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21.05.2007 09:30

Freier Zugang zum Wissen - Jahrestagung der DGPuK in Bamberg

Dr. Martin Beyer Referat Kommunikation
Otto-Friedrich-Universität Bamberg

    Wie sieht die Zukunft der Wissensproduktion und -verarbeitung aus? Bei der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft (DGPuK), die vom 16. bis 18. Mai in Bamberg stattfand, diskutierten mehr als 300 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zusammen mit Praktikern diese Frage. Der öffentliche Höhepunkt: Jimmy Wales, der Gründer der freien Online-Enzyklopädie Wikipedia, berichtete aus seinem aktuellen Projekt.

    Bei der vom Lehrstuhl für Kommunikationswissenschaft an der Otto-Friedrich Universität Bamberg ausgerichteten Tagung stand die Forschungsfrage nach der Macht und den Strukturen von Wissensmanagement im Mittelpunkt. So formulierte Walter Hömberg von der Katholischen Universität Eichstätt in seinem Vortrag "Wissen ist Macht!?" auch den Leitgedanken der Vorträge und Diskussionen der anschließenden Panels. Der etablierte Professor stellte den Begriff "Wissensgesellschaft" zwar in Frage, verdeutlichte aber zugleich, dass Wissen eine der wichtigsten Ressourcen des modern denkenden Menschen sei. Sein Fazit: "Wissen bedeutet ohne Zweifel Macht und das ganz ohne Fragezeichen. Dies gilt es richtig einzuschätzen und einzusetzen".
    Als Redner aus der Praxis gab der Gründer der freien Online-Enzyklopädie Wikipedia, Jimmy Wales, Einblicke in sein aktuelles Projekt Wikia Search, einer Alternative zur Internetsuchmaschine Google. Er betonte die Bedeutung der Nachhaltigkeit von frei zugänglichem, demokratisch erstellten und kontrollierten Wissen. In seinem Vortrag "Wikipedia and the future" sparte der Amerikaner die Diskussion über die Qualität der Inhalte, die von den Mitgliedern der Netzgemeinschaft selbst erstellt werden, nicht aus. "Meine Vision von Wikipedia und Wikia ist es, dass jeder Mensch auf der Erde freien Zugang zu der Essenz des humanen Wissens erhält", kommentierte Wales die Diskussion um die Wissensgesellschaft. Durch Wissensansammlungen wie Wikipedia könne die Weltengemeinschaft in der Zukunft schwächeren Mitgliedern einen einfacheren Zugang zu Bildungsmaterial verschaffen und so lokale Verbände stärken, wie Wales betonte.

    Der bayerische Staatsminister für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Dr. Dr. Thomas Goppel verwies bei seinem Denkanstoß auf den Rohstoff "Geist", der im globalen Wettbewerb ein entscheidender Faktor sei. Zwar stellten Naturwissenschaften besser messbare Ergebnisse, dennoch stehe der Wert der Geisteswissenschaften außer Frage. "Antworten auf drängende Fragen der Zeit können nur Geistes- und Gesellschaftswissenschaften geben, auch wenn dieses Wissen nicht monetär zu bewerten ist", so der Minister.
    In 45 Vorträgen und 13 Fachsitzungen stellten die Wissenschaftler auf der Jahrestagung neueste Forschungsergebnisse vor und diskutierten diese. Die Veranstalter Professor Dr. Anna Maria Theis-Berglmair und Professor Dr. Rudolf Stöber vom Lehrstuhl für Kommunikationswissenschaft zeigten sich mit dem Ergebnis der Diskussionen und Vorträge höchst zufrieden: "Da völlig verschiedene Perspektiven zu dem Thema referiert wurden, gab es zahlreiche frische Impulse für unsere Fachdisziplin!" Alle Hauptvorträge der DGPuK-Tagung sind unter http://www.dgpuk2007.de auch als Video-Stream verfügbar.


    Weitere Informationen:

    http://www-dgpuk2007.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Gesellschaft, Medien- und Kommunikationswissenschaften, Sprache / Literatur
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft, Wissenschaftliche Tagungen
    Deutsch


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