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10.01.2007 11:09

Telematik-Pionier Prof. Gerhard Krüger wird Ehrendoktor der TU Ilmenau

Wilfried Nax M.A. Referat Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Technische Universität Ilmenau

    Die Technische Universität Ilmenau zeichnet Univ.-Prof. em. Dr. Dr. h.c. mult. Dr.-Ing. E.h. Gerhard Krüger, Universität Karlsruhe, mit der Würde eines Ehrendoktors der Ingenieurwissenschaften aus.
    Die Universität ehrt damit das herausragende wissenschaftliche und wissenschaftspolitische Wirken in der Informatik und Telematik sowie seine Verdienste bei der Neuorganisation der TU Ilmenau in den neunziger Jahren, in denen er sich besonders für die Einführung des Studiengangs Informatik und die Gründung der Fakultät für Informatik und Automatisierung eingesetzt hat. In dieser Zeit haben Prof. Krüger und qualifizierte Mitarbeiter seines Karlsruher Instituts, auch um den Aufbau der Ilmenauer Informatik praktisch zu unterstützen, mehrere Jahre ehrenamtlich Lehrveranstaltungen an der TU Ilmenau gehalten. Auf Prof. Krüger geht die Einführung des Begriffs Telematik als Kombination aus Telekommunikation und Informatik zurück.
    Der akademische Festakt zur Verleihung der Ehrendoktorwürde durch den Rektor der TU Ilmenau, Prof. Peter Scharff, und den Dekan der Fakultät für Informatik und Automatisierung, Prof. Andreas Mitschele-Thiel, wird am 19. Januar 2007 um 15.00 Uhr im Curie-Hörsaal, Weimarer Straße 25, 98693 Ilmenau stattfinden.

    Zur Person des Laureaten
    Prof. Krüger ist Emeritus des Lehrstuhls Telematik der Universität Karlsruhe (TH) und gilt als national und international ausgewiesener und hochgeschätzter Wissenschaftler. Anfang der sechziger Jahre leistete er Pionierarbeit für den Einsatz von Prozessrechnern. Seine Gruppe entwickelte am Kernforschungszentrum Karlsruhe eines der weltweit ersten Prozessrechnersysteme zur Erfassung und Auswertung kernphysikalischer Messdaten in Realzeit. Ab den 1980er Jahren hat er vor allem auf dem jungen Gebiet der rechnergestützten Datenkommunikation gearbeitet. Zur Verdeutlichung eines breiten, informatikgestützten fachlichen Anspruches in Forschung und Lehre wählte er erstmalig an einer deutschen Hochschule, der Universität Karlsruhe (TH), den Namen Telematik für die Kombination aus Telekommunikation und Informatik. Der Begriff hat sich im Hochschulbereich als Bezeichnung für dieses Fachgebiet der Informatik durchsetzt.
    Prof. Krüger hat sich ferner bei der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses ausgezeichnet. So sind in den letzten 25 Jahren über 30 Professoren , die an deutschen und internationalen Hochschulen und Akademien tätig sind, aus seinem Institut hervorgegangen.
    Neben seiner eigentlichen wissenschaftlichen Arbeit setzte sich Prof. Krüger sehr engagiert für die Förderung der jungen Wissenschaftsdisziplin Informatik in Deutschland ein. Hervorzuheben sind Leistungen als Vizepräsident (1980-1984) und Präsident (1985-1986) der Deutschen Gesellschaft für Informatik (GI). Ergebnis dieser GI-Aktivitäten war ab 1984/85 ein spezifisches Bund/Länder-Sonderprogramm für den Ausbau der Informatikstudienplätze von damals knapp 2000 auf 4000 an wissenschaftlichen Hochschulen. In der Folge dieses Programms wuchs die Zahl der Informatik anbietenden Hochschulen von etwa 12 auf mehr als das Doppelte; der Studiengang Informatik stieg in die Spitzengruppe der 10 größten Studiengänge an deutschen Hochschulen auf. Das Informatiksonderprogramm hatte sein Ziel, 4000 Studienplätze zu schaffen, etwa 1988/89 erreicht.
    Nach der Wende hat Prof. Krüger u.a. in Kommissionen des Wissenschaftsrates und bei den Landesregierungen der neuen Bundesländer maßgeblich mitgeholfen, die Informatik in der Mehrzahl der Universitäten der neuen Länder zu etablieren.
    Ämter und Ehrungen:
    Ehrendoktor der Humboldt Universität Berlin (1994), der Medizinischen Universität zu Lübeck (1998), der Friedrich-Schiller-Universität Jena (2001) und der Universität Rostock (2005),
    Verleihungen des Bundesverdienstkreuzes erster Klasse (1995) und der höchsten Auszeichnung des Landes Baden-Württemberg, der Verdienstmedaille BW (2001)
    Ernennung zum Fellow der Gesellschaft für Informatik (2003).
    Ordentliches Mitglied der Heidelberger Akademie der Wissenschaften; der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina (Senator und Obmann der im Aufbau befindlichen Sektion ,,Informationswissenschaften"); des Konvents für Technikwissenschaften in der Union der Deutschen Akademien der Wissenschaften (acatech) seit dem Gründungsjahr 2002 und des Kuratoriums der internationalen Forschung der SAP AG.

    Kontakt/Information:
    TU Ilmenau
    Referat Marketing und Studentische Angelegenheiten
    Pressestelle/Öffentlichkeitsarbeit
    Tel. 03677 69-2545
    e-mail: pressestelle@tu-ilmenau.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Elektrotechnik, Energie, Informationstechnik
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft, Personalia
    Deutsch


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