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04.12.2006 12:36

Oase der Bildung. Forschungsstation in Namibia sucht Unterstützer

Dr. Georg Kääb Geschäftsführung / Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Verband Deutscher Biologen und biowissenschaftlicher Fachgesellschaften e.V.

    Seit 1962 gibt es die Freilandforschungsstation Gobabeb in der Namib. In dieser langen Zeit hat sich die Station zu einem "Center of Exzellence" im südlichen Afrika gemausert und bietet nun als Oase für Bildung und Forschung die besten Voraussetzungen. Allerdings droht zum Jahresende das Ende für die Betreiber, da auch unter anderen die Fördergelder der GTZ und des BMZ auslaufen.

    'Oasis of Learning' - diesen Titel trägt das Gobabeb Training and Research Center, gelegen in der zentralen Namib, seit geraumer Zeit, und das ganz zu recht. Denn hier finden Workshops und Seminare vor atemberaubender Dünen-Kulisse statt, gehen Wissenschaftler der verschiedensten Forschungsrichtungen ihren Fragen nach, absolvieren Studierende ihre Diplomarbeiten, machen Schüler aus allen Teilen des Landes Praktika oder werden gar Werkstoffe getestet. Das ist Lernen in all seinen Facetten.

    Auf einer Exkursion entdeckte der österreichische Insektenforscher Charles Koch 1958 inmitten des Namib-Naukluft-Parks einen Platz, der ihm ein idealer Ausgangspunkt für die Feldforschung schien: sechzig Kilometer landeinwärts, dort wo das südliche Dünenmeer der Namib an die Schotterebene im Norden heranreicht, getrennt von dem Flussbett des Kuiseb mit seinem dichten Baumbestand. Vier Jahre später eröffnete Koch die Station und nannte sie nach dem Topnaar-Wort für den Ort Gobabeb, was soviel bedeutet wie "Wo der Feigenbaum wächst". Viele Jahre lang war Grundlagenforschung das erklärte Ziel der Station. Daraus entstanden mehr als 1800 Publikationen, die zum großen Teil auf Kooperationen mit internationalen Universitäten zurückgehen. Kein Wunder, dass die Namib zu einer der am besten untersuchten Wüsten zählt.

    Heute liegt das Hauptaugenmerk auf nationalen Projekten, die den Schutz der natürlichen Ressourcen des Landes und den nachhaltigen Umgang damit erforschen. "Das 'Kuiseb-Basin-Management-Projekt' ist ein gutes Beispiel dafür, wie wir Grundlagenwissen nutzen, um die Wasserversorgung der Bevölkerung durch den Fluss Kuiseb langfristig zu sichern. Die Erkenntnisse aus diesem Projekt können dann für das Management anderer Trockenflüsse in ariden Gebieten herangezogen werden," erklärt Joh Henschel, Direktor der Station.
    Zahlreiche weitere Projekte sind auf der Station selbst in die Tat umgesetzt. Wie etwa die Nebelnetze zur besseren Versorgung mit Trinkwasser oder das Aufbereiten von Brauchwasser. Photovoltaik deckt rund um die Uhr den Strombedarf. Sonnenkollektoren auf den Dächern sorgen für warmes Wasser. Ein passives Kühlsystem, das die konstant niedrige Bodentemperatur in anderthalb Meter Tiefe nutzt, schafft angenehmes Raumklima. Aus dem lehmigen Sand des Kuiseb sind Lehmziegelhäuser entstanden, die außer etwas Know-How und Manpower nicht viel gekostet haben - ein Projekt, das der einheimischen Bevölkerung zeigt, wie sie aus vorhandenen Rohstoffen Werte schaffen kann.

    Das Grundlagenwissen wie auch die Erkenntnisse in angewandter Wissenschaft vermittelt Gobabeb in zahlreichen Praktika an Schüler und Studenten, aber auch an Farmer und andere Interessierte.
    Gobabeb steht aber nicht nur jedem offen, der etwas lernen will, sondern wie früher auch den Wissenschaftlern selbst. Aus der kleinen Forschungsstation mit nur wenigen Gebäuden und einem Wasserturm, der noch immer das Wahrzeichen der Station darstellt, ist durch Erweiterungen in den letzten Jahren ein Komplex entstanden, der alles bietet, was das Forscherherz begehrt. Angefangen vom einzigartigen, vielgestaltigen Ökosystem Namib mit seiner unerhörten Artenvielfalt in unmittelbarer Umgebung bis hin zur Anbindung ans World Wide Web oder dem modern ausgerüsteten Vortragssaal Amabilis Hall.

    Den Ausbau der Station hat Gobabeb einer Reihe von Förderern zu verdanken, von denen das Deutschen Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit in Kooperation mit der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit besonders zu nennen ist. Allerdings läuft die Förderung Ende 2006 aus. Gobabeb, das bereits in der Lage ist, einen Teil seiner Ausgaben durch selbstgenerierte Einnahmen zu decken, sucht daher nach weiteren Möglichkeiten der Finanzierung, um sein Fortbestehen zu sichern.

    Weitere Informationen über Gobabeb gibt es unter www.gobabeb.org

    Ansprechpartner in Namibia:
    Dr. Joh Henschel
    Gobabeb Training and Research Centre
    P.O. Box 24673, Windhoek, Namibia
    Tel. +264 - 64 - 69 41 98
    Fax +264 - 64 - 69 41 97
    joh.henschel@gobabeb.org

    Ansprechpartner in Deutschland:
    Dr. Margit Enders
    Riedeselstraße 16 a
    D-82319 Starnberg
    Tel. 08151 - 28717 oder 0163 - 914 75 96
    margitmenders@aol.com

    Eine ausführlichere Porträtierung der Station findet sich im aktuellen Magazin des vdbiol: "biologenheute", Heft 5/6_2006


    Weitere Informationen:

    http://www.gobabeb.org


    Bilder

    Blick auf die Station am Rande der Namib.
    Blick auf die Station am Rande der Namib.
    Foto: Gobabeb.org
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    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Biologie, Ernährung / Gesundheit / Pflege, Geowissenschaften, Informationstechnik, Medizin, Meer / Klima, Tier / Land / Forst, Umwelt / Ökologie
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer, Forschungsprojekte
    Deutsch


     

    Blick auf die Station am Rande der Namib.


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