der Firma FlexSecure GmbH, erhält den Beckurts-Preis für seine Forschungsarbeiten zur langfristigen Sicherheit elektronischer Signaturen und deren praktische Umsetzung. Elektronische Signaturen sind das elektronische Äquivalent zur eigenhändigen Unterschrift in der Computer-Welt, eine Art digitales Siegel. Die elektronische Signatur bestätigt die Echtheit eines Dokuments. Elektronische Signaturen spielen heute eine zentrale Rolle in der Computersicherheit. So wird beispielsweise die Sicherheit von Homebanking-Anwendungen oder Gesundheitskarten durch elektronische Signaturen gewährleistet. Auch die Authentizität automatischer Updates von Betriebssystemen wird dadurch gewährleistet. Wer die elektronischen Signaturen fälschen kann ist in der Lage, fast alle Computer dieser Welt lahm zu legen. Die Arbeiten von Professor Buchmann zeigten, dass die Sicherheit der wichtigsten weltweit verwendeten Signaturverfahren nicht garantiert ist: Eine einzige neuartige mathematische Idee kann schlagartig alle elektronischen Signaturen unsicher machen. Deshalb widmete er sich der Erfindung, Erforschung und Implementierung alternativer Signaturverfahren. Außerdem entwickelte er in einem Projekt FlexiPKI (Flexible Public Key Infrastruktur) Werkzeuge, um unsicher gewordene Signaturverfahren schnell gegen neue auszutauschen. Im Jahr 2000 gründete er mit anderen die FlexSecure GmbH, um seine Entwicklungen zu vermarkten. 2003 wurde seine Software FlexiTrust, die den schnellen Austausch kryptographischer Methoden unterstützt, in Kooperation mit T-Systems und dem Deutschen Zentrum für Künstliche Intelligenz bei der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post eingeführt und sichert damit alle qualifizierten Signaturen in Deutschland ab. Auch das Bundesamt für die Sicherheit in der Informationstechnik verwendet FlexiTrust für die Zertifizierung der ab 2006 gültigen Reisepässe.

    o Ein Beckurts-Preis 2006 wird außerdem verliehen an Dr. Maximilian Haider, CEOS GmbH, Heidelberg, Professor Dr. Harald Rose, früher Institut für Angewandte Physik der Technischen Universität Darmstadt sowie Professor Dr. Knut Urban, Direktor am Institut für Festkörperforschung des Forschungszentrums Jülich, für ihre gemeinsamen bahnbrechenden Arbeiten auf dem Gebiet der Elektronenoptik. Die für diese Technik eingesetzten elektromagnetischen Linsen weisen starke Abbildungsfehler auf, welche in Elektronenmikroskopen zu erheblichen Einschränkungen bei der erreichbaren Auflösung führen. Den drei Preisträgern ist es erstmals gelungen, ein elektromagnetisches Korrekturelement zu entwickeln und zu bauen, das ähnlich einer Brille die Abbildungsfehler der Objektivlinse eines Elektronenmikroskops korrigieren kann. Das von ihnen mit einem solchen Korrekturelement ausgerüstete kommerzielle Elektronenmikroskop erreicht atomares Auflösungsvermögen. Es erlaubt die Beobachtung von Atomarten, beispielsweise Sauerstoff, die bislang der Mikroskopie verschlossen waren und ermöglicht die Vermessung atomarer Strukturen auf besser als ein Milliardstel Zentimeter genau. Auf der Basis dieses Prototyps haben die großen Elektronenoptik-Firmen in Europa, Japan und den USA eine neue Generation von Elektronenmikroskopen entwickelt. Das aus der Arbeit der Preisträger hervorgegangene Startup-Unternehmen CEOS ist bislang der einzige und weltweit exklusive Lieferant der Korrektursysteme. Das Potenzial der neuen Gerätegeneration für Untersuchungen in der Mikro- und Nanotechnologie oder in den Materialwissenschaften wird für so hoch erachtet, dass in den letzten eineinhalb Jahren seit der Markteinführung nach vorsichtiger Schätzung von Professor Urban weit über hundert Geräte dieser Art mit einem Wert von je 3 bis 4 Millionen Euro verkauft werden konnten.

    Ein weiterer Höhepunkt ist die Verleihung der Lehrerpreise 2006 durch Professor Dr. Jürgen Mlynek, den Präsidenten der Helmholtz-Gemeinschaft, an 17 Gymnasiallehrerinnen und -lehrer. Die Lehrerpreise werden von der Helmholtz-Gemeinschaft gestiftet und durch die Karl Heinz Beckurts-Stiftung vergeben. Sie würdigen besondere Verdienste im naturwissenschaftlichen Unterricht. Ausgezeichnet werden Pädagogen, die sich um die Anregung ihrer Schüler zu eigenen wissenschaftlichen Arbeiten verdient gemacht haben.

    Die Veranstaltung wird abgerundet durch einen Vortrag "Du bist Helmholtz - Forschen für die Zukunft" von Professor Dr. Jürgen Mlynek, Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft, und die Präsentation der Arbeiten durch die diesjährigen Karl Heinz Beckurts-Preisträger.

    Interessierte Journalisten sind zur Teilnahme an der Preisverleihung und dem anschließenden Empfang am Freitag, dem 8. Dezember 2006, um 17.00 Uhr im Max-Joseph-Saal der Münchener Residenz herzlich willkommen. Das Programm und weitere Informationen erhalten Sie unter Telefon 089 3299-2232.

    Die Karl Heinz Beckurts-Stiftung wurde 1987 von der heutigen Hermann von Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren gegründet, um den Forscher und Manager Karl Heinz Beckurts, der 1986 einem Terroranschlag zum Opfer gefallen ist, zu ehren und das Andenken an ihn wach zu halten. Forschungseinrichtungen und Unternehmen der Wirtschaft brachten gemeinsam die Mittel für eine Stiftung auf, die sich vor allem die Förderung der Partnerschaft zwischen Wissenschaft und Wirtschaft zum Ziel gesetzt hat. Weitere Informationen zur Karl Heinz Beckurts-Stiftung können Sie im Internet unter http://www.beckurts-stiftung.de abrufen.

    Joachim Hoffmann 29. November 2006


    Weitere Informationen:

    http://www.beckurts-stiftung.de


    Bilder

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Elektrotechnik, Energie, Informationstechnik, Maschinenbau, Werkstoffwissenschaften, Wirtschaft
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft, Personalia
    Deutsch


     

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