idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
Medienpartner:
Wissenschaftsjahr


Teilen: 
21.09.2007 11:04

Protein Cluster der Zelloberfläche erstmals sichtbar gemacht

Kornelia Suske Pressestelle
Klinikum der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

    Nachdem die Magdeburger Forschergruppe um Dr. Walter Schubert vom Institut für Medizinische Neurobiologie der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg bereits im vergangenen Jahr das Prinzip der Kartierung und Funktionsanalyse von Protein-Netzwerken mit einer neuen Technologie publiziert hatte (Nature Biotechnology 24, 1270-1278, 2006), zeigen die Wissenschaftler in Zusammenarbeit mit der Firma Toponome International Ltd (München) nunmehr spektakuläre dreidimensionale Bilder der Zelloberfläche von einzelnen Immunzellen, wie man sie so eindeutig und so umfassend bislang nicht darstellen konnte.
    Wie auf dem Titelblatt der neuesten Ausgabe des Journals Nature Protocols http://www.nature.com/nprot/journal/v2/n10/index.html nun zu sehen ist, konnten die Forscher die unterschiedlichen Zusammenlagerungen (Cluster) von 27 verschiedenen Proteinen auf der Zelloberfläche einzelner Immunzellen sichtbar machen. Dr. Schubert und seine Partner verwenden dazu die von ihnen entwickelte Technologie "Toponome Imaging System (TIS)".

    Dabei zeigte sich ein überraschender Unterschied zwischen den seit langem bekannten Blutzellen vom T-Lymphozyten-Typ CD4 und CD8: Während die Protein-Cluster der CD4 Zellen ein räumliches Netzwerk bilden, das die gesamte Zelloberfläche umspannt, sind die Protein-Cluster der CD8 Zellen nicht miteinander verbunden.

    Aus diesen neuen Erkenntnissen und technologischen Fortschritten ergeben sich völlig neue Möglichkeiten der Diagnostik und Therapieforschung, denn die hier erstmals sichtbar gemachte hohe Organisationsstufe der zellulären Proteine ist wahrscheinlich bei vielen Krankheiten, wie zum Beispiel immunologischen Entzündungsvorgängen und Krebs spezifisch gestört. Die Magdeburger Forscher zeigen mehrere biologische Beispiele, wie man in ganz verschiedenen Geweben und Zelltypen derartige Cluster finden kann, so dass dadurch die internationale Forschung auf diesem neuen Gebiet der so genannten Toponom Forschung stark stimuliert werden dürfte.

    Das Projekt wurde durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung, die Deutsche Forschungsgemeinschaft und das Land Sachsen Anhalt gefördert.

    Ansprechpartner bei Rückfragen:
    HS-Doz. Dr. Walter Schubert, Institut für Medizinische Neurobiologie, Tel. 0178 - 853 2020, email: walter.schubert@med.ovgu.de


    Weitere Informationen:

    http://www.nature.com/nprot/journal/v2/n10/index.html


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Biologie, Chemie, Ernährung / Gesundheit / Pflege, Informationstechnik, Medizin
    überregional
    Forschungsprojekte, Wissenschaftliche Publikationen
    Deutsch


    Toponome colocalization map of a CD4 T-lymphocyte with clear-cut cell surface protein clusters singled out in different colours. Image is from the protocol by Schubert et al. Cover by Jessica Iannuzzi.


    Zum Download

    x

    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).