Anlässlich der Hannover Messe Industrie 2000 vom 20. bis 25. März präsentiert das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT in Halle 17, Stand F14 erstmalig ein neuartiges EDV-Tool, das eine ganzheitliche Qualitätsregelung von Entwicklungsprozessen im Sinne des Simultaneous Engineering (SE) unterstützt.
Hinter dem Schlagwort »Simultaneous Engineering« verbirgt sich die Idee, durch Parallelisierung möglichst vieler Arbeitsschritte in der Produktentwicklung, Zeitgewinne zu erzielen und Kosten zu senken. Bei der Entwicklung bisheriger Methoden zur Umsetzung von SE-Strategien, wurde die Verbesserung und Absicherung der Qualität von Entwicklungsprozessen nicht ausreichend bedacht. Jedoch erwartet der Kunde neben kurzen Lieferzeiten und akzeptablen Preisen vor allem leistungsfähige Produkte.
Diese Situation motivierte die Mitarbeiter des Fraunhofer IPT im Bereich Unternehmensqualität dazu, ein EDV-Tool zu konzipieren, das Unternehmen bei Kontrolle, Regelung und Absicherung der Qualität von Entwicklungsprozessen unterstützt. Basis des Qualitätsregelungssystems ist die sogenannte Prozess-Struktur-Matrix (PSM). Diese Matrix beschreibt alle internen Kunden-Lieferanten-Beziehungen sowie die hieran geknüpften Leistungen. Grundsätzlich ermöglicht die PSM eine Regelung der Prozessqualität in verschiedenen Detailstufen. Dabei unterscheidet man prinzipiell zwischen Grob- und Feinregelung: Die Feinregelung gleicht die inhaltlichen Interessen in allen internen und externen Kunden-Lieferanten-Beziehungen ab. Auf der Grobregelungsebene werden die Erfahrungen, wie beispielsweise Konflikte und Fehler in den Planungsergebnissen, aus vorherigen Entwicklungsprozessen zur präventiven Gestaltung genutzt.
Beide Regelungsebenen profitieren von einem Informationssystem, das Prozessparameter für den Interessensausgleich von internen und externen Kunden zur Verfügung stellt und somit die präventive Absicherung der Prozesskette unterstützt.
Prinzipiell umfasst das EDV-Tool drei Schritte: In einem ersten Schritt werden in Interviews einzelne Teilprozesse und die darin enthaltenden Forderungen vom internen Kunden an den jeweiligen internen Lieferanten festgelegt, wie beispielsweise die Einhaltung von Terminen und bestimmten Richtlinien. Die Bereitstellung dieser Feedforward-Informationen ermöglicht dem internen Lieferanten die Qualität seiner erstellten Leistungen an den Forderungen der internen Kunden zu beurteilen.
Demgegenüber wird im zweiten Schritt durch Feedback-Informationen die Qualität der vom internen Lieferanten erstellten Leistungen direkt vom internen Kunden bewertet. Diese Informationen über die Qualität der gelieferten Leistung fließt ebenso in das EDV-Tool ein.
Die frühzeitige Rückkopplung von Fehlern und Problemen im Projektverlauf erhöht die Qualität des Entwicklungsprozesses, hilft Folgefehler und damit Folgekosten zu vermeiden sowie problemhafte Kunden-Lieferanten-Schnittstellen zu identifizieren. In diesem dritten Schritt werden alle Fehler und Erfolgsereignisse mit der Beschreibung von Ursache und Wirkung in einer Datenbasis abgelegt. In nachfolgenden Projekten, bei denen ähnliche Problemstellungen auftreten, kann auf das vorhandene Erfahrungswissen zurückgegriffen werden. Potenzielle Probleme können simuliert, und ihre Auswirkungen a priori analysiert werden.
Dieses Tool zur Qualitätsregelung ermöglicht somit nicht nur ein reines Reagieren auf Fehler, sondern bildet die Basis für Gestaltung und präventive Absicherung der Planungsqualität von Entwicklungsprozessen. Eine spätere Erweiterung des EDV-Systems auf beliebige Geschäftsprozesse ist bereits geplant.
Ihr Ansprechpartner
Dipl.-Ing. Andreas Bisenius
Telefon 02 41/89 04-2 50
Fax 02 41/89 04-1 98
Das EDV-Tool unterstützt nicht nur die Qualitätsregelung und damit ein reines Reagieren auf Fehler, ...
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Merkmale dieser Pressemitteilung:
Maschinenbau
überregional
Forschungsergebnisse
Deutsch
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