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30.10.2007 10:11

Kultstadt und Festung im hethitischen Großreich

Michael Seifert Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Eberhard Karls Universität Tübingen

    Neue deutsch-türkische Ausgrabungen in Kilikien

    Neue Ausgrabungen der Eberhard Karls Universität Tübingen und der Onsekiz Mart Universität Çanakkale (Türkei) auf dem Sirkeli Höyük bei Adana (Süd-Türkei) haben die Reste einer eindrucksvollen Befestigungsbastion aus der Zeit des hethitischen Großreiches (um 1300 v. Chr.) zum Vorschein gebracht.
    Der Ort, bei dem es sich um eine der größten bronze- und eisenzeitlichen Ruinenstätten in der historischen Landschaft Kilikien handelt, war zuvor schon wegen zweier Felsreliefs bekannt. Das besser erhaltene zeigt den hethitischen König Muwatalli II. (ca. 1290-1272 v. Chr.), Gegner des Pharao Ramses II. in der berühmten Schlacht von Qadesch in Syrien, und gehört damit zu den ältesten bisher bekannten hethitischen Reliefs. Zusammen mit einem direkt benachbarten Tempel und einer Anzahl von in den Fels eingelassenen Kuhlen, die der Darbringung von Trankopfern gedient haben dürften, bilden sie ein einzigartiges Ensemble von Kulteinrichtungen.
    Nach Grabungen in den 90er-Jahren durch die Ludwig-Maximilians-Universität München und durch die Universität Innsbruck wurde 2006 die Grabung durch die Universitäten Tübingen und Çanakkale wieder aufgenommen. Das Projekt ist in Tübingen am Altorientalischen Seminar beheimatet und wird in Zusammenarbeit mit dem Institut für Ur- und Frühgeschichte und Archäologie des Mittelalters sowie dem Institut für Klassische Archäologie durchgeführt. In Çanakkale ist das Projekt am Institut für Urgeschichte, Vorderasiatische und Klassische Archäologie angesiedelt. Die Schirmherrschaft liegt bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Zur Durchführung des gemeinsamen Projektes wurde von den Rektoren beider Universitäten im Februar dieses Jahres ein Kooperationsabkommen unterzeichnet.
    In den ersten beiden Grabungskampagnen 2006 und 2007 wurde die aus Stein gemauerte Nordwestbastion der Verteidigungsanlage der stark befestigten Stadt freigelegt. Funde belegen, dass der Bau in der Spätbronzezeit (1500-1200 v. Chr.) errichtet wurde und nach Umbauten bis in die Eisenzeit (1200-600 v. Chr.) in Benutzung blieb. Später erfolgte eine Überbauung in hellenistischer Zeit. Die vielfältigen Funde bezeugen, dass der Ort während des 2. und 1. Jahrtausends v. Chr. in engem Kontakt mit der Levante, Zypern, der Ägäis sowie den verschiedenen Regionen Anatoliens stand.
    Der Sirkeli Höyük kann möglicherweise mit der antiken Stadt Lawazantiya identifiziert werden, die als Handels- und Kultstadt sowie als Herkunftsort der hethitischen Königin Puduhepa, Gemahlin des Großkönigs Hattusili III. (ca. 1265-1240 v. Chr.), bekannt ist.

    Abbildungen finden sich unter: http://www.uni-tuebingen.de/uni/qvo/pm/pm2007/pm-07-143.html
    Auf Wunsch schicken wir diese in hoher Auflösung zu.

    Weitere Informationen: http://www.sirkeli-project.info

    Für Nachfragen:
    Dr. Christoph Kümmel
    e-mail: christoph.kuemmel@uni-tuebingen.de, Tel: 07071 2975288
    PD Dr. Mirko Novák
    e-mail: mirko.novak@uni-tuebingen.de, Tel.: 07071 2977148
    sowie in der Türkei bei:
    Dr. Ekin Kozal, Çanakkale
    e-mail: ekozal@comu.edu.tr, Tel.: 0286 2180018-1702

    EBERHARD KARLS UNIVERSITÄT TÜBINGEN
    Presse- und Öffentlichkeitsarbeit o Michael Seifert
    Wilhelmstr. 5 o 72074 Tübingen
    Tel.: 0 70 71 o 29 o 7 67 89 o Fax: 0 70 71 o 29 o 5566
    E-Mail: presse1@verwaltung.uni-tuebingen.de
    Wir bitten um Zusendung von Belegexemplaren!


    Weitere Informationen:

    http://www.sirkeli-project.info
    http://www.uni-tuebingen.de/uni/qvo/pm/pm2007/pm-07-143.html - Abbildungen


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Geschichte / Archäologie, Gesellschaft, Kunst / Design, Musik / Theater
    überregional
    Forschungsergebnisse
    Deutsch


    Abb. 4: Relief des Muwatalli II. am Nordost-Abhang des Ruinenhügels. Im Hintergrund die mittelalterliche Burg Yilan Kale (Foto: Horst Ehringhaus)


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