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27.04.1998 00:00

Space-Trabbi wird Drei

Dipl.Met. Franz Ossing Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
GeoForschungsZentrum Potsdam

    Space-Trabbi wird Drei

    Potsdamer Geoforschungssatellit seit drei Jahren im All

    GFZ Potsdam - Der Kugelsatellit GFZ-1 des GeoForschungsZentrums Potsdam feiert seinen dritten Geburtstag im All. Seit seinem spektakulaeren Auswurf aus der Raumstation MIR am 19. April 1995 hat der Mini-Satellit aus Potsdam über 17.000mal die Erde umrundet. Prof. Christoph Reigber, der Leiter des Satellitenprojektes am GeoForschungsZentrum (GFZ), teilte mit, daß der Satellit die seinerzeit berechnete minimale Lebensdauer von drei Jahren ueberschritten habe. Die Flughoehe hat in drei Jahren um 30 Kilometer abgenommen. GFZ-1 fliegt jetzt noch 370 Kilometer hoch, so dass die weitere Lebensdauer noch ein bis zwei Jahre betragen wird.

    GFZ-1 ist ein passiver, mit 60 Laser-Retroreflektoren ausgeruesteter Kleinsatellit. Der Minisatellit ist kugelsymmetrisch und hat eine Masse von ungefaehr 21 kg, einen Durchmesser von circa 22 cm. Derartige Satelliten in verschiedenen Flughoehen werden in der Satellitengeodaesie dazu benutzt, das Gravitationsfeld der Erde, die Lage von Punkten auf der Erdoberflaeche und das Rotationsverhalten der Erde mit hoher Genauigkeit auszumessen. Dazu werden cm-genaue Peilungen der Entfernung Bodenstation-Satellit mithilfe von Laser-Meßsystemen genuetzt. GFZ-1 wurde speziell für die Schwerefelderkundung entworfen. Um Details des Schwerefeldes ausmessen zu können, muss ein Satellit moeglichst niedrig fliegen. GFZ-1 wurde daher in eine nur 400 km hohe Bahn eingeschossen und ist damit der bisher niedrigste mit Lasern angemessene geodynamische Satellit. Die niedrige Flugbahn von GFZ-1 bringt mit sich, daß der Satellit schnell über den Himmel wandert. Die Beobachtungszeiten, z. B. an der Laser-Messstation des GFZ auf dem Telegrafenberg zu Potsdam, liegen daher nur bei drei bis vier Minuten pro Ueberflug.

    Die 25 weltweit verteilten und von unabhaengigen Institutionen betriebenen Laserbodenstationen konnten dennoch bisher mehr als 5000 Überfluege messen. Die 5000. Passage gelang kürzlich, am 6. April, der Station der Universitaet von Hawaii auf dem Vulkan Haleakala auf der Insel Maui. Schon jetzt wird von der internationalen geowissenschaftlichen Gemeinde der Datenschatz der GFZ-1-Mission als einzigartig bezeichnet. Die Potsdamer Wissenschaftler hoffen indessen auf noch viel interessantere Ergebnisse in der restlichen Missionsphase, wenn GFZ-1 der Erde immer naeher kommt.

    Ein Foto in hoher Auflösung findet sich in den WWW-Seiten des GFZ unter: http://www.gfz-potsdam.de/news/foto/gfz-1/ Das Bild kann auch von der Pressestelle des GFZ angefordert werden.

    GEOFORSCHUNGSZENTRUM POTSDAM (GFZ) Nachdruck, auch auszugsweise, frei.

    Belegexemplar erbeten an: GeoForschungsZentrum, Oeffentlichkeitsarbeit, Telegrafenberg, D- 14473 Potsdam Telefon 0331 - 288 - 1040, Fax: 0331 - 288 - 1044, e-mail: ossing@gfz-potsdam.de

    Ansprechpartner: Franz J. Ossing


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Biologie, Geowissenschaften, Meer / Klima, Umwelt / Ökologie
    überregional
    Forschungsprojekte
    Deutsch


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