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03.08.2007 10:53

Kleben nach Norm

Dr. Janine Drexler Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Fraunhofer-Gesellschaft

    Kleben will gekonnt sein: Damit sich die Klebestellen bei Schienenfahrzeugen nicht lösen und den Sicherheitsanforderungen entsprechen, hat das Eisenbahnbundesamt ein weltweit einmaliges Gütesiegel auf Basis einer DIN-Norm für die Kleb-Betriebe eingeführt. Das Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung IFAM in Bremen ist als eine der ersten beiden Prüfstellen zugelassen.

    Straßenbahnen, U-Bahnen und Züge der deutschen Bahn haben sich verändert: Die einzelnen Bauteile werden immer seltener verschweißt und verschraubt, sondern zunehmend geklebt. "Ohne Klebenähte könnte man die energiesparenden Leichtbau-Fahrzeuge nicht herstellen", ist Dr. Dirk Niermann vom Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung IFAM überzeugt. Doch wie muss ein klebtechnischer Prozess ablaufen, damit die Klebstellen die richtige Qualität aufweisen und die Bauteile zuverlässig zusammenhalten? Sind beispielsweise die Oberflächen der zu klebenden Teile verschmutzt, können Probleme auftreten.

    Das Eisenbahnbundesamt hat daher kürzlich eine Zulassung der Betriebe für das Kleben eingeführt - als eine Art Gütesiegel. Eine der ersten beiden anerkannten Prüfstellen ist das IFAM in Bremen. "Die Grundidee hinter der DIN-Norm 6701 ist folgende: Ist ein Unternehmen an dem Gütesiegel interessiert, begutachten wir vor Ort die Konstruktions- und Fertigungsabläufe, die Räumlichkeiten und die Logistik. Weiterhin testen wir in Fachgesprächen das Wissen des Personals. Ist die Qualität gewährleistet, verleihen wir dem Betrieb die Zulassung für drei Jahre", sagt Niermann, der die Prüfstelle am IFAM leitet. Nach Ablauf von eineinhalb Jahren erfolgt eine Zwischenprüfung, und nach drei Jahren kann der Betrieb eine neue Zulassung für die kommenden drei Jahre beantragen. Auch das IFAM muss die Zulassung als anerkannte Stelle nach drei Jahren erneut vom Eisenbahnbundesamt genehmigen lassen.

    Für das Schweißen ist eine vergleichbare Norm bereits seit Jahren Usus. Obwohl auch Firmen schweißen dürfen, die die Norm nicht erfüllen, greifen die Industriebetriebe vorwiegend auf Zulieferer mit dem Gütesiegel zurück. Sogar im Ausland achten die Hersteller auf das deutsche Qualitätsmerkmal: "Gibt zum Beispiel ein australisches Unternehmen in China ein Schienenfahrzeug in Auftrag, kommt es vor, dass mangels Alternativen nach der deutschen Norm gefragt wird - selbst wenn kein deutsches Unternehmen involviert ist. Wir erwarten, dass sich die Norm beim Kleben in ähnlicher Weise durchsetzen wird", sagt der Experte.

    Bisher verliehen die Prüfer vom IFAM das Gütesiegel an zwei große Unternehmen: Die Stadler-Pankow GmbH in Berlin und die Bombardier Transportation GmbH in Hennigsdorf.


    Weitere Informationen:

    http://www.fraunhofer.de/fhg/press/pi/2007/08/Presseinformation3082007.jsp Ansprechpartner


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    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Bauwesen / Architektur, Maschinenbau, Werkstoffwissenschaften
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer, Organisatorisches
    Deutsch


     

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