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16.10.2007 17:01

Mikrobenvielfalt im Nanoliter-Tropfen

Dr. Michael Ramm Pressestelle
Leibniz-Institut für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie - Hans-Knöll-Institut (HKI)

    Jena, 16. Oktober 2007 - Zu viel Zeit vergeht heute zwischen dem Auftreten erster Krankheitszeichen und der Identifizierung des Erregers. Häufig mit fatalen Folgen für den Betroffenen. Ein Workshop wird sich am 23. Oktober 2007 am Hans-Knöll-Institut Jena mit neuen Methoden der schnellen Erregerdiagnose beschäftigen.

    Hat ein Krankheitserreger sich im Menschen erst einmal ansiedeln können, beginnt ein Wettlauf mit der Zeit. Während der Patient zunehmend an der Infektion leidet, versuchen Mediziner, den verantwortlichen Keim zu isolieren und zu identifizieren. Erst wenn man den Erreger kennt, kann der Arzt eine gezielte Behandlung beginnen. Vorausgesetzt, dass wirksame Antibiotika zur Verfügung stehen. Die herkömmliche Methode zur Keim-Bestimmung erfordert dessen langwierige Kultivierung in Nährbodenschalen. Immer wieder kommt es vor, dass der Patient inzwischen verstorben ist. Allein in Deutschland sterben jährlich 60 000 Menschen an einer Sepsis, bei der Bakterien oder Pilze in die Blutbahn gelangt sind. Weltweit arbeiten Forscher an der Entwicklung neuer, schnellerer Methoden der mikrobiologischen Diagnostik.
    Am 23.10.2007 findet am Leibniz-Institut für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie - Hans-Knöll-Institut - ein Workshop zu dieser Thematik statt. Er trägt den Titel "Tropfenbasierte Lebend-Zell-Assays für die mikrobiologische Diagnostik". Wissenschaftler mehrerer Thüringer Forschungseinrichtungen beraten über Möglichkeiten zur Beschleunigung der Erreger-Identifizierung. "Schon ein Zeitgewinn von 24 Stunden könnte viele Menschenleben retten", meint Dr. Martin Roth, Projektverantwortlicher am HKI. Gemeinsam mit seinen Partnern an der TU Ilmenau, dem iba Heiligenstadt und dem IPHT Jena erhielt er 2006 den Thüringer Forschungspreis für das Minikult-System. Darin werden Mikroorganismen aus Einzelzellen in nur 60 Nanoliter (= Milliardstel Liter) kleinen Kulturkammern herangezogen und untersucht.
    Ziel der Veranstaltung ist es, das Potenzial dieser von Thüringer Forschern entwickelten Mikrofluidsegment-Technik für die Kultivierung und Ermittlung der Antibiotikaresistenzen multiresistenter Problemkeime zu diskutieren. Weiterhin werden die Experten die nächsten Schritte bei der Entwicklung neuer Diagnostikverfahren in einem Forschungsverbund beraten. Ihm werden neben den genannten Einrichtungen auch Wissenschaftler des Instituts für Medizinische Mikrobiologie des Universitätsklinikums Jena angehören.

    Zur Leibniz-Gemeinschaft gehören zurzeit 83 Forschungsinstitute und Serviceeinrichtungen für die Forschung. Diese beschäftigen etwa 13.700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (Stand 12/2006). Davon sind ca. 5.400 Wissenschaftler, davon wiederum 2.000 Nachwuchswissenschaftler. Der Gesamtetat der Institute liegt bei mehr als 1,1 Mrd. Euro pro Jahr. Die Drittmittel betragen etwa 225 Mio. Euro pro Jahr.

    Ansprechpartner:
    Dr. Michael Ramm
    Wissenschaftliche Organisation
    Leibniz-Institut für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie e.V.
    - Hans-Knöll-Institut -
    Beutenbergstrasse 11a
    07745 Jena
    T: +49 (0) 3641 - 65 66 42
    F: +49 (0) 3641 - 65 66 20
    michael.ramm@hki-jena.de
    Presseservice: pr@hki-jena.de
    http://www.presse.hki-jena.de


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    60 Nanoliter winzige Mikrokompartimente, getrennt durch eine nicht mischbare Flüssigkeit, ermöglichen Wachstum und Manipulation von Mikroorganismen-Reinkulturen
    60 Nanoliter winzige Mikrokompartimente, getrennt durch eine nicht mischbare Flüssigkeit, ermögliche ...
    Quelle: IPHT Jena


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Biologie, Ernährung / Gesundheit / Pflege, Informationstechnik, Medizin
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft, Forschungs- / Wissenstransfer
    Deutsch


     

    60 Nanoliter winzige Mikrokompartimente, getrennt durch eine nicht mischbare Flüssigkeit, ermöglichen Wachstum und Manipulation von Mikroorganismen-Reinkulturen


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