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21.12.2006 16:02

Fachgesellschaften gründen Berufsverband Deutscher Schmerztherapeuten

Meike Drießen Pressestelle
Deutsche Gesellschaft zum Studium des Schmerzes e.V. (DGSS)

    Zur Förderung von Qualität und Struktur der Allgemeinen und Speziellen Schmerztherapie haben die Deutsche Gesellschaft zum Studium des Schmerzes e.V. (DGSS) und die Deutsche Gesellschaft für Schmerztherapie e.V. (DGS) gestern in Frankfurt den "Berufsverband Deutscher Schmerztherapeuten e.V. (BVDS) gegründet. Der Berufsverband wird auf Landes- und Bundesebene die Interessen der in der Schmerztherapie Tätigen vertreten und die einschlägigen Gremien beraten. Außerdem soll er helfen, die Zusammenarbeit der beteiligten Berufsgruppen zu verbessern. "Wir sprechen künftig gemeinsam mit einer starken Stimme für die Belange der Schmerztherapie in Deutschland", unterstrich Prof. Dr. Michael Zenz, Präsident der DGSS. "Damit schließen die beiden großen Schmerzgesellschaften eine Lücke in der gesundheitspolitischen Landschaft."

    Frankfurt, 21. Dezember 2006

    Fachgesellschaften gründen Berufsverband Deutscher Schmerztherapeuten
    Mit einer starken Stimme sprechen - Versorgung verbessern

    Zur Förderung von Qualität und Struktur der Allgemeinen und Speziellen Schmerztherapie haben die Deutsche Gesellschaft zum Studium des Schmerzes e.V. (DGSS) und die Deutsche Gesellschaft für Schmerztherapie e.V. (DGS) gestern in Frankfurt den "Berufsverband Deutscher Schmerztherapeuten e.V. (BVDS) gegründet. Der Berufsverband wird auf Landes- und Bundesebene die Interessen der in der Schmerztherapie Tätigen vertreten und die einschlägigen Gremien beraten. Außerdem soll er helfen, die Zusammenarbeit der beteiligten Berufsgruppen zu verbessern. "Wir sprechen künftig gemeinsam mit einer starken Stimme für die Belange der Schmerztherapie in Deutschland", unterstrich Prof. Dr. Michael Zenz, Präsident der DGSS. "Damit schließen die beiden großen Schmerzgesellschaften eine Lücke in der gesundheitspolitischen Landschaft."

    Schmerztherapeutische Versorgung sichern

    Der Berufsverband mit Sitz in Frankfurt will insbesondere die schmerztherapeutische Versorgung besser organisieren und mit geeigneten Vertragspartnern wie zum Beispiel Krankenkassen und der kassenärztlichen Bundesvereinigung direkt verhandeln mit dem Ziel, Vereinbarungen über die Sicherstellung der umfassenden schmerztherapeutischen Versorgung zu treffen. Die Zusammenarbeit von Ärzten und Psychologen mit anderen Heil- und Heilhilfsberufen und deren Organisationen sowie den Krankenhäusern soll verbessert werden. Außerdem sollen die fachlichen Standards gepflegt und weiterentwickelt werden.

    Aktuelle Themen: Ausbildung, Klassifizierung, Vergütung

    Aktuelle Themen, derer sich der Verband annehmen wird, sind etwa die Aufnahme der Schmerztherapie und Palliativmedizin als Pflichtfächer in die Approbationsordnung für Ärzte und die Verbesserung der Klassifizierungsmöglichkeiten von chronischen Schmerzen nach ICD-10 (Internationale Klassifikation der Krankheiten). Experten führen die Chronifizierung von Schmerzen in vielen Fällen auf die mangelhafte Ausbildung der konsultierten Ärzte zurück, die durch frühzeitiges richtiges Vorgehen die Ausprägung einer Schmerzkrankheit verhindern könnten. Es ist jedoch heute noch möglich, das Medizinstudium ohne jegliches Wissen in der Schmerztherapie abzuschließen. ICD-10 dient als Grundlage für die Ermittlung der Fallpauschale, nach der medizinische Leistungen vergütet werden. Der derzeitige Katalog sieht jedoch keine ausreichende Abbildung von Schmerzkrankheiten und ihren verschiedenen Schweregraden vor, so dass eine angemessene Abrechnung von Leistung erschwert ist. Die künftige Position der Schmerztherapie innerhalb der neuen Gebührenordnung steht ebenso auf dem Programm. "Unser Ziel ist es, eine bundeseinheitliche, angemessene Vergütung schmerztherapeutischer Leistungen zu erreichen", so Prof. Zenz. "Es kann nicht sein, dass aufgrund regionaler Zuständigkeiten Schmerztherapie in Würzburg anders vergütet wird als in Bremen."

    Wer Mitglied werden kann

    Der Berufsverband steht allen Ärzten offen, die über die Zusatzbezeichnung Spezielle Schmerztherapie, Algesiologie der DGS oder Algesiologie der DGSS verfügen, allen Psychotherapeuten mit schmerztherapeutischer Qualifikation nach den Richtlinien der Gesellschaften DGSS, DGS, DMKG (Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft) oder DGPSF (Deutsche Gesellschaft für Psychologische Schmerztherapie und -forschung) sowie allen klinisch tätigen Ärzten und Psychologen ohne spezielle Qualifikation, die nachweislich vorwiegend schmerztherapeutisch tätig sind. Außerordentliche Mitglieder können alle an der Schmerztherapie interessierten Ärzte und Psychologen werden. "Wir rechnen für die Zukunft mit über 3000 Mitgliedern", schätzt Prof. Zenz.

    Interimsvorstand bis März 2007

    In den Interimsvorstand, der bis zur ersten Delegiertenversammlung beim Deutschen Schmerztag im März 2007 im Amt sein wird, wurden gewählt: Dr. Reinhard Thoma, Tutzing, als Präsident, Dipl.-Psych. Anne Willlweber-Strumpf, Bremen, als Vizepräsidentin. Dr. Hubertus Kayser, Bremen, wurde zum Schriftführer gewählt und Dr. Benedikt Eberhardt, Frankfurt, zum Schatzmeister. Weitere Mitglieder des Vorstands sind Dr. Olaf Günther, Magdeburg und PD Dr Michael Strumpf (Bremen).

    Ansprechpartner

    Prof. Dr. Michael Zenz, Präsident der DGSS, Knappschaftskrankenhaus Bochum-Langendreer, In der Schornau 23-25, 44892 Bochum, Tel. 0234/299-3000, E-Mail: zenz@anaesthesia.de, http://www.dgss.org


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Ernährung / Gesundheit / Pflege, Medizin
    überregional
    Wissenschaftspolitik
    Deutsch


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