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19.07.2007 13:32

Deutsches Terahertz-Zentrum e.V. in Braunschweig gegründet

Dr. Christine Bohnet Öffentlichkeitsarbeit
Forschungszentrum Dresden - Rossendorf e.V.

    Im elektromagnetischen Spektrum existiert auch heute noch eine weitestgehend unerforschte Insel: die "Terahertz Incognita". Bekannt ist die Terahertz-Strahlung seit Mitte des 20. Jahrhunderts, doch die Erforschung dieser für den Menschen ungefährlichen Strahlung und damit die Entdeckung neuer Anwendungsfelder haben erst vor kurzem begonnen.

    Mittlerweile ist es Forschern gelungen, das Frequenzeiland zwischen 0,1 und 10 Terahertz, d.h. zwischen hochfrequenten Mikrowellen und langwelliger Infrarotstrahlung, die sich direkt an die dem menschlichen Auge noch sichtbare Farbe Rot anschließt, teilweise zu erkunden und mit ersten Anwendungen zu besiedeln. Die Anwendungsmöglichkeiten der Strahlung in der medizinischen oder biologischen Analytik und in der Materialforschung werden als äußerst vielversprechend eingeschätzt. So könnten Terahertz-Strahlen die Röntgendiagnostik beim Arzt zum Teil ersetzen. Die Strahlen durchdringen Kleidung oder Gewebe quasi ohne Mühe und könnten so in Zukunft Blicke auf das Frühstadium von Karies oder Hautkrebs bzw. in das Innere von Zellen erlauben. Einem interdisziplinären Forschungsansatz, der Optik und Elektronik verbindet, werden dabei sehr gute Chancen zugesprochen, neue wissenschaftlich-technische Möglichkeiten und Anwendungen zu entdecken.

    In Zukunft will das kürzlich in Braunschweig gegründete Deutsche Terahertz-Zentrum e.V. Wissenschaft und Forschung auf dem Gebiet der Terahertz-Wellen fördern, indem es die interessierte Öffentlichkeit über die Möglichkeiten dieser Technologie informiert. Zudem dient es der besseren Vernetzung der in Deutschland tätigen Terahertz-Forscher in Unternehmen, Universitäten, Fachhochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen.

    Das Gründungsmitglied Prof. Manfred Helm vom Forschungszentrum Dresden-Rossendorf (FZD) erklärt, wie sich diese Ziele erreichen lassen: "Das Zentrum stellt ein öffentliches Informationsforum bereit, in dem sowohl physikalische Grundlagen sowie technische Möglichkeiten für den interessierten Einsteiger aufbereitet werden, als auch fachkundige Wissenschaftler aktuelle Entwicklungen verfolgen können und eine Kontaktplattform finden." Im FZD wird die Terahertz-Strahlung vor allem für die Untersuchung von Halbleiter-Materialien genutzt. Weiterhin werden neuartige, effzientere Terahertz-Strahlungsquellen entwickelt.

    Ausführlichere Informationen zu Verein, Mitgliedern und "Terahertz Incognita" gibt es unter http://www.terahertzcenter.de.

    Weitere Informationen:
    Prof. Dr. Manfred Helm
    Institut für Ionenstrahlphysik und Materialforschung
    Forschungszentrum Dresden-Rossendorf (FZD)
    Tel.: 0351 260 - 2260
    m.helm@fzd.de

    Pressekontakt:
    Dr. Christine Bohnet
    Forschungszentrum Dresden-Rossendorf (FZD) - Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
    Bautzner Landstr. 128, 01328 Dresden
    Tel.: 0351 260 - 2450 oder 0160 969 288 56
    Fax: 0351 260 - 2700
    c.bohnet@fzd.de

    Information:
    Das FZD erbringt wesentliche Beiträge der Grundlagenforschung sowie der anwendungsorientierten Forschung und Entwicklung zu folgenden Fragestellungen:
    o Wie verhält sich Materie unter dem Einfluss hoher Felder und in winzigen Dimensionen?
    o Wie können Tumorerkrankungen frühzeitig erkannt und wirksam behandelt werden?
    o Wie schützt man Mensch und Umwelt vor technischen Risiken?
    Dazu werden 6 Großgeräte eingesetzt, die europaweit unikale Untersuchungsmöglichkeiten auch für auswärtige Nutzer bieten.

    Das FZD ist mit ca. 700 Mitarbeitern das größte Institut der Leibniz-Gemeinschaft (www.wgl.de) und verfügt über ein jährliches Budget von rund 57 Mill. Euro. Hinzu kommen etwa 8 Mill. Euro aus nationalen und europäischen Förderprojekten sowie aus Verträgen mit der Industrie. Zur Leibniz-Gemeinschaft gehören 84 außeruniversitäre Forschungsinstitute und Serviceeinrichtungen für die Forschung. Leibniz-Institute arbeiten interdisziplinär und verbinden Grundlagenforschung mit Anwendungsnähe. Jedes Leibniz-Institut hat eine Aufgabe von gesamtstaatlicher Bedeutung, weshalb sie von Bund und Ländern gemeinsam gefördert werden. Die Leibniz-Institute verfügen über ein Gesamtbudget von gut 1 Milliarde Euro und beschäftigen rund 13.000 Mitarbeiter.


    Weitere Informationen:

    http://www.fzd.de


    Bilder

    Schematische Darstellung der im FZD entwickelten Terahertz-Strahlungsquelle
    Schematische Darstellung der im FZD entwickelten Terahertz-Strahlungsquelle
    FZD
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    Die im FZD entwickelte Terahertz-Strahlungsquelle
    Die im FZD entwickelte Terahertz-Strahlungsquelle
    FZD
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    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Ernährung / Gesundheit / Pflege, Mathematik, Medizin, Physik / Astronomie, Werkstoffwissenschaften
    überregional
    Organisatorisches
    Deutsch


     

    Schematische Darstellung der im FZD entwickelten Terahertz-Strahlungsquelle


    Zum Download

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    Die im FZD entwickelte Terahertz-Strahlungsquelle


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