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10.08.2000 14:57

RUB-Ingenieure helfen beim Neuaubau im Balkan

Dr. Josef König Dezernat Hochschulkommunikation
Ruhr-Universität Bochum

    Neuaufbau auf dem krisengeschüttelten Balkan: Einen zeitgemäßen Beitrag zur akademischen Entwicklung der Region leistet die Fakultät für Bauingenieurwesen der RUB mit dem internationalen Netzwerk DYNET (Dynamic Network). Als institutionalisierte, aber in erster Linie informationstechnische Zusammenarbeit über das Internet ist DYNET gleich in zweifacher Hinsicht ein Netzwerk mit Universitäten in Südosteuropa. Federführend für die RUB betreut Prof. Dr. Ph. D. Günther Schmid (Lehrstuhl für Theorie der Tragwerke und Simulationstechnik) das Projekt. Aus der Fakultät sind zusammen acht Lehrstühle an DYNET beteiligt. Sie kooperieren mit den Universitäten in Nis (Serbien), Skopje (Mazedonien) und Sarajevo (Bosnien-Herzegowina).

    Bochum, 10.08.2000
    Nr. 209

    Dynamisches Netzwerk
    DYNET: "Akademischer Neuaufbau Südosteuropa"
    DAAD fördert Zusammenarbeit von Ingenieuren via Internet

    Neuaufbau auf dem krisengeschüttelten Balkan: Einen zeitgemäßen Beitrag zur akademischen Entwicklung der Region leistet die Fakultät für Bauingenieurwesen der RUB mit dem internationalen Netzwerk DYNET (Dynamic Network). Als institutionalisierte, aber in erster Linie informationstechnische Zusammenarbeit über das Internet ist DYNET gleich in zweifacher Hinsicht ein Netzwerk mit Universitäten in Südosteuropa. Federführend für die RUB betreut Prof. Dr. Ph. D. Günther Schmid (Lehrstuhl für Theorie der Tragwerke und Simulationstechnik) das Projekt. Aus der Fakultät sind zusammen acht Lehrstühle an DYNET beteiligt. Sie kooperieren mit den Universitäten in Nis (Serbien), Skopje (Mazedonien) und Sarajevo (Bosnien-Herzegowina). Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) fördert DYNET zunächst bis Februar mit DM 88.000 und fünf Stipendien aus dem Sonderprogramm "Akademischer Neuaufbau Südosteuropa". Eine Finanzierung für insgesamt vier Jahre ist in Aussicht gestellt.

    Kriesengebiete im Blickfeld

    Das Netzwerk DYNET will den ingenieurwissenschaftlichen Wiederaufbau in den Krisengebieten vorantreiben. Die Kriege in Südosteuropa haben besonders in den Ballungszentren die Bausubstanz enorm geschädigt oder zerstört. Wohn- und Geschäftsgebäude, Straßen und Brücken müssen wieder aufgebaut werden. Zudem ist der Balkan eine erdbebengefährdete Region Europas, was eine besonders solide Bauweise nach dem aktuellen Stand der Technik erfordert. Um diese Aufgaben bewältigen zu können, bedarf es gut ausgebildeter, einheimischer Bauingenieure - an denen es jedoch auf Grund der Ereignisse der jungen Vergangenheit mangelt.

    Teleausbildung

    An diesem Punkt setzt DYNET an: Nicht die Wissenschaftler nach Deutschland zu locken, ist Ziel des Netzwerks, sondern sie via Internet vor Ort zu unterstützen und weiterzubilden. Die Hochschulen in Nis, Skopje und Sarajevo werden dabei je ein Intranet aufbauen und durch die gemeinsame Vernetzung mit der RUB Zugang erhalten zu leistungsfähigen Servern in Deutschland. DYNET will somit über politische Grenzen hinweg Wissenschaft und Lehre in den Krisengebieten fördern und den Wissensaustausch der beteiligten Fakultäten beschleunigen.

    Forschungsförderung

    Neben DYNET soll die Universität Skopje mittelfristig einen Masterkurs "Computational Structural Dynamics" (Tragwerksdynamik und Computermethoden) aus den Mitteln des Projekts aufbauen. Am Institut für Erdbebeningenieurwesen und Ingenieurseismologie (IZIIS) der mazedonischen Hochschule werden dann Studierende eine qualitativ hochwertige, spezialisierte Ausbildung erhalten. Sie soll dazu beitragen, das Studium in Südosteuropa wieder attraktiv zu machen und der Auswanderung begabter Studierender und junger Wissenschaftler entgegenzuwirken.

    Wachstum angestrebt

    Derartige Masterkurse auch auf andere Forschungsschwerpunkte und - nach dem Vorbild Skopjes - auf die anderen Universitäten im DYNET auszuweiten, ist angestrebt. Ebenso, wie die Projektpartner vorsehen, dass das Netzwerk um weitere Hochschulen und Forschungsinstitute wachsen wird. Langfristiges Ziel ist ein flächendeckendes Netz in Südosteuropa für das Gebiet der Dynamik im Bauwesen. DYNET soll bereits im nächsten Jahr um das Institute for Earthquake Physics in Bukarest (Rumänien) erweitert werden. Die Fakultät für Bauingenieurwesen der RUB wird ihrerseits mit den Universitäten Stuttgart und Cottbus kooperieren, um DYNET fachlich zu ergänzen. Eine Zusammenarbeit mit dem Institut für Baustatik und Baudynamik der RWTH Aachen ist geplant.

    Stipendien vom DAAD

    Außerdem hat der DAAD den Antragstellern des Projekts DYNET fünf Stipendien gewährt. Sie ermöglichen Studierenden aus Südosteuropa die Teilnahme am Masterstudiengang "Computational Engineering" an der Fakultät für Bauingenieurwesen der RUB. Nach ihrer Rückkehr sollen die an der RUB Ausgebildeten als Wissensmultiplikatoren in ihrer Heimat dazu beitragen, die Region wirtschaftlich und wissenschaftlich zu stärken.

    Weitere Informationen

    Prof. Dr. Günther Schmid, Fakultät für Bauingenieurwesen der RUB, IA 6/37, Tel.: 0234/32-25030, -26141, -26150; Fax: 0234/32-14463;
    eMail: schmid@sim.bi.ruhr-uni-bochum.de; Internet: http://www.sim.bi.ruhr-uni-bochum.de


    Weitere Informationen:

    http://www.sim.bi.ruhr-uni-bochum.de


    Bilder

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Bauwesen / Architektur, Wirtschaft
    überregional
    Wissenschaftspolitik
    Deutsch


     

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